Schlussgong: Fuchs Petrolub überzeugt auch in der Krise

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An den Aktienmärkten wurde heute erneut der Rückwärtsgang eingelegt. Speziell die schwachen Dell-Zahlen – gestern im Schlussgong bereits als Belastungsfaktor angesprochen – drückten auf die Stimmung. Die Dell-Aktie verlor heute fast 10%.

Gegen Handelsschluss setzten an der Wall Street jedoch wieder Käufe ein. Die Indizes hätten fast noch die Verluste ausgleichen können. Der kleine Zwischenspurt reichte zumindest, um beim Dow-Jones-Index auf Wochenbasis ein kleines Plus zu retten.

Fuchs Petrolub läuft auch in der Konjunkturkrise wie geschmiert

In Deutschland konnte heute die im MDax notierte Vorzugsaktie von Fuchs Petrolub gegen den negativen Trend leicht zulegen. Die relative Stärke überrascht auch nicht, wenn man einen Blick auf die erstklassigen 9-Monats-Zahlen wirft. Im 3. Quartal konnte das Unternehmen überraschend einen neuen Rekordgewinn auf Quartalsbasis präsentieren.

Aber Fuchs Petrolub ist an sich kein Unternehmen, das man aufgrund von einzelnen Quartalszahlen beurteilen sollte. Der weltweit größte unabhängige Schmierstoffhersteller stand vor 10 Jahren mit dem Rücken zur Wand. Wenig Gewinn, wenig Eigenkapital, dafür aber eine Nettoverschuldung in Höhe von 350 Mio. Euro. So sah im Jahr 2001 die recht trostlose Lage aus.

Wie der Phönix aus der Asche

Der aktuelle Stand: Die Nettoverschuldung lag Ende September 2009 nur noch bei 24 Mio. Euro und wird sich, wenn nicht eine überraschende Investitions-Chance im 4. Quartal auftaucht, bis Ende des Jahres in ein Nettoguthaben verwandeln. Die Eigenkapital-Quote liegt bei über 50%. In den knapp 10 Jahren ist der Gewinn von 20 auf über 100 Mio. Euro gestiegen.

Die Belohnung an der Börse: Die Fuchs-Aktie ist seit 2001 von 5 auf aktuell über 60 Euro gestiegen. Zusätzlich gab es jedes Jahr eine Dividende. Die Gesamtperformance ist also überragend. Auf eine ähnlich gute Performance könnte in einigen Jahren auch der gestern im Schlussgong vorgestellte Nebenwert Aixtron kommen. Die Gewinndynamik ist phantastisch.

Vergleich Aixtron versus Fuchs

Die Chancen sind also auch bei Aixtron groß, aber wie wie sieht es mit dem Risiko aus, um das Chancen-Risiko-Verhältnis beurteilen zu können? Die Aktie von Fuchs Petrolub hatte von 2001 bis 2009 nie eine KGV-Bewertung von über 20. Bei Aixtron liegt das KGV bei 88 und könnte bis 2011 bei stagnierenden Kursen und stark steigenden Gewinnen auf 22 fallen.

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) lag bei Fuchs nie über 1,5 – bei Aixtron kommen wir auf einen Wert von fast 10. Wenn der Börsenwert zehnmal so hoch ist wie der Jahresumsatz und der Gewinn immer nur eine kleine Teilmenge des Umsatzes ist, dann heißt das: Jede Gewinnwarnung, jede Abweichung vom Gewinnwachstum, droht zu einem Kursdebakel zu werden.

Bei Fuchs Petrolub war der Druck durch das niedrige KGV (viele Jahre unter 10) und das niedrige KUV (viele Jahre unter 1) viel geringer. Einzelne schwache Quartale sorgten nur kurzfristig für etwas Druck. Der Kursanstieg von 5 auf 60 Euro konnte von den Fuchs-Aktionären relativ entspannt betrachtet werden. Vor den Quartalszahlen gab es kein großes Zittern.

Kursrakete oder VW-Käfer

Die Königsfrage lautet jetzt natürlich: Welche Aktie hat heute, im November 2009, das größere Potenzial? Da ich persönlich gerne ruhig schlafe, gefällt mir die Schmierstoff-Aktie besser. Der Weg nach oben hat bei dieser Aktie weniger Kurven. Die Fuchs-Aktie ist wie ein VW-Käfer: Man kommt langsamer ans Ziel, aber dafür erreicht man das Ziel mit sehr großer Wahrscheinlichkeit.

Aixtron hat ein phantastisches Comeback geschafft, doch in der Vergangenheit gab es auch immer wieder Enttäuschungen. Das ist eine Kursrakete für kurzfristig agierende Trader, die sofort auf neue Meldungen und Trends reagieren können.


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