Darum entscheiden sie nicht

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Senti25032015-230x180Eigentlich sind sich viele Marktteilnehmer darüber einig, dass die US-Notenbank im Juni dieses Jahres oder auch erst im September die Zinswende einläuten wird. Manche sprechen neuerdings sogar erst von Dezember 2015. Auch innerhalb des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) wird mittlerweile erkennbar, dass sich selbst grundsätzliche Befürworter einer tendenziell lockeren Geldpolitik für eine erste Zinserhöhung in diesem Jahr aussprechen. Dies geht aus den jüngsten Wortmeldungen von Fed-Vizepräsident Stanley Fischer, James Bullard (Fed St. Louis), John Williams (Fed San Francisco) und Denis Lockhart (Fed Atlanta) hervor, die jedoch teilweise derzeit nicht stimmberechtigt sind.

Unter dem Strich gewinnt man den Eindruck, dass ein erster Zinsschritt nicht nur gerechtfertigt, sondern von den Finanzmärkten bereits eingepreist ist. Warum also nicht bald die Leitzinsen um 25 Basispunkte oder etwas mehr erhöhen? Ohnehin wird man für einen derartigen Schritt nie den richtigen Augenblick erwischen, und genau das scheint auch die größte Angst innerhalb des FOMC zu sein. Nichts wäre schlimmer, als eine Zinserhöhung vorzunehmen, die man hinterher angesichts einer konjunkturellen Abkühlung – wie es vor Jahren der Bank von Japan nicht nur einmal erging – womöglich wieder zurücknehmen müsste.

Gerade in den jüngsten Bemerkungen Stanley Fischers anlässlich eines Vortrags in New York tritt diese Entscheidungsproblematik besonders deutlich zu Tage. Nicht nur dass sich der Fed-Vize bezüglich des Zeitpunkts für eine Zinswende nicht festlegen möchte…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.
Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

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