Wochenrückblick KW05: Deutsche Bank sorgt für gute Stimmung, Die EZB gibt weiter den Ton an

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Am Ende hat das Linksbündnis um den Chef der Syriza-Partei Alexis Tsipras bei den Parlamentswahlen in Griechenland gewonnen. Und trotzdem ist die Welt nicht untergegangen. Zu Wochenbeginn konnte der DAX seine Rekordjagd fortsetzen und sogar über die 10.800er-Punkte-Marke springen. Doch zwischendurch gab es auch eine kleine Korrektur. Kein Wunder: Gewinne müssen auch ab und zu mitgenommen werden. Allerdings konnte die US-Notenbank Fed den Investoren keine Hoffnungen machen, dass die US-Zinswende verschoben wird. Auf der anderen Seite bleibt das Anleihenkaufprogramm der EZB ein Kurstreiber. Natürlich sollten aber auch die Quartalsberichte nicht vergessen werden. Denn es war gerade der enttäuschende Ausblick von Microsoft (WKN 870747), der die Aktienkurse in den USA belastete. Es wird also sehr spannend zu sehen sein, was uns die kommende Woche bringt, vor allem, wenn man bedenkt, dass neben den Quartalsergebnissen auch die neuesten US-Arbeitsmarktdaten zur Veröffentlichung anstehen.

Aus Deutschland

Die Deutsche Bank (WKN 514000) hat im vergangenen Jahr reichlich Prügel beziehen müssen. Mit einem Kursverlust von knapp einem Viertel war die Aktie von Deutschlands Nummer eins am Bankenmarkt 2014 zudem zweitgrößter DAX-Verlierer. Doch ein überraschend gutes Schlussquartal sorgte nun dafür, dass das Geschäftsjahr insgesamt rosiger aussieht. Übertrieben optimistisch sollten Anleger trotzdem nicht sein, heißt es hier zum Beispiel.
Auch Infineon (WKN 623100) konnte positiv überraschen. Der Grund: Der starke US-Dollar und die starke Nachfrage aus der Automobilindustrie. Doch der Chiphersteller könnte sogar noch mehr von der Geldpolitik der Notenbanken profitieren. Unsere Einschätzung dazu hier.
Von einer schwachen europäischen Währung profitiert auch K+S (WKN KSAG88). Trotzdem ist der Kasseler Salz- und Düngemittelproduzent noch nicht aus dem Gröbsten raus. Unsere Einschätzung dazu hier.
Auf einem beeindruckenden Wachstumskurs befindet sich wiederum der Gesundheitskonzern Fresenius (WKN 578560). Und nun hat Vorstandschef Ulf Schneider im Interview mit der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“ den nun schon 22. Dividendenanstieg in Serie ins Spiel gebracht. Mehr dazu hier.
Einen so positiven Auftritt hätte man sich auch bei Siemens (WKN 723610) gewünscht. Doch der Industriekonzern befindet sich nun schon seit Jahren in einem Dauerumbau. Dabei soll nun ein Personalwechsel im Management den entscheidenden Schub bringen, nachdem im ersten Geschäftsquartal 2014/15 (Ende Dezember) ausgerechnet zwei der erfolgreichsten Bereiche aus der jüngsten Zeit enttäuscht hatten. Mehr dazu hier.
Der Modekonzern Gerry Weber (WKN 330410) hatte allerhand Entschuldigungen parat, warum das abgelaufene Geschäftsjahr (Ende Oktober) nicht so lief wie erhofft. Allerdings zeigte das MDAX-Unternehmen, dass man wesentlich besser mit den widrigen Umständen zurechtkommen konnte als viele Konkurrenten. Mehr dazu hier.
Im TecDAX machte SMA Solar (WKN A0DJ6J) von sich reden, jedoch nicht in positiver Weise. Der Solartechnikhersteller hatte einen noch umfassenderen Personalabbau angekündigt und damit für viele Turbulenzen gesorgt, so dass ein Einstieg hier zu früh kommen würde.
Nach einer steilen Kursrallye zum Ende des vergangenen Jahres hat die Nordex-Aktie (WKN A0D655) den Aufstieg wegen der etwas luftigeren Höhen zuletzt verlangsamt. Trotzdem steht seit Jahresbeginn ein sattes Kursplus zu Buche. Ein Grund ist die starke Auftragslage. Mehr dazu hier.
Der Hightech-Maschinenbauer Manz (WKN A0JQ5U) muss dagegen weiterhin auf Besserung in der nun schon seit längerem kriselnden Solarsparte warten, während es anderswo im TecDAX-Unternehmen gut läuft. Mehr dazu hier.

Internationales

In den USA stand die Woche ganz im Zeichen der Quartalsberichte der Technologieriesen. Dabei hat es Apple (WKN 865985) wieder einmal geschafft, die Marktteilnehmer zu verblüffen. Alles was Sie wissen müssen, steht hier.
Bei Facebook (WKN A1JWVX) waren es nicht ganz so fantastische Zahlen wie bei Apple (WKN 865985), trotzdem konnte das führende soziale Netzwerk durch die Bank weg starke Quartalsergebnisse präsentieren und die Markterwartungen schlagen. Und dennoch verlor die Facebook-Aktie am Mittwochabend nachbörslich knapp 2 Prozent an Wert, weil Gründer und Konzernchef Mark Zuckerberg nun einmal ganz hoch hinaus will. Mehr dazu hier.
Bei Alibaba (WKN A117ME) waren offenbar viele Anleger noch etwas benebelt von dem Rekord-IPO und den fantastischen Umsätzen am so genannten „Single’s Day“ in China, so dass nun auch die Marktreaktionen heftig ausgefallen sind, als der chinesische E-Commerce-Riese etwas Gegenwind zu spüren bekommen hatte. Mehr dazu hier.
Beim Showdown zwischen den US-Technologieriesen Amazon (WKN 906866) und Google (WKN A0B7FY) hat wiederum Amazon den Sieg davongetragen. Das muss aber nicht heißen, dass das die bessere Aktie ist. Mehr dazu hier.
In Österreich waren wieder einmal die Ölwerte wie OMV (WKN 874341) im Fokus. Dabei musste OMV nun seine Investitions- und Förderziele für die kommenden Jahre wegen des gefallenen Ölpreises und der politischen Krisen in wichtigen Fördergebieten gesenkt hat. Dabei sah es bei der Aktie zuletzt nach einem zarten Erholungsversuch aus. Mehr dazu hier.
Bei einem Blick auf Schweizer Unternehmen schauen derzeit alle auf die Währung. So auch beim Pharmariesen Roche (WKN 855167). Die Basler bekamen bereits im Vorjahr die Stärke des Franken zu spüren. Und auch 2015 dürfte sich daran wenig ändern. Das muss aber nicht heißen, dass Roche keine attraktiven Investmentchancen liefern würde. Mehr dazu hier.
Auch den, gemessen am Umsatz, weltgrößten Pharmakonzern Novartis (WKN 904278) scheinen die Währungsturbulenzen nicht sonderlich aus der Bahn werfen zu können. Warum, sieht man hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen hat die Berichtssaison bereits einige Highlights gebracht. Doch auch in der kommenden Woche stehen zahlreiche Berichte an, so berichten u.a.: Exxon Mobil, Sprint (Montag); BP, LyondellBasell, UPS, Gilead Sciences, Walt Disney (Dienstag); General Motors, Merck & Co, Sony, Syngenta (Mittwoch); ABB, AstraZeneca, Becton Dickinson, Philip Morris International, Expedia, GoPro, LinkedIn, Twitter, BNP Paribas, Daimler, Munich Re (Donnerstag); Alcatel-Lucent (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
09:55 DE Einkaufsmanagerindex verarb. Gew. (Januar)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex verarb. Gew. (Januar)
14:30 US Persönliche Einnahmen (Dezember)
14:30 US Private Konsumausgaben (Dezember)
16:00 US ISM-Index verarb. Gew. (Januar)
16:00 US Bauausgaben (Dezember)

Dienstag
11:00 EU Erzeugerpreise (Dezember)
16:00 US Auftragseingang Industrie (Dezember)

Mittwoch
09:55 DE Einkaufsmanagerindex Dienste (Januar)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Dienste (Januar)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Gesamt (Januar)
14:15 US ADP Report Beschäftigte (Januar)
16:00 US ISM-Gesamtindex nicht-verarbeit. Gew. (Januar)

Donnerstag
08:00 DE Auftragseingang Industrie (Dezember)
10:00 EU EZB Wirtschaftsbericht
14:30 US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)
14:30 US Handelsbilanzsaldo (Dezember)
14:30 US Produktivität ex Agrar (Q4)
14:30 US Lohnstückkosten (Q4)

Freitag
08:00 DE Nettoproduktion (Dezember)
14:30 US Arbeitslosenquote (Januar)
21:00 US Konsumentenkredite (Dezember)

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


2 KOMMENTARE

  1. Welche Möglichkeiten gibt es noch für Griechenland?
    Es wird sicherlich eine theoretische Möglichkeit geben, alleine
    aus der Krise zu kommen, ohne den Euro-R. zu verlassen. Es
    wurde in BRD schon einmal das Wort Zwangsanleihen in
    den Mund genommen, um sich zu entschulden. Wie könnte
    dies aussehen? Es wäre sicherlich zu einfach jedem Bürger
    eine Zwangsanleihe aufs Auge zu drücken, ohne die
    wirtschaftlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Ob diese
    Zwangsanleihen über pari ausgegeben werden können, mit
    Aussetzung der Tilgung über einen längeren Zeitraum
    ist sicherlich, jedem Land selber überlassen. Die Spirale
    Schulden nicht zu tilgen ist sicherlich falsch. Auch eine
    Wirtschaft kaputt zu sparen, ist der verkehrte Weg. Die
    Menschen in Arbeit bezahlen Steuern und Sozialbeiträge.
    Selbst die Gemeinschaft der EU, die bereits Opfer
    gebracht hat, darf sich nicht verschließen; auch hier
    wäre eine Zwangsanleihe möglich. Für die griechische
    Bevölkerung ist es sicherlich nicht einfach, immer
    Hilfen anzunehmen. Also es gibt eine Möglichkeit sich
    selber zu helfen. Es wird sicherlich noch bessere
    Lösungen geben. Die Gemeinschaft vor den Kopf
    zu stoßen, scheint der schlechteste Weg zu sein.
    Die Last, die Schulden auf alle Bürger in der EU
    zu übertragen, scheint zukünftig eine Mehrheit zu
    finden. Dies ist das erste Problem. Die
    Geldschöpfung der EZB scheint ein gefährlicher
    Weg zu sein. Der Markt erhöht die Geldmenge
    auch ohne EZB und passt sich den Verhältnissen
    an; Gütermenge, Dienstleistung – Geldmenge
    pendelt sich alleine ein.

  2. Danke für den tollen Marktrückblick.
    Wirklich sehr gut geschrieben, Hut ab!
    Freue mich bald mehr davon zu lesen.

    Viele Grüße,
    Patrick

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