Mit windeln.de lockt ein neuer Börsengang

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Bildquelle: Pressefoto windeln.de

Der Online-Handel ist einer der Wachstumsmärkte dieser Zeit. Kein Wunder also, wenn mit windeln.de einer der führenden und am schnellsten wachsenden Online-Händler für Baby- und Kleinkinderprodukte den Weg an die Börse sucht. Nach dem überraschend guten Börsenstart von Zalando (WKN ZAL111) scheint sich in der Branche Vertrauen in die Börse durchzusetzen. Allerdings muss ich an dieser Stelle auch erst einmal den Optimismus bremsen.

Noch ist windeln.de eine GmbH und nach einer Umwandlung in eine Aktiengesellschaft steht das liebe Börsenumfeld im Fokus der Emissionspartner. Aktuell ist die Lage angesichts neuer Rekorde bei DAX & Co. kaum besser. Aber wie das im Jahresverlauf weiter geht, ist offen. Daher ist auch ein Börsengang weiterhin offen. Konkret soll das windeln.de-Angebot aus neuen, im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgegebenen Aktien in Höhe von ca. 100 Mio. Euro sowie einer Veräußerung von Anteilen einiger derzeitiger Gesellschafter in Höhe von ca. 80 Mio. Euro bestehen, zuzüglich potenzieller Greenshoe-Erlöse (welche aus einer weiteren Kapitalerhöhung stammen würden) von bis zu 15 Prozent des Basisangebots. Unter Annahme einer vollständigen Ausübung des Greenshoe würde das Gesamtemissionsvolumen ca. 200 Mio. Euro betragen.

Ein windeln.de-Börsengang über eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung des weiteren langfristigen Wachstums ist durchaus sinnvoll, der Verkauf in fast ähnlicher Größenordnung durch Alteigentümer dagegen eher nicht. Aber immerhin wollen alle wesentlichen Gesellschafter von windeln.de weiterhin im Unternehmen investiert bleiben. Zu diesen zählen DN Capital (24,3 Prozent), Acton Capital (19,5 Prozent), Goldman Sachs (12,8 Prozent), Deutsche Bank (11,1 Prozent), MCI Private Ventures (8,8 Prozent), 360 Capital (4,3 Prozent) sowie zwei Geschäftsführer und Gründer des Unternehmens über Gut Vermögensverwaltung (8,7 Prozent) beziehungsweise ABrand Management (4,6 Prozent).

Mit rund 100.000 Produkten von mehr als 1.000 Marken will windeln.de über seine Online-Portale die umfassendste und attraktivste Auswahl an Produkten für Babys, Kleinkinder, Kinder und junge Mütter anbieten, die über einen reinen Online-Händler mit Schwerpunkt auf diesen Produktkategorien erhältlich ist. Das Geschäft von windeln.de ist seit der Gründung enorm gewachsen und der Kundenstamm hat sich von rund 68.000 zum 31. Dezember 2011 auf rund 496.000 zum 31. Dezember 2014 erhöht. Im Geschäftsjahr 2014 erhöhte sich der durchschnittliche Auftragswert von Bestandskunden – nach 80 Euro für das Geschäftsjahr 2012 – auf 91 Euro.

Neben dem starken heimischen Geschäft ist windeln.de vor allem auch aufgrund des erfolgreichen e-Commerce-Geschäfts mit Babyprodukten (vornehmlich Babynahrung) für Kunden in China interessant. Da Chinesen aufgrund zahlreicher Lebensmittelskandale eher auf europäische und vor allem deutsche Babynahrung vertrauen, könnte dies ein lukrativer Teil des Geschäfts werden. Zum 31. Dezember 2014 hatte windeln.de rund 146.000 aktive Kunden in China.

Im bisherigen Jahresverlauf konnte sich windeln.de operativ stark präsentieren. Der Umsatz konnte im zum 31. März 2015 endenden Quartal von 19,1 Mio. Euro auf 35,6 Mio. Euro gesteigert werden. Für den Rest des zum 31. Dezember 2015 endenden Geschäftsjahres erwartet windeln.de ein sich fortsetzendes Wachstum, allerdings mit geringeren Wachstumsraten verglichen mit dem zum 31. März 2015 endenden Quartal.

Nur vier Jahre nach seiner Gründung hat das Unternehmen im Jahr 2014 mit seinem Online-Shop „windeln.de“ die Gewinnzone erreicht. Dabei erhöhte sich der Bereinigte EBIT-Beitrag von -4,3 Mio. Euro für das zum 31. Dezember 2013 endende Geschäftsjahr auf 1,9 Mio. Euro für das zum 31. Dezember 2014 endende Geschäftsjahr. Die Bereinigte EBIT-Marge (Bereinigtes EBIT als Prozentsatz der Umsatzerlöse) für die Gruppe verbesserte sich dabei um 13,2 Prozentpunkte, von -21,2 Prozent im zum 31. Dezember 2013 endenden Geschäftsjahr auf -8,0 Prozent im zum 31. Dezember 2014 endenden Geschäftsjahr. Die Verbesserung der Margen ist vorrangig darauf zurückzuführen, dass die Umsatz- und Vertriebsaufwendungen langsamer gestiegen sind als die Umsatzerlöse, sowie auf einen Rückgang der Auftragsabwicklungs- und Marketingkosten als Prozentsatz der Umsatzerlöse.

Alles in allem ermutigende Zahlen. Doch für eine genauere Analyse sollte der Emissionsprospekt abgewartet werden. Der Börsengang von windeln.de wäre jedoch ein starkes Signal für den Börsenplatz Deutschland. Hoffen wir auf einen Erfolg.

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


4 KOMMENTARE

  1. Der Börsengang von Zalando war bereits sehr spekulativ, für meine Verhältnisse. Die Online-Unternehmen habe sehr viel Konkurrenz aus den USA. Das beste Beispiel ist Amazone, hier gibt es ja wirklich alles und bestimmt auch Windeln. Positiv ist natürlich die Nische Windeln, den windeln werden immer gekauft. Windeln.de ist aber wie ich finde zu klein um bei der starken Konkurrenz bestehen zu bleiben. Deshalb lass ich meine Finger weg von solchen Neuemissionen! Gruß Aderius (http://aderius.de/)

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