Im Fokus: Die Deutsche Bank legt erschreckende Zahlen vor – was kommt bei der Konkurrenz?

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Über die Banken im Allgemeinen und die Bankaktien im Besonderen habe ich ja in den letzten Wochen nicht sehr positiv geschrieben und auch heute gibt es keinen Grund dazu. Mit der Deutschen Bank hat heute das deutsche Spitzeninstitut seine Zahlen vorgelegt und die fielen alles andere als gut aus – eigentlich erschreckend schlecht. So wies die Deutsche Bank für das vierte Quartal 2008 einen Verlust nach Steuern von 4,8 Mrd. Euro aus, verglichen mit einem Nachsteuergewinn von 1,0 Mrd. Euro im vierten Quartal 2007. Vor Steuern belief sich der Verlust auf 6,2 Mrd. Euro, nach einem Vorsteuergewinn von 1,4 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum.

In der Folge zeigte sich Vorstandschef Josef Ackermann auch wenig begeistert über den Verlauf der letzten drei Monate:

„Wir sind absolut unzufrieden mit unserem Ergebnis im vierten Quartal und dem daraus resultierenden Verlust im Gesamtjahr 2008. Die zuvor nie erlebten Marktverhältnisse in diesem Quartal haben einige Schwächen in unserem Geschäftsmodell offenbart. Deshalb ändern wir unsere Aufstellung in einigen Geschäftsfeldern.“

Eine weise Einsicht, aber ob der Umstieg auf das Privatkundengeschäft durch den Einstieg in die Postbank wirklich soviel gutes bewirken kann, wie die Bank eigentlich bräuchte bleibt abzuwarten. Dementsprechend negativ fiel auch der Ausblick aus:

„Für die nächste Zeit sehen wir weiterhin sehr schwierige Bedingungen für die Weltwirtschaft und damit große Herausforderungen für unsere Kunden wie auch für unsere Branche. Wir stehen auch künftig fest zu unserem Geschäftsmodell: Im Investmentbanking sind wir Marktführer in Geschäftsbereichen, die sich auch in der Krise gut entwickelt haben. Vom Wert und der strategischen Bedeutung unserer stabilen Geschäftsbereiche bleiben wir überzeugt. Unsere solide Kapitalposition und stabile Liquiditäts- sowie Finanzierungsbasis sind ebenfalls wichtige Stützpfeiler in schwierigen Zeiten. Wir sind der festen Überzeugung, dass die Deutsche Bank aus der gegenwärtigen Krise erfolgreich hervorgehen wird. Weil das Vertrauen und die Unterstützung unserer Aktionäre für uns zentral sind, schlagen wir für das Geschäftsjahr 2008 eine Dividende von 50 Cent pro Aktie vor. Damit setzen wir ein Zeichen unserer Zuversicht in die weitere Entwicklung der Bank.“

Die mehr schlecht als rechts ausfallende Dividende von eine halben Euro, nach 4,50 Euro im Vorjahr, ist nicht mehr als ein Beruhigungspillchen. Denn wenn man der Lage wirklich hätte gerecht werden wollen, wäre eine Dividendenstreichung wohl angesagt gewesen. Aber zu diesem Schritt wollte sich wohl keiner Bereit finden. Aber an dem heutigen Kurssturz hätte auch das nix geändert. Und selbst charttechnisch stehen die Zeichen für die Deutsche Bank-Aktie (Chart) weiter in Richtung Süden.

Ob langfristig Ackermann mit seinem aktuellen Kurs wirklich den richtigen Riecher hatte, werden wir in einigen Monaten sehen. Nach der Teilverstaatlichung der Commerzbank, der Diskussion um die Vollverstaatlichung der Hypo Real Estate und die Frage nach der Zukunft der Landesbanken herrscht zumindest bei der Deutschen Bank in dieser Hinsicht Ruhe. Hoffen wir, dass das so bleibt!

Nichtsdestotrotz machen die Zahlen der Deutschen Bank nur bedingt Mut für den Glauben an die künftige Existenz der Branche. Denn zumindest in der Breite werden wir sicher noch die eine oder andere Bank fallen sehen – hoffentlich ohne großen Einsatz des Staates. Wie ich schon anderer Stelle geschrieben habe, sollte man das ein oder andere Institut wirklich per Insolvenzverfahren „beerdigen“. Zwar wird der Schmerz, wie wir ihn bei Lehman Brothers gesehen haben, zunächst groß sein, aber manchmal führt eben an der notwendigen Marktbereinigung kein Weg vorbei. Aber warten wir ab, ob nicht doch noch die ein oder andere Bank in den Schoß von Vater Staat hüpft – aber Staatsbanken haben wir eigentlich schon genug.


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