K+S-Aktie: Übertriebene Kursexplosion

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Bildquelle: Pressebild K+S

Vor allem aus Deutschland ist die Kritik am Anleihenkaufprogramm der EZB groß. Allerdings scheint sich am Aktienmarkt die Erkenntnis durchzusetzen, dass gerade deutsche Konzerne zu den Profiteuren eines schwachen Euro gehören sollten. Wenn man sich die jüngsten Analystenkommentare ansieht, dann dürfte auch der Kasseler Salz- und Düngemittelproduzent K+S (WKN KSAG88) dazu gehören.

Die Analysten bei Nomura sind zwar der Ansicht, dass 2015 erneut ein schwieriges Jahr für die Chemiebranche werden dürfte, allerdings sollten K+S laut Analysteneinschätzung ganz besonders der schwache Euro und niedrigere Erdgaspreise zugutekommen. Daher haben sie die K+S-Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft. Außerdem lautet das Kursziel nun 28 Euro und nicht mehr 25 Euro.

Dies waren jedoch nicht die einzigen guten Nachrichten, die K+S zuletzt verbuchen konnte. Weitere Analysten haben die positiven Auswirkungen sinkender Energiepreise und eines schwachen Euro herausgestellt, während sich der US-Branchenkonkurrent Mosaic (WKN A1JFWK) in Bezug auf die Geschäftszahlen zum Schlussquartal 2014 optimistischer zeigen und somit eine anhaltende Nachfrageerholung am Kali-Markt in Aussicht stellen konnte. Der K+S-Aktie verhalf dies seit Jahresbeginn zu einem satten Kursplus von knapp 20 Prozent.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Angesichts der allmählichen Stabilisierung am Kali-Markt sollte die K+S-Aktie ihre langfristige Erholung fortsetzen. Die jüngste Kursexplosion dürfte jedoch etwas übertrieben ausgefallen sein. Schließlich bleibt es unsicher, wie die Umbaumaßnahmen vorankommen und wie stark sich die Preise für Kalidüngemittel am Ende tatsächlich erholen können. Zudem hat die allgemeine Markteuphorie auch dafür gesorgt, dass deutsche Werte zuletzt auf breiter Front übermäßig stark zulegen konnten. Wer jedoch der Ansicht ist, dass die K+S-Aktie ihr Tempo weiter halten kann und gehebelt auf steigende Kurse setzen möchte, könnte das Produkt mit der WKN DZS44S ins Auge fassen.

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Bildquelle: Pressebild K+S


7 KOMMENTARE

  1. Vor einiger Zeit gab es zu K+S hier schon eine Diskussion. Damals sah man alles schwarz. Es erwies sich als falsch. Nun das gleiche wieder. Ich denke, dass sich die Autoren zu wenig mit der Aktie auseinandersetzen.

    Oder aber die Big Boys von der Wallstreet und Co haben alle unrecht. Denn laut Börsenblogger ist das ja nicht gerechtfertigt. Naja … jemand muss die Aktie ja kaufen :).

  2. Ich denke man muss hier auch zwei Faktoren auseinanderhalten: Zum einen, die m.E. vollkommen übertriebene Euphorie in DAX-Werten und zum anderen die noch völlig offenen Auswirkungen aus dem aktuellen Euro-Kurs. Derzeit gehen alle Papiere in Euro gerechnet ab, selbst seitwärts tendierende Dollar-Titel (aufgrund des Wechselkurses). Von daher sollte man sich das operative Geschäft in Ruhe anschauen und dann entscheiden.

  3. Hallo,

    es heißt ja lediglich, dass die Kursexplosion seit Jahresbeginn um 20 Prozent etwas übertrieben sei. Und diese hat eben auch mit anderen Faktoren zu tun, die man jetzt nicht K+S ankreiden kann. Wenn sich die Erholung am Kali-Markt fortsetzt, wird auch die K+S-Aktie ihre Erholung nach dem 2013er-Uralkali-Schock fortsetzen. Hier wird ja nicht schwarz gemalt, aber übertrieben optimistisch wäre ich in Bezug auf K+S jetzt auch nicht.

  4. Hallo,

    ist ja völlig legitim. Ich hab es auch nur überspitzt formuliert, da ich oft der Meinung bin, dass sich Leute mit K+S nicht richtig auseinandersetzen.

    Es gibt verschiedene Faktoren die wichtig sind:

    a) Legacy Projekt mit Förderkapazitäten von bis zu 2 Mio t.
    b) Hebelwirkung der Kalipreise auf das Ergebnis von K+S
    c) Interessen des Altkartells. Es besteht meines Erachtens nicht darin, dass man den Markt kaputt macht. Es hatte ganz andere Hintergründe und die wurden erfüllt. Ein gesundes Wachstum kann folgen. Langsam aber beträchtlich.

    Dies alles muss man für Kursziele im Hinterkopf haben und um gewisse Laufzeiten abzinsen. Darin haben zahlreiche Analysten ihre Probleme, da sie eventuell die falschen Bewertungsmodelle annehmen. Spielt aber auch keine Rolle. Jedenfalls wird die Ertragskraft von K+S eigentlich ständig enorm unterschätzt. Es ist eben kein reines Kaliunternehmen sondern ein Konzern der sich mehr und mehr den Spezialprodukten verschreibt und damit auch höhere Preise durchsetzt. Die Produktzusammensetzung hat überhaupt nichts mit dem russischen Kali zu tun. Völlig verschiedene Produkte.

    Das hat man damals auch schon an der Absetzung der Strafzölle bemerkt. Da hätte K+S schon untergehen müssen, wenn die Konkurrenz aus dem Ausland einen so tollen Produktmix zu einem viel geringeren Preis anbieten könnte. Weit gefehlt.

    Ich sage nehmt gewisse Dinge für die Zukunft an und bastelt dann ein Kursziel. Dann ist eine Analyse seriös. Wenn ich heute annehme, dass Legacy scheitert, so kann ein Kursziel von 12 oder gar drunter absolut realistisch sein. Alles legitim. Mein Problem sind nur Annahmen ohne jegliche Spezifizierung des Hintergrunds.

    Ging eben besser ! Aber ich mein ihr seid eine kostenlose Plattform und dafür ist es okay. Dennoch weniger ist oft mehr …

  5. Eine Sache noch:

    Das K+S wegen dem DAX – Anstieg und Co gestiegen ist, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Die Gewichtung von K+S ist im DAX so gering, dass dies wirklich vernachlässigbar ist.

    In meinen Augen hat sich die gesamte Branche erholt und die wird auch über Indizes abgebildet. In meinen Augen wird das Ertragspotential einer K+S wird für die Folgejahre deutlich unterschätzt. Aber warten wir ab. Ich will ja nicht voreilig sein.

  6. Guter Beitrag.. ich bin mir nicht so sicher was da bei K+S abgeht.. ist meiner Meinung nach mit Vorsicht zu behandeln.

    LG,
    Toni

  7. Ist die K+S-Aktie noch ein zyklischer Wert?
    Wenn den guten Kommentaren der Leser geglaubt wird, nicht mehr.
    Die Anleger sollten sich auf die Fundamentaldaten der Aktie
    konzentrieren. Das Ergebnis nach Steuern und Zinsen in der
    Langfristigkeit. Wie viel wird jährlich vom Gewinn ausgezahlt?
    Wie ist das Verhältnis vom Buchwert zum Kurswert je Aktie.
    Dient der steuerliche Gewinn jährlich zu einer Eigenkapitalstärkung?
    Manche Firmen machen steuerliche Gewinne verlieren unter
    dem Strich durch Verminderung des Eigenkapitals. Richtig
    ist sicher, dass die Euro-Abwertung hilft, Produkte im Ausland
    besser zu vermarkten. Jedoch für die Anleger spielt auch eine
    Rolle, wie viel Vertrauen sie noch zum Euro haben. Bei einem
    Kollaps einer Währung leiden leider die Kurse aller Unternehmungen.
    Wenn ich persönlich eine Aktie von K+S hätte, würde ich
    wahrscheinlich jetzt verkaufen, weil die Euro-Risiken mir zur
    Zeit zu groß sind. Eine Alternative wäre der Franken-Raum.
    Es ist leider heute nicht mehr so, dass eine gute Aktie einfach
    liegen gelassen werden kann, zum Vererben an die Nachkommen.

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