OMV: „Fit for fifty“

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Bildquelle: Pressefoto OMV

Der drastische Ölpreisverfall in der zweiten Jahreshälfte 2014 hat tiefe Spuren in der Bilanz von OMV (WKN 874341) hinterlassen: Die Erlöse gingen um 15 Prozent auf 35,9 Mrd. Euro zurück. Das Betriebsergebnis (Ebit) brach um 59 Prozent auf 1,054 Mrd. Euro ein, und der Nettogewinn schrumpfte um zwei Drittel auf 613 Mio. Euro. Im vierten Quartal 2014 drehte das Ergebnis unterm Strich sogar von plus 59 Mio. Euro auf minus 344 Mio. Euro. Trotz des Einbruchs soll die bisherige Dividendenpolitik fortgesetzt werden. Deshalb wird der Vorstand der Hauptversammlung erneut eine Ausschüttung von 1,25 Euro je Aktie vorschlagen. Das ist mehr als das Ergebnis je Anteilschein, das im Vorjahr um 69 Prozent auf 1,09 Euro einbrach.

Für das laufende Jahr stellt sich OMV auf anhaltend niedrige Ölpreise ein. Während der Preis für ein Barrel Brent derzeit um 60 Euro liegt, rechnet der Konzern für 2015 mit 50 bis 60 Dollar je Fass. Die OMV sei „fit for fifty“ – ein gesundes Unternehmen auch bei einem Ölpreis-Szenario von 50 Euro pro Fass, betonte OMV-Chef Gerhard Roiss bei der Präsentation der 2014-Bilanz. Um in diesem Umfeld profitabel zu bleiben, will Roiss „jeden Euro dreimal umdrehen, bevor wir ihn ausgeben“. Bis 2017 will OMV jährlich 2,5 bis drei Mrd. Euro investieren, davon 80 Prozent in den Produktionsbereich. Das Produktionsziel von 400.000 Barrel Öl-Äquivalente pro Tag (boe/d) für 2016 wird aufrechterhalten.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Die OMV-Aktie konnte sich von ihren Tiefständen zuletzt deutlich lösen. Darin spiegelt sich die Erholung der Ölpreise wider. Wenn die Aktie noch ein kleines bisschen weiter steigt – von aktuell 24,00 Euro auf 25,50 Euro – können Anleger im September 2015 mit einem Discount-Zertifikat (ISIN DE000HY5K655) von UniCredit onemarkets einen Ertrag von 14,2 Prozent erzielen. Da das Rabatt-Papier günstiger zu haben ist als die Aktie selbst, ist aber auch dann eine attraktive Seitwärtsrendite von 7,4 Prozent drin, wenn sich der Basiswert nicht von der Stelle bewegt.

Sollte Roiss‘ Worst-Case-Szenario eines wieder fallenden Ölpreises eintreten, dürfte die OMV-Aktie erneut unter Druck geraten. In diesem Fall ist ein Mini Future Bear-Zertifikat (ISIN DE000HY026B7) von UniCredit onemarkets interessant. Das Papier wandelt Kursverluste der Aktie mit einem Hebel von 1,9 in Gewinne um. Da der Mechanismus auch umgekehrt wirkt, empfiehlt es sich, nach dem Einstieg einen Stoppkurs zu setzen.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Pressefoto OMV


1 KOMMENTAR

  1. Wohin zieht der Ölpreis?
    OMV ist sicherlich eine sehr gut geführte Ölgesellschaft. Jedoch die Anleger
    dürfen hier die mittelfristigen Perspektiven nicht übersehen; wenn der
    Starinvestor „Warren Buffett“ sich schon von seinen Anteilen bei Ölfirmen
    weitgehend getrennt hat, war dies bestimmt nicht aus Geldmangel. In der
    Chefetage geht man davon aus, dass durch die bessere Ausbeutung der
    Ölfelder in Amerika,- noch über Jahre- ein ausreichendes Angebot an Öl
    für den Markt zur Verfügung steht. Auch hier gilt, Kriege und sonstige
    Kapriolen können den Ölpreis beeinflussen. Der Öl und Gaspreis wird
    sich wahrscheinlich kurzfristig auf ein niedriges Niveau einpendeln. Die
    Gewinne der Ölgesellschaften werden sich hier dem Umfeld anpassen.
    Einzelne Ölgesellschaften wie OMV können unter dem verschärften
    Wettbewerb leiden. Anleger die das Geld nicht kurzfristig benötigen,
    sollten die Aktie bei einem Kursrisiko von 30 % weiter halten. Keine
    Kaufempfehlung

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