Telekom Austria: Mexikaner greifen durch

0
Bildquelle: Pressefoto Telekom Austria

Nach Abschluss der Übernahme von Telekom Austria (WKN 588811) will der neue Mehrheits-eigentümer América Móvil den Konzern auf Wachstum trimmen. „Das wichtigste Ziel ist Umsatzwachstum. In den vergangenen Jahren ist die Telekom Austria geschrumpft“, sagte Mitte Jänner América Móvil-Finanzvorstand Carlos Garcia Moreno zur Wochenzeitschrift News. „Der Gewinn wächst mit dem Umsatz mit, wenn man die Kosten im Griff hat. Und dafür werden wir sorgen“, so Moreno.

Über das österreichische Unternehmen als Anker-Investment wollen die Mexikaner künftig in Europa zukaufen. „Ich denke, wir stehen am Beginn einer mehrjährigen Konsolidierung am europäischen Telekommarkt. Da wird es sicher die eine oder andere gute Chance auf Zukäufe geben“, sagte Moreno dem Blatt. Sollten die Zukäufe direkt über Telekom Austria erfolgen, werde América Móvil „auch das Thema Kapitalerhöhung in Erwägung ziehen“, so der Finanzchef. Bereits kurz nach dem Interview hat Telekom Austria vages Interesse an der staatlichen serbischen Telekom Srbija signalisiert. Auch im operativen Geschäft gibt es Handlungsbedarf: „Wir müssen abwägen, ob viele verschiedene Marken gut sind. Sehen Sie sich Konzerne wie Vodafone oder T-Mobile an. Die haben eine internationale Marke“, sagte Moreno.

Die Aktie von Telekom Austria hat den Kurseinbruch nach Ablauf des Übernahmeangebots gut weggesteckt und zeigt sich deutlich erholt.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Die Aussagen Morenos kamen an der Börse gut an. Seit Mitte Januar ist die Aktie wieder im Aufwind und konnte seitdem um fast 15 Prozent auf rund 5,80 Euro zulegen. Analysten sehen noch Potenzial. Beispielsweise hat die Investmentbank HSBC das Anlagevotum für die Telekom Austria-Aktie von „Underweight“ auf „Overweight“ angehoben. Das Kursziel wurde zwar von 7,15 Euro auf 6,50 Euro angepasst. Doch diese Marke liegt rund zwölf Prozent über der aktuellen Notiz.

Sollte sich die Aktie dem HSBC-Kursziel annähern, können Anleger mit einem Turbo Long-Zertifikat (ISIN AT0000A1BFS7) von der Raiffeisen Centrobank (RCB) überproportional von dem Kursanstieg profitieren. Das Papier bildet Gewinne der Aktie mit einem Hebel von 3,6 ab. Weniger riskant ist ein bis Januar 2016 laufendes Discount-Zertifikat (ISIN AT0000A1BF48). Um hier die Maximalrendite von 7,2 Prozent zu erzielen, reicht es aus, wenn die Telekom-Aktie am Laufzeitende mindestens bei 5,50 Euro steht. Der Kurs darf also sogar leicht fallen, ohne den Maximalertrag zu gefährden.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Pressefoto Telekom Austria


HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here