Breiter US-Aufschwung: Die Inflation kommt!

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

In den USA ist wirtschaftlich gesehen nicht alles Gold, was glänzt. Trotzdem ist das Land vielen anderen in der Krisenbewältigung Jahre voraus.

Mit den Arbeitsmarktzahlen für Februar sind gleich mehrere positive Nachrichten geglückt. Mit 5,5% ist die Arbeitslosenrate so niedrig wie seit Mai 2008 nicht mehr. Die Menschen in Arbeit verdienen zwar real etwas weniger als vor der Krise, aber wahrscheinlich gilt derzeit noch das Motto: besser Arbeit mit niedrigem Lohn als überhaupt keine Arbeit.

Gleichzeitig zu einer Arbeitslosenrate, die fast schon an Vollbeschäftigung grenzt, sank die Rate vergangenes Jahr erstmalig seit 30 Jahren in allen Bundesstaaten. Das ist eine starke Leistung. Bei über 50 Bundesstaaten ist es gar nicht so leicht, überall den gleichen Trend zu haben. Die wirtschaftlichen Bedingungen sind ja dann doch in jedem Landesteil etwas anders.

Quelle: Guidants Index-Analysen

Wenn man jetzt einmal nicht davon ausgeht, dass das nur reiner Zufall war, dann ist das eine wirklich gute Nachricht. Die USA, mit all ihren Staaten, haben einen flächendeckenden Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt. Wie gesagt, das gab es seit 30 Jahren nicht mehr.

Enttäuschend waren bei den Daten die Entwicklungen an der Lohnfront. Die durchschnittlichen Stundenlöhne sind so gut wie nicht gestiegen. Schon lange wird darauf gewartet, dass die Menschen nicht nur nominal etwas mehr verdienen, sondern auch real. Steigende Löhne würden sich früher oder später auch in höhere Inflation umsetzen. Bisher wurden die Hoffnungen enttäuscht. 2015 ist es nun aber soweit. Vieles deutet auf einen Trendwechsel hin. Die Löhne dürften steigen.

Grafik 2 zeigt die Arbeitslosenrate, das jährliche Wachstum der Stundenlöhne soweit die Jahresinflationsrate. Inflation und Stundenlöhne gehen Hand in Hand. Negativ korreliert ist die Arbeitslosenrate. Das macht Sinn. Sind mehr Menschen arbeitslos, dann lassen sich kaum Lohnsteigerungen erzielen. Es gibt zu viele Menschen, die arbeiten könnten. Dem Gesetzt von Angebot und Nachfrage nach ist es schwierig bei einem Überangebot von Arbeit Lohnerhöhungen durchzusetzen.

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Die Stundenlöhne wachsen derzeit kaum. Gleichzeitig fällt die Inflation. Das ist nicht verwunderlich. Woher soll die Inflation auch kommen, wenn die Nachfrage nicht überdurchschnittlich steigt? Die Nachfrage kann nur überdurchschnittlich steigen, wenn die Löhne wachsen. Das führt zu einer erhöhten Nachfrage und kleinen Kapazitätsengpässen. Die Preise für Waren würden steigen. Die Inflation wäre da.
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Um den Zusammenhang von Arbeitslosenrate und Stundenlöhnen besser darzustellen zeigt Grafik 3 die inverse Arbeitslosenrate. Je höher der Wert ist, desto niedriger ist die Rate. Auf diese Art laufen dann Inflation, Stundenlöhne und Arbeitslosenrate parallel. Seit Beginn der Krise driften sie jedoch auseinander. Die Inflation sinkt, obwohl die Arbeitslosigkeit zurückgeht. Das bleibt wahrscheinlich nicht mehr lange so. Die Stundenlöhne fingen historisch dann an überproportional zu steigen, wenn die Arbeitslosenrate unter 5,5% fiel. An diesem Punkt sind wir nun angelangt. Es ist daher zu erwarten, dass die Stundenlöhne noch im ersten Halbjahr 2015 deutlich anziehen werden. Die Inflationsrate folgt dann schnell.

Es erscheint zwar vollkommen unwahrscheinlich, aber es ist tatsächlich möglich, dass die Notenbank die Zinsen doch rascher anheben muss als gedacht. Nimmt die Inflation erst einmal Fahrt auf, dann hält sich der Trend erst einmal für längere Zeit. Beginnen gleichzeitig die Ölpreise wieder zu steigen, dann ist das Inflationsziel von 2% sehr schnell überschritten.

Autor: Clemens Schmale, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de.

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