Wochenrückblick KW06: Commerzbank profitiert nur von der EZB, DAX-Bullen in Wartestellung

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Es gibt dieser Tage kaum eine Nachrichtensendung, die nicht mit den neuesten Schlagzeilen rund um Griechenland aufmacht. Kein Wunder, für das politische Brüssel ist die neue Regierung in Athen eine Art rotes Tuch. Widerstand gegen die Meinungen der EU-Oberen wird eben nicht gerne gesehen. Am Ende werden sich aber beide Seiten bewegen (müssen). Griechenland wird Geld und Zeit bekommen, die EU wiederum wird auch irgendetwas Vorzeigbares „verhandeln“. Die Griechenland-Krise wird wieder aus den Schlagzeilen verschwinden – ohne schnelle Rettung. Da die Helenen den Euro nicht werden verlassen dürfen – die EU wird dies um jeden Preis verhindern – dürfte die wirtschaftliche Entwicklung auch in den kommenden Jahren nur sehr langsam von Statten gehen. Der Euro ist hierbei ein Hemmschuh, der allerdings nicht zur Disposition steht. Die Rückkehr zu eigenen Währungen wäre aus ökonomischer Sicht der einfachste Weg, die griechische Volkswirtschaft voranzubringen. Doch das wird nicht passieren. Dies gilt zumindest so lange die EZB mit ihren Mitteln den Laden zusammenhalten kann. Dass es dabei nicht langweilig wird, wird man in nächster Zeit bei der Dänischen Krone sehen. Deren Euro-Bindung wird mit Sicherheit getestet werden. Für Aktienanleger ist derweil alles beim alten: Der DAX bleibt auf Rekordkurs. Störfeuer kamen derweil vom US-Arbeitsmarkt, der im Januar weitaus stärker als erwartet auf Touren gekommen ist. Zudem waren Revisionen der Vormonate unerwartet positiv. Dennoch sind neue Allzeithochs im DAX wohl nur eine Frage der Zeit.
Weit weg von einem Allzeithoch ist dagegen die Aktie der Commerzbank (WKN CBK100). Auch wenn die zweitgrößte deutsche Bank in der kommenden Woche Zahlen vorlegen wird, ist das Papier weit von einem „tollen“ Investment entfernt. Der Kurs pendelte sich zuletzt um die 11 Euro ein. Perspektiven gibt es derzeit einzig durch die lockere EZB-Geldpolitik. Vielleicht kommen auch einige Impulse seitens der Veröffentlichung am Donnerstag, sicher sein kann man sich da aber nicht.

Aus Deutschland

Angesichts der starken Absatzzahlen kommt es wenig überraschend, dass Daimler (WKN 710000) nun auch bei den Umsätzen und auch auf der Ergebnisseite überzeugen konnte. Während die Aktionäre mit einer höheren Dividende an diesem Erfolg beteiligt werden, ist es gut zu hören, dass die Schwaben 2015 noch mehr Gas geben wollen. Unsere Einschätzung dazu hier.
Der Automobilzulieferer Continental (WKN 543900) konnte im Januar erstmalig die 200-Euro-Marke überschreiten. Damit gelang es dem DAX-Titel auch die Marktkapitalisierung auf über 40 Mrd. Euro zu steigern. Die operative Stärke des Konzerns lässt jedoch noch weitere Kursgewinne zu, so dass auch auf diesem Rekordkurs-Niveau noch Potenzial besteht. Mehr dazu hier.
Bei der Infineon-Aktie (WKN 623100) herrscht seit Oktober Kauflaune. Die Aktie konnte von Tiefstkursen unter 7 Euro bis auf knapp 10 Euro steigen. Doch angesichts des Euro/Dollar-Kurses könnte die Rallye soagr noch einige Zeit weiter gehen. Nach dem starken Ausblick haben auch immer mehr Analysten das Papier auf dem Zettel. Mehr dazu hier.
Trotz eines durch hohe Umbaukosten verursachten Quartalverlusts von 39 Mio. Euro kommen die neuesten Zahlen des Leuchtmittelherstellers Osram (WKN LED400) an der Börse gut an. Immerhin setzt der Konzernumbau auf der Ergebnisseite neue Kräfte frei, während der Trend hin zur LED-Technologie Wachstumschancen bereithält. Ein möglicher Spielverderber bleibt aber dennoch. Mehr dazu hier.
Es gibt genug blöde Sprüche über das Steigen von Aktien und dem anschließenden Fall. Auch bei Hugo Boss (WKN A1PHFF) konnten wir das zuletzt immer wieder lesen. Es ist ja auch so einfach: Erwartungen verfehlt, und dann wird die Aktie augenscheinlich abgestraft. Ganz einfach. Zumindest für manchen Börsianer, wie wir hier schreiben.
Heidelberger Druck (WKN 731400) kommt derzeit auf keinen grünen Zweig. Neben dem zuletzt schwächelnden Neugeschäft in China sorgte der Konzernumbau des SDAX-Unternehmens nach neun Monaten im laufenden Geschäftsjahr dafür, dass die Verluste vergrößert wurden. Mehr dazu hier.

Internationales

Der weltgrößte Autobauer Toyota Motor (WKN 853510) kommt so richtig in Fahrt. Die Japaner haben nun die Jahresprognose angehoben. Langfristig engagierte Anleger können sich freuen, dass sie so lange bei dieser Aktie ausgeharrt haben. Denn wir haben schon ganz andere Zeiten bei diesem Auto-Wertpapier gesehen…
In den vergangenen sieben Jahren war Sony (WKN 853687) für vieles bekannt, jedoch nicht für Prognoseanhebungen. Doch nun zeigte man sich nach neun Monaten für das im März endende Geschäftsjahr optimistischer. Und an den Finanzmärkten fragt sich jeder, ob dem Elektronik-Riesen nun tatsächlich der Turnaround gelingen kann.
Die Dividende ist sicher und sie steigt trotz sinkender Ölpreise sowie schrumpfender Gewinne. Diese Nachricht feiern Anleger heute im Fall des britischen Mineralölkonzerns BP (WKN 850517). Es stellt sich jedoch die Frage, wie lange die Dividende unangetastet bleiben kann, wenn das Unternehmen selbst von anhaltend niedrigen Ölpreisen ausgeht.
Bei Twitter (WKN A1W6XZ) hat man nun schon seit längerer Zeit betont: Schaut nicht stumpf auf unser schwaches Wachstum bei den Nutzerzahlen. Gestern Abend scheinen es Anleger dann verstanden zu haben. Denn trotz einer enttäuschenden User-Statistik im vierten Quartal und weiterhin roter Zahlen schoss die Aktie in die Höhe. Mehr dazu hier.
Bei einem Blick auf die starken Quartalsergebnisse bei Gilead Sciences (WKN 885823) und die sonstigen Ankündigungen, die das Unternehmen gestern Abend gemacht hatte, kommt es einem merkwürdig vor, dass die Aktie nachbörslich knapp 5 Prozent an Wert verlor. Schuld ist die wachsende Konkurrenz bei Medikamenten zur Behandlung von Hepatitis C. Mehr dazu hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen hat die Berichtssaison bereits einige Highlights gebracht. Doch auch in der kommenden Woche stehen zahlreiche Berichte an, so berichten u.a.: Computer Sciences, Hasbro, Randgold (Montag); Coca-Cola, CVS Health, HeidelbergCement, METRO, Reynolds American, TUI, UBS, voestalpine (Dienstag); Applied Materials, Cisco Systems, Henry Schein, KUKA, MetLife, Mondelez, Mosaic, PepsiCo, Tesla Motors, Time Warner, Whole Foods Market (Mittwoch); Bilfinger, Commerzbank, Credit Suisse, Groupon, Kellogg, Kraft Foods, Manchester United, Zynga (Donnerstag); ArcelorMittal, Beiersdorf, ThyssenKrupp, V.F. Corp (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
08:00 DE Warenausfuhr /-einfuhr (Dezember)
08:00 DE Leistungsbilanz (Dezember)
10:30 EU sentix-Konjunkturindex (Februar)
16:00 US Labor Market Condition Index (Januar)

Dienstag
16:00 US BLS JOLTS-Daten (Dezember)

Mittwoch
16:00 US Labor Market Condition Index (Kansas Fed) (Januar)

Donnerstag
08:00 DE Verbraucherpreise (Januar)
11:00 EU Industrieproduktion (Dezember)
14:30 US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)
14:30 US Einzelhandelsumsatz (Januar)
16:00 US Lagerbestände (Dezember)

Freitag
08:00 DE BIP (Q4)
11:00 EU BIP (Q4)
11:00 EU Handelsbilanz (Dezember)
14:30 US Einfuhrpreise (Januar)
16:00 US Verbrauchervertrauen Uni Michigan (Februar)

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1 KOMMENTAR

  1. Wenn nur das Verhältnis Kurswert zum Buchwert gelten würde,
    wären viele Bankaktien zur Zeit ein Kauf. Die Anleger zahlen
    für eine Aktie im Bankbereich oft weniger als die jeweilige Aktie
    an Eigenkapital pro Stück vorhält. Die Gefahr lauert hier oft in
    den toxischen Papieren der Aktiva einer Bank. Leider übersteigt
    oft das Risikokapital den zweifachen Wert des Eigenkapitals.
    Die neue Bankenhaftung, Kaskadenhaftung wird sicherlich
    zuerst das ganze Eigenkapital einsetzen um Banken zu retten.
    Jedoch danach müssen die Anteilseigner einspringen; über
    Eigenkapitalgenerierung. Natürlich auch die Gläubiger der
    Bank -100000 Euro Regel-?. Den meisten Fachleuten ist klar,
    das die 4 -5 % Eigenkapital zur Bilanzsumme nach Basel III
    nicht ausreichen. Es wäre langfristig sicher besser 10 %
    anzustreben. Für die Dividende bedeutet dies lange
    Durststrecken. Weiter ist unklar, wie die Zukunft von Banken
    in Europa aussehen wird. Es ist auch hier den meisten
    Menschen klar, dass eine Bank nicht nur nehmen darf und
    die Allgemeinheit so für die Spielleidenschaft -hier Risiken
    bezahlen muss. Der Linksrutsch in Europa könnte auch auf
    eine Zwangsverstaatlichung aller Banken herauslaufen.
    Diese Theorie ist sicherlich Diskussionswürdig? Nicht nur
    die Risiken durch Griechenland belasten zur Zeit den Bank-
    Bereich. Auch die politischen Risiken dürfen die Anleger nicht
    übersehen. Die vorgesehene Geldschwemme könnte
    Finanzwerten mehr schaden als nutzen? Europa im Wandel!
    Aber wohin?

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