ATX: Die Erholung schreitet voran

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Bildquelle: Pressefoto Börse Wien

Es war ein gutes Quartal für den ATX: Mit einem Plus von 16,2 Prozent zwischen Januar und März liegt die Performance des österreichischen Leitindex leicht über jener des marktbreiten europäischen Stoxx 600. Noch weitaus stärker ging es bei einzelnen Indexmitgliedern nach oben. Zertifikate // Austria hat sich die Performancerangliste einmal genauer angesehen und einige Zertifikate herausgepickt, die in den kommenden Monaten gute Ertragschancen bergen sollten.

Klarer Spitzenreiter ist RHI (WKN 874182). Die Anteile des Spezialisten für Feuerfestprodukte legten seit Ende 2014 um 48,4 Prozent zu. Kurstreiber ist eine glänzende Geschäftsentwicklung. Der Konzern verbuchte 2014 zwar einen Ergebnisrückgang, jedoch war dieser in erster Linie Wertminderungen von Vermögenswerten geschuldet. Für 2015 ist RHI aufgrund der erfreulichen Entwicklung beim Auftragseingang optimistisch. Bei einer Umsatzsteigerung von rund drei Prozent soll sich die operative Marge von 8,2 Prozent auf rund neun Prozent verbessern. Mögliche positive Effekte durch den starken Dollar sind da noch gar nicht eingerechnet. Mutige Anleger setzen mit einem Turbo Long-Zertifikat (ISIN DE000CR7SPZ8) von Commerzbank auf eine anhaltende Kursrallye. Das Papier bildet mögliche Kursgewinne mit einem Hebel von 3,9 ab.

Mit einem Zuwachs von 31,9 Prozent seit Jahresbeginn liegt Immofinanz (WKn 911064) auf Platz zwei. Hier ist das Übernahmeangebot durch CA Immo derzeit das alles bestimmende Thema. „Der gebotene Preis entspricht einem Abschlag von annähernd 40 Prozent auf den NAV von 4,40 Euro. Selbst wenn man den Russland-Anteil (rund 1,00 Euro am NAV) komplett bereinigt, beläuft sich der Abschlag immer noch auf 18 Prozent“, rechnen die Analysten der Erste Group Bank vor. „Nach Auslaufen des Angebots erwarten wir, dass sich der Kurs wieder stärker an den Entwicklungen in Russland orientieren wird“, so die Experten. Wir bleiben wegen der Übernahmephantasie bei unserer Long-Empfehlung via Turbo-Zertifikat (ISIN AT0000A195P8) von der Raiffeisen Centrobank (RCB).

Mit Schoeller-Bleckmann (WKN 907391) gab es im ersten Quartal im ATX nur einen einzigen Verlierer. Seit Silvester liegt die Aktie des Ölfeldserviceausrüsters hauchdünn hinten. Schuld ist sicherlich die miserable Ölpreisentwicklung in den zurückliegenden Monaten. Darunter könnten die Geschäfte von SBO leiden. „Wir denken, es ist noch zu früh, um einzusteigen, außer man hat einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont“, so die Analysten der Erste Group Bank. Mit einer Aktienanleihe (ISIN AT0000A1C1G6) von der RCB können Anleger gepuffert einsteigen. Sofern die Barriere von 48,80 Euro niemals verletzt wird, kommt es im Juli 2016 zur Rückzahlung zum Nennwert. Den Kupon von 12,0 Prozent gibt es auf jeden Fall.

Was den Gesamtmarkt betrifft, ist die Bodenbildung des ATX abgeschlossen. Das entscheidende Kaufsignal gelang dem Wiener Leitindex im Februar 2015 mit der Überwindung der 200-Tage-Durchschnittslinie bei rund 2.300 Punkten. Diese Marke dient nun als erste wichtige Unterstützung im Falle einer größeren Korrektur. Nun gilt es, den Widerstand bei 2.600 Zählern zu überwinden. Gelingt das, wäre der Weg bis 2.730 Punkten frei. Dort liegt der Hochpunkt aus dem Jahr 2014, der gleichzeitig ein Dreijahreshoch markiert. Gelingt dem Index auch der Sprung darüber, wäre der Weg bis 3.000 Punkte frei. Dort hatte der ATX im Jahr 2011 nach unten gedreht.

Quelle: Guidants Index-Analysen
Quelle: Guidants Index-Analysen

Was den ATX betrifft, halten wir ein ATX Capped Bonus-Zertifikat von der Erste Group Bank (ISIN AT0000A1DRR0) für interessant. Hier ist im März 2016 ein Ertrag von 18,9 Prozent drin. Dazu darf der ATX allerdings kein einziges Mal auf 2.200 Punkte fallen. Das entspricht einem Puffer von nur 13,5 Prozent. Eine „gemäßigtere“ Variante (ISIN AT0000A1DRQ2) mit der Bonus/Barriere-Kombination 3.500/2.000 Zähler finden Anleger ebenfalls bei der Erste Group Bank. Schwachpunkt beider Papiere ist jedoch das hohe Aufgeld. Daher sollten sich nur risikobewusste Anleger engagieren.

Fazit: Das Capped Bonus-Zertifikat auf den ATX ermöglicht eine Rendite von 5,3 Prozent. Sie wird erreicht, wenn der österreichische Leitindex während der gesamten Laufzeit bis März 2016 stets oberhalb der Marke von 2.000 Punkten notiert. Der Index darf also um bis zu 21,4 Prozent fallen, ohne die Maximalrendite zu gefährden. So tief stand der ATX zuletzt im Oktober 2014. Aufgrund des großen Risikopuffers wäre das Papier zwar grundsätzlich auch für konservative Anleger zur Depotbeimischung geeignet. Jedoch sollten Anleger aufgrund des hohen Aufgelds von 30,6 Prozent eine Portion Risikobereitschaft mitbringen. Wenn der ATX die Barriere verletzt, erfolgt die Rückzahlung wie bei einem Index-Zertifikat, die Rückzahlung orientiert sich also an der Entwicklung des Basiswertes seit Emission.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Pressefoto Börse Wien


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