Wochenrückblick KW12: DAX von den Bullen belagert, Commerzbank vor einer weiteren Erholung

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Wieder ist eine Rekordwoche im DAX zu Ende gegangen. Wer hätte denn Anfang des Jahres geglaubt, dass der deutsche Leitindex mal eben so die 12.000er-Marke nimmt – vermutlich nicht allzu viele. Doch so ist Börse eben manchmal. Da heißt es dann die Trends mitnehmen und Gewinne einfach laufen lassen. Und wenn dann unter der Woche noch so feine Börsianer-Comedy wie von der Fed-Chefin Janet Yellen geboten wird, ist das Anlegerherz doch glücklich. Letztlich war die Pressekonferenz nach der Fed-Sitzung eher etwas für Anglisten, als für Investmentprofis. Nirgends sonst wird über das Weglassen von Wörtern und die Bedeutung
des verbliebenen Textes so diskutiert wie bei Notenbanken und im Literaturseminar. So bedeutet das Weglassen des Wortes „geduldig“ noch lange nicht, dass man ungeduldig ist. Da muss man erst einmal drauf kommen. Letztlich heißt das für die Notenbanker in Washington: Wir kochen auch nur mit Wasser. Wenn die Inflation zu niedrig ist, gehen die Zinsen eben etwas später hoch. So einfach hätten es die Kollegen von der Europäischen Zentralbank auch gerne gehabt. Neben der Griechenland-Krise stand in dieser Woche auch noch die Eröffnung des neuen EZB-Sitzes im Frankfurter Ostend auf der Agenda. Die Freude darüber war so groß, dass es zu Straßenschlachten kam, wie man sie sonst seit den 1970er Jahren in der Main-Metropole nicht mehr gesehen hat.
Mitten drin: die beiden großen deutschen Bankhäuser Deutsche Bank (WKN 514000) und Commerzbank (WKN CBK100). Während der Branchenprimus in der kommenden Woche Zahlen vorlegen wird, steht die Nummer 2 nach dem Befreiungsschlag vor 10 Tagen nicht mehr so ganz im Fokus. Das könnte sich angesichts der Deutschen-Bank-Bilanz ändern. Vielleicht gelingt der Commerzbank-Aktie dann endlich der von vielen erhoffte Ausbruch. In den letzten 11 Monaten war bei Kursen von knapp 13 Euro stets das Ende der Fahnenstange erreicht worden.

Aus Deutschland

Zuletzt hatten Anleger beim Spezialchemiekonzern Lanxess (WKN 547040) auf eine rasche Erholung gesetzt und der Aktie in wenigen Monaten zu einem steilen Kursplus verholfen. Doch wie der Ausblick des Unternehmens auf das laufende Geschäftsjahr 2015 zeigt, dürfte diese Erholung weniger schnell vonstattengehen, als gedacht. Mehr dazu hier.
Mit Bayer (WKN BAY001) und Volkswagen (WKN 766403) liefern sich zwei Unternehmen derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die höchste Marktkapitalisierung im DAX. Kurzfristig hat Europas größter Automobilkonzern wieder die Führung übernommen, auch weil einige Analysten ihre Prognosen für die Wolfsburger zuletzt teilweise deutlich nach oben geschraubt und die VW-Aktie damit weiter beflügelt haben. Mehr dazu hier.
Am Dienstagvormittag hatte es für die Aktie des Kasseler Salz- und Düngemittelherstellers K+S (WKN KSAG88) mit einem deutlichen Plus zur DAX-Spitze gereicht. Doch im weiteren Handelsverlauf hat der Titel diese Spitzenposition verloren. Trotzdem bleibt die K+S-Aktie im Plus, nachdem das Unternehmen mit den 2014er-Zahlen und dem Ausblick für 2015 überzeugen konnte. Mehr dazu hier.
Irgendwie hat derzeit jedes Unternehmen eine schicke „Strategie 2020“. Beim Staplerhersteller Kion (WKN KGX888) ist das nicht anders. Das Unternehmen, das erst im September 2014 in den MDAX aufgenommen wurde, möchte bis zum Ende dieses Jahrzehnts Toyota Industries von der Weltmarktspitze verdrängen. Hilfreich wird es sein, wenn man 2015 wie nun prognostiziert die vielen Rekordwerte aus dem Vorjahr noch einmal übertrifft. Unsere Einschätzung dazu hier.
Beim Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Drägerwerk (WKN 555063) will man sich nicht lange mit der Vergangenheit aufhalten. Statt dem wenig berauschenden Geschäftsjahr 2014 nachzutrauern, sollen teilweise radikale Sparmaßnahmen die Profitabilität mittelfristig steigern. Anlegern und auch Analysten gefällt’s. Mehr dazu hier.

Internationales

Der Mega-Deal, der den mit Abstand weltgrößten Baustoffkonzern hervorbringen sollte, stand kurz vor dem Aus. Doch nun haben sich die Konkurrenten des deutschen Zementherstellers HeidelbergCement (WKN 604700), Holcim (WKN 869898) aus der Schweiz und Lafarge (WKN 850646) aus Frankreich, doch noch einigen können. Unsere Einschätzung dazu hier.
Zwischenzeitlich keimte beim Ölbohrkonzern und Tiefsee-Bohrspezialisten Transocean (WKN A0REAY) die Hoffnung auf, dass es in Richtung Comeback gehen könnte. Dafür hatten die 2014er-Ergebnisse, die nicht ganz so schlimm wie befürchtet ausgefallen waren, ausgereicht. Nun scheinen jedoch die gefallenen Ölpreise wieder voll durchzuschlagen. Mehr dazu hier.
Überall am Markt wird derzeit über die Folgen der stark gefallenen Rohölpreise gesprochen. Dabei konnte sich der österreichische Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) (WKN 907391) im Gesamtjahr 2014 in einem schwierigen Umfeld ordentlich schlagen. Allerdings wird die Situation erst einmal nicht besser. Mehr dazu hier.
Beim Debut von Apple (WKN 865985) im altehrwürdigen Dow Jones Index musste man unweigerlich an den ersten Tag in der Schule denken. Doch mit einer Marktkapitalisierung von fast 750 Mrd. US-Dollar dürfte der Apfelkonzern die anderen Kinder, selbst die ältesten und stärksten, auf dem Schulhof problemlos kräftig herumschubsen können. Mehr dazu hier.
An den Geschäftsergebnissen zum ersten Quartal (Ende Februar) des Geschäftsjahres 2014/15 gab es bei Adobe Systems (WKN 871981) bis auf den Abonnenten-Zuwachs wenig auszusetzen. Doch genau dieses Wachstum schauen sich Investoren ganz genau an, wenn sich ein Unternehmen weg vom Verkauf von Programmen hin zu einem Abo-Modell bewegt. Mehr dazu hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

Nachdem die meisten US-Unternehmen ihre Zahlen für das Schlussquartal 2014 vorgelegt und die Konzerne hierzulande schon vorläufige Jahresergebnisse für 2014 präsentiert haben, folgen nun auch die endgültigen Zahlen. In der kommenden Woche berichten u.a.: American Apparel, Continental, Nordex, Talanx (Montag); Deutsche Bank, Evotec, FUCHS PETROLUB, McCormick (Dienstag); HB Fuller, Jungheinrich, Kontron, KUKA, LEG Immobilien, NORMA Group, Patrizia Immobilien, Paychex, Red Hat, Ströer Media, XING, zooplus (Mittwoch); BayWa, Carnival, ConAgra, Deutsche Wohnen, freenet, JENOPTIK, TAG Immobilien, United Internet, Vossloh (Donnerstag); BlackBerry, CTS EVENTIM, Manz, Salzgitter, Villeroy & Boch (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
15:00 US Verkauf bestehender Häuser (Februar)
16:00 EU Verbrauchervertrauen (März)

Dienstag
09:30 DE Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (März)
09:30 DE Einkaufsmanagerindex Dienste (März)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (März)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Dienste (März)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Gesamt (März)
13:30 US Verbraucherpreise (Februar)
14:00 US FHFA Hauspreisindex (Januar)
15:00 US Neubauverkäufe (Februar)

Mittwoch
10:00 DE ifo-Geschäftsklima (März)
13:30 US Auftragseingang Investitionsgüter (Februar)
13:30 US Auftragseingang langlebige Güter (Februar)

Donnerstag
08:00 DE GfK Konsumklima (April)
13:30 US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)

Freitag
08:00 DE Einfuhrpreise (Februar)
13:30 US BIP (Q4)
15:00 US Verbrauchervertrauen Uni Michigan (März)

Bildquelle: dieboersenblogger.de


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