Wochenrückblick KW16: Bullen machen Pause, Commerzbank schafft es einfach nicht

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Eine spannende Handelswoche liegt hinter uns. Neben zahlreichen Quartalszahlen, vor allem aus dem Bankensektor, waren es auch die Notenbanken, die für Gesprächsstoff auf dem Parkett sorgten. Damit sind jetzt nicht Konfetti-Attacken auf EZB-Chef Mario Draghi gemeint, sondern eher seine Aussagen zur Geldpolitik. Doch so richtig überzeugend fanden die Anleger die Worte nicht. Auch die Kommentare im Beige Book der Fed konnten die Bullen nicht hinter dem Ofen hervorlocken. Insofern ist ein bisschen Konsolidierung auf hohem Niveau nicht verkehrt. Schauen wir lieber auf spannende Aktien. Die sind derzeit unter den US-Banken zu finden. Gute Geschäfte trotz der Niedrigzinspolitik sind dort offenbar kein Hexenwerk. Anders lassen sich die Zahlen der Branchenriesen nicht deuten. Allerdings dürfte das für die Institute im deutschsprachigen Raum nur mit Einschränkungen gelten. Probleme sind hier bei jedem Bankhaus zu finden und oft hausgemacht. Bestes Beispiel ist hier die Commerzbank (WKN CBK100), die zwar einen tollen Ausbruch in lange Zeit ungeahnte Höhen erzielen konnte, nun jedoch wieder deutlich zurückkam. Schuld sind Gerüchte um einen weiteren Umbau – wieder einmal. Damit wird abermals deutlich, dass trotz der Beliebtheit bei Anlegern die Commerzbank-Aktie noch immer nicht zur Ruhe kommt. Anleger, die also auf Banken setzen wollen, schauen derzeit an die Wall Street.

Aus Deutschland

In den Jahren 2015 bis 2018 will die Deutsche Telekom (WKN 555750) die Dividende jährlich um 10 Prozent steigern. Auch diese Großzügigkeit hat zuletzt dazu beigetragen, dass die Telekom-Aktie geradezu in die Höhe schießen und auf ein frisches Zehn-Jahreshoch klettern konnte. Dabei wirkte die 15-Euro-Marke lange Zeit als fast unüberwindbar. Nun könnte es sogar ganz schnell in Richtung 20 Euro gehen. Mehr dazu hier.
Nach der Übernahme des Konkurrenten GSW hatte man bei der Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen (WKN A0HN5C) nun auch mit den Österreichern von Conwert (WKN 801475), deren Portfolio sich jedoch fast vollständig in Deutschland befindet, ebenfalls großes vor. Allerdings musste das MDAX-Unternehmen nun eine Niederlage einstecken. Mehr dazu hier.
Die Aktie des Online-Modehändlers Zalando (WKN ZAL111) schoss am Donnerstag geradezu in die Höhe. Das SDAX-Unternehmen hat einen sehr guten Jahresauftakt 2015 hingelegt und außerdem unter Beweis gestellt, dass man trotz starker Wachstumszahlen auch auf der Ergebnisseite überzeugen kann. Unsere Einschätzung hier.
Der Mobilfunkanbieter Drillisch (WKN 554550) konnte zuletzt ganz besonders auf der Ergebnisseite überzeugen und sich daher auch bei der Dividende erneut sehr großzügig zeigen. Die Anleger dankten es und verhalfen der im TecDAX gelisteten Drillisch-Aktie zuletzt zum Sprung auf ein neues Allzeithoch. Doch dem Unternehmen ist das noch nicht genug. Mehr dazu hier.

Internationales

Der starke Schweizer Franken und eine abnehmende Wachstumsdynamik in einigen Schwellenländern hatten dafür gesorgt, dass der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé (WKN A0Q4DC) im Geschäftsjahr 2014 so schwach wuchs wie schon seit 2009 nicht mehr. Allerdings konnte man nun die Markterwartungen für das Wachstum im ersten Quartal 2015 schlagen. Mehr dazu hier.
Der österreichische Versicherer Vienna Insurance (WKN A0ET17) konnte den 2014er-Vorsteuergewinn deutlich steigern. Zudem waren weitere Fortschritte bei einigen Problem-Töchtern der vergangenen Jahre zu beobachten. Trotzdem wollten Anleger in dieser Woche nicht in Jubelstimmung verfallen. Schuld hat unter anderem die EZB. Mehr dazu hier.
Über die überraschend guten Zahlen des Video-on-Demand-Anbieter Netflix (WKN 552484) gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen, wären da nicht die Analysten, die sich mit immer neuen Kurszielen geradezu überschlagen. Spitzenreiter ist dabei das US-Analystenhaus FBR Capital, das ein Kursziel von 900 US-Dollar ausgibt. Vor wenigen Tagen hätte dieser Wert noch einer Kursverdopplung entsprochen. Mehr dazu hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

Die Berichtssaison läuft auf Hochtouren. In der kommenden Woche berichten u.a.: Halliburton, Hasbro, IBM, Morgan Stanley, Royal Caribbean (Montag); Amgen, Credit Suisse, DuPont, Gilead Sciences, Kimberly-Clark, Lockheed Martin, SAP, Sixt, Sky Deutschland, Under Armour, United Technology, Verizon, Yahoo!, Yum Brands (Dienstag); Abbott, AT&T, Boeing, Coca-Cola, eBay, McDonald’s, Roche, Texas Instruments (Mittwoch); 3M, AbbVie, Altria, Amazon.com, Caterpillar, Dow Chemical, Eli Lilly, Ericsson, General Motors, Google, Microsoft, Newmont Mining , Novartis, Procter & Gamble, Starbucks, Union Pacific, United Continental, Whirlpool, zooplus (Donnerstag), American Airlines, AstraZeneca, Biogen Idec, Schaltbau, Xerox (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
08:00 DE Erzeugerpreise (März)

Dienstag
11:00 DE ZEW-Konjunkturerwartungen (April)
11:00 EU ZEW-Konjunkturerwartungen (April)

Mittwoch
15:00 US FHFA Hauspreisindex (Februar)
16:00 EU Verbrauchervertrauen (April)
16:00 US Verkauf bestehender Häuser (März)

Donnerstag
08:00 DE GfK Konsumklima (Mai)
09:30 DE Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (April)
09:30 DE Einkaufsmanagerindex Dienste (April)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (April)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Dienste (April)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Gesamt (April)
14:30 US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)
16:00 US Neubauverkäufe (März)

Freitag
10:00 DE ifo-Geschäftsklima (April)
14:30 US Auftragseingang Investitionsgüter (März)
14:30 US Auftragseingang langlebige Güter (März)

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1 KOMMENTAR

  1. Die unterschiedliche Entwicklung der Banken-Aktien in Deutschland und den USA ist bemerkenswert! Dennoch bieten die Aktien einiger Unternehmen in Deutschland gute Optionen trotzdem erfolgreich Geschäfte machen zu können!
    Danke für die Informationen und viele Grüße!

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