EUR/USD (Big Picture) – Erholung bereits wieder vor dem Aus?

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Bildquelle: EZB

Noch steht das Jahr 2015 bei EUR/USD im Zeichen einer kleinen Aufwärtsbewegung. Allerdings fehlt charttechnisch gesehen nicht mehr viel und das Erholungs-Kartenhaus könnte in sich zusammenfallen.

Seit Mai 2014 befindet sich das Währungspaar EUR/USD in einem massiven Abwärtstrend, der mit einem Doppeltop bei 1,396 USD seinen Ausgang genommen hatte. In den folgenden Monaten fiel der Wert in einer geradlinigen und hochdynamischen Verkaufswelle unter die Unterstützungen bei 1,345 und 1,315 USD und setzte nach diesen mittelfristigen Verkaufssignalen an den Bereich der Unterstützung bei 1,244 USD zurück. Von November bis Ende Dezember 2014 unternahmen die Bullen einen ersten nennenswerten Stabilisierungsversuch, der jedoch am Widerstand bei 1,256 USD scheiterte. Mit dem Bruch des bisherigen Verlaufstiefs bei 1,224 USD nahm die Abwärtsbewegung wieder Fahrt auf. Im Januar brach das Devisenpaar in einer nochmals deutlich steileren Verkaufswelle schließlich auch unter das Tief des Jahres 2012 bei 1,204 USD ein. Damit wurde ein weiteres langfristiges Verkaufssignal ausgebildet, das eine massive Stoplosswelle auslöste.

Innerhalb weniger Wochen fiel EUR/USD auch unter die Haltemarken bei 1,187 USD und 1,164 USD zurück und markierte im Januar 2015 mit 1,109 USD den tiefsten Stand seit September 2003. Kurz vor der Unterstützung bei 1,106 USD konnten die Käufer Ende Januar eine erste marginale Erholung einleiten, die den Wert wieder in Richtung der 1,150 USD-Marke antrieb. Bislang konnte dieser Preisbereich jedoch nicht durchbrochen werden. Vielmehr scheiterten die Erholungsversuche der Käuferseite mehrfach bei 1,150 USD. In dieser Woche kommt EUR/USD bereits wieder unter Druck und droht damit die kurzfristigen Zugewinne direkt wieder abzugeben.

EUR/USD – Mittelfristiger Ausblick:

Sollte die Schwäche der Euro-Bullen weiter anhalten und EUR/USD entsprechend unter die Zwischenunterstützung bei 1,126 USD einbrechen, dürfte es zu einem Ausverkauf an den Unterstützungsbereich von 1,106 bis 1,109 USD kommen. An dieser Stelle hätten die Käufer zunächst die Chance das Paar ein zweites Mal zu stabilisieren und einen erneuten Anstieg an die 1,150 USD-Marke einzuleiten. Eine solche Gegenbewegung würde den nächsten Abwärtsimpuls jedoch nur zeitlich nach hinten verlagern.

Wird die 1,106 USD-Marke dagegen direkt durchbrochen, müsste man auch die Erholung der letzten Wochen als Episode innerhalb einer brachialen Abwärtsbewegung abhaken. In diesem Fall sollte der Wert auf kurze Sicht bis an die 1,076 USD-Marke abverkauft werden. Das Zwischentief aus dem Jahr 2003 dürfte dem Ansturm der Bären allerdings nur wenig Widerstand bieten. Vielmehr ist aufgrund der enormen übergeordneten Abwärtsdynamik auch mit einem Unterschreiten dieser Marke zu rechnen. Damit würde sich der Kurseinbruch mittelfristig bis an die Unterstützung bei 1,050 USD ausdehnen. Auf diesem Niveau stünden die Chancen jedoch gut, dass sich zumindest eine mehrwöchige Stabilisierungsphase und eine deutlichere Erholung anschließen könnten.

Sollte EUR/USD dagegen über den starken Widerstand bei 1,150 USD ausbrechen, wäre zwar ein kleines Kaufsignal aktiviert, dessen Potenzial allerdings eng begrenzt: Denn bei 1,164 USD wartet bereits der erste ernstzunehmende Widerstand, der eine beginnende Aufwärtsbewegung wieder im Keim ersticken dürfte. Erst ein nachhaltiger Anstieg über diese Kursbarriere könnte zu einer signifikanten Gegenbewegung führen, die EUR/USD in Richtung des Kreuzwiderstandes bei 1,187 USD antreiben dürfte. Ob diese Marke in Richtung des früheren Mehrjahrestiefs bei 1,204 USD durchbrochen werden kann, muss aufgrund der derzeitigen Schwäche des Paares jedoch bezweifelt werden.

EUR/USD Tageschart

Quelle: Guidants Devisen-Analysen
Quelle: Guidants Devisen-Analysen

Autor: Thomas May, Charttechnischer Analyst bei GodmodeTrader.de.

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Bildquelle: EZB


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