Bilfinger: Das dicke Ende kommt noch

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Bildquelle: Pressefoto Bilfinger SE

Am Donnerstag rauschte die Aktie des Bau- und Industriedienstleistungskonzerns Bilfinger (WKN 590900) um knapp 18 Prozent in die Tiefe. Grund: Eine weitere Gewinnwarnung – die fünfte innerhalb von nicht einmal einem Jahr. Mit dem neuen Chef und der Aussicht auf einen umfassenden Konzernumbau soll nun alles besser werden. Allerdings dürften bis dahin noch einige Enttäuschungen folgen.

Nach einem schwachen Auftaktquartal 2015 ging es offenbar nicht anders: Bilfinger hat die Jahresziele einkassiert. Das bereinigte EBITA und das bereinigte Konzernergebnis aus fortzuführenden Aktivitäten sollen in 2015 gegenüber den Vorjahreswerten von 270 bzw. 175 Mio. Euro erheblich zurückgehen. Wesentliche Gründe sind eine rückläufige Entwicklung des Öl- und Gasgeschäfts, die insbesondere in den USA stärker ausfällt als erwartet, sowie eine anhaltende Nachfrageschwäche im Geschäftsfeld Power. Außerdem werden viele Sonderbelastungen anfallen und das Konzernergebnis weiter belasten, da das Unternehmen aus Mannheim die anstehende Restrukturierung stemmen muss.

Im März-Quartal lag das bereinigte EBITA bei minus 8 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Plus von 47 Mio. Euro ausgewiesen werden konnte. Das bereinigte Konzernergebnis aus fortzuführenden Aktivitäten fiel wiederum von 26 Mio. Euro auf minus 15 Mio. Euro. Immerhin wurde bei der Leistung ein leichtes Plus von 1,72 auf 1,76 Mrd. Euro verbucht.

Kurzfristig scheint wenig Besserung in Sicht zu sein. Während man im Industriegeschäft mit der Auftragsschwäche aus der US-Öl- und Gasindustrie zu kämpfen hat, leidet die Kraftwerkstechnik-Sparte unter den negativen Folgen der Energiewende in Deutschland und der damit verbundenen enttäuschenden Nachfrage vonseiten vieler Energieversorger. Darüber hinaus ist der Ausgang des Restrukturierungsprogramms offen, während es vorkommen kann, dass sich ein neuer Chef mit einer weiteren Gewinnwarnung einführt, um quasi einen Neuanfang zu organisieren. Warten wir also ab, was der Norweger Per Utnegaard und bisheriger CEO der Swissport International mit seinem Amtsantritt als neuer Bilfinger-Vorstandschef am 1. Juni 2015 verkünden wird.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Mit der erneuten Gewinnwarnung hat Bilfinger wieder einmal viel Porzellan zerschlagen. Darüber hinaus ist die im MDAX gelistete Aktie auch charttechnisch stark angeschlagen, während die Marktlage derzeit keinen schnellen Turnaround erwarten lässt. Anleger, die überproportional und schon mit kleinen Geldbeträgen von fallenden Kursen der Bilfinger-Aktie profitieren möchten, könnten einen Blick auf den WAVE XXL-Call der Deutschen Bank mit der WKN XM3LLU werfen.

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Bildquelle: Pressefoto Bilfinger SE


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