Euro Stoxx 50: Einstiegschancen mit Risikopuffer

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Der Euro Stoxx 50 hat im ersten Quartal 2015 um satte 17,5 Prozent zugelegt. Nach einem solch starken Anstieg befürchten vorsichtige Anleger Rückschläge. In einer solchen Situation bieten Express-Zertifikate ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis. Sie weisen im Vergleich zum Direktinvestment ein erhöhtes Maß an Sicherheit auf. Im Gegenzug müssen Anleger auf Rendite verzichten.

In der Ausgestaltung unterscheiden sich die Papiere zum Teil erheblich. Letztlich müssen Anleger das für sie passende Papier anhand ihrer Vorlieben hinsichtlich Laufzeit, Sicherheitsbedürfnis und Kuponzahlungen auswählen. Wer auf kurze Laufzeiten und feste Kupons, die unabhängig von der Kursentwicklung des Euro Stoxx 50 auf jeden Fall Jahr für Jahr zur Auszahlung kommen, wert legt, sollte sich die Fixkupon Express-Anleihe (ISIN DE000SG7ZZR4) von Société Générale ansehen. Sie ist mit einem Kupon von 3,0 Prozent p.a. ausgestattet. Das Papier wird spätestens am 24. April 2018 fällig. Es kann aber auch zu einer vorzeitigen Rückzahlung kommen – nämlich dann, wenn an einem vorzeitigen Bewertungstag der jeweilige Schlusskurs des Index auf oder oberhalb des Startwerts liegt. Sollte es zu keiner vorzeitigen Rückzahlung kommen, ist am Ende die Kursentwicklung des Euro Stoxx 50 entscheidend: Es gibt den Nennwert zurück, wenn die Barriere von 54 Prozent zu keiner Zeit verletzt wurde. Andernfalls richtet sich die Rückzahlung nach der tatsächlichen Indexentwicklung. Somit können auch hohe Verluste die Folge sein.

Mit höheren Kupons können Anleger nur dann rechnen, wenn sie eine gewisse Ausfallwahrscheinlichkeit in Kauf nehmen. Die neue Euro Stoxx 50 Express-Anleihe VIII (ISIN AT0000A1DTW6) von der Erste Group etwa ist mit einem Kupon von 4,6 Prozent p.a. ausgestattet. Dieser wird aber nur ausgeschüttet, wenn es gleichzeitig zur vorzeitigen Rückzahlung des Zertifikats kommt. Dazu muss der Euro Stoxx 50 mindestens sein Ausgangsniveau erreichen. Ausgefallene Zinszahlungen können nachgeholt werden. Am Ende schützt die Barriere von 60 Prozent Nominal und alle Kupons.

Ähnlich gestrickt sind das neue Europa Express 3-Zertifikat (ISIN AT0000A1DVG5) von der Raiffeisen Centrobank und das Memory Express von Société Générale (ISIN DE000SG7ZZP8): Um hier die vorzeitige Rückzahlung plus Expresszahlung von 5,75 Euro zu erhalten, reicht es, wenn der Euro Stoxx 50 an einem der vorzeitigen Bewertungstage bei lediglich 90 Prozent seines Startwerts steht.

Interessant sind auch Express-Varianten mit jährlich fallenden Tilgungslevels wie beim 5,25 Memory Express Step Down Zertifikat von Credit Suisse (ISIN DE000CS8AYZ5): An jedem vorzeitigem Bewertungstag fällt die Rückzahlungsschwelle bei diesem Papier um fünf Prozentpunkte. Notiert der Index unterhalb dieser Schwelle, geht es in die Verlängerung, das Zertifikat läuft also weiter. Liegt einer der Schlusskurse unter der Barriere von 61 Prozent, fällt die Bonuszahlung zunächst aus – kann jedoch an den folgenden Beobachtungstagen nachgeholt werden. Am Ende, im August 2021, ist bei 61 Prozent eine Barriere eingezogen. Beim Stufenexpress-Zertifikat von Société Générale (ISIN DE000SG7ZZQ6), das bis Oktober 2020 läuft, werden die Tilgungslevels pro Jahr sogar um zehn Prozentpunkte herabgesetzt. Die mögliche Expresszahlung beträgt 5,5 Prozent vom Nominalbetrag und erhöht sich um 5,5 Prozentpunkte pro Jahr.

Quelle: Guidants Index-Analysen
Quelle: Guidants Index-Analysen

Fazit: Beim Europa Express 3-Zertifikat besteht die Chance auf eine Rückzahlung zu 106 Prozent bereits nach einem Laufzeitjahr. Dazu muss der Schlusskurs des Euro Stoxx 50 am jeweiligen jährlichen Bewertungstag auf oder über dem Startwert liegen. Notiert der Index darunter, verlängert sich die Laufzeit um ein weiteres Jahr. Die Laufzeit des Zertifikats beträgt somit mindestens ein und maximal fünf Jahre. Der mögliche Auszahlungspreis steigt in jedem Laufzeitjahr um sechs Prozentpunkte. Sollte es zu keiner vorzeitigen Rückzahlung gekommen sein, schützt am Laufzeitende die Barriere von 49 Prozent den angewachsenen Auszahlungsbetrag.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: dieboersenblogger.de


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