Wochenrückblick KW04: Commerzbank vor Neubewertung, DAX-Bullen ohne Widerstand

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Die Entwicklungen der vergangenen zwei Wochen dürften uns Anleger und diverse Unternehmen noch lange beschäftigen. Zunächst sorgte die Schweizerische Nationalbank mit ihrer Abkehr von der Euro-Bindung des Frankens für Unruhe und einbrechende Kurse in Zürich. Dann folgte vor zwei Tagen die EZB mit ihrem 60 Mrd. Euro schweren Anleihenkaufprogramm. Für die Schweizer Unternehmen bedeutet dies vor allem: Sie müssen noch wettbewerbsfähiger werden und die in Franken abgerechnete Kostenseite in Griff kriegen. Dass sie das schaffen, dürfte unbestreitbar sein. Es wird nur etwas Zeit kosten. Für den Schweizer Aktienmarkt heißt dies aber auch: Sorgsam analysieren und Kaufgelegenheiten nutzen. Für den deutschen Aktienmarkt und die europäischen Nachbarbörsen wirkt die EZB-Maßnahme als neues Rauschmittel. Neue Allzeithochs waren bereits zu sehen. Ob die Entwicklung allerdings ungebrochen weiter gehen wird, entscheidet sich nicht nur durch die EZB. Die laufende Berichtssaison sollte bei allem Optimismus keineswegs vernachlässigt werden. Es wird daher umso wichtiger, die „richtigen“ Aktien auszuwählen. Auf dem aktuellen Kursniveau dürfte so manches Unternehmen mit enttäuschenden Zahlen abgestraft werden. Besser man ist dann nicht mehr dabei… dieser Fall könnte unter anderem auf die seit kurzem wieder hochgehypten Bankwerte zu treffen. Aktien wie die der Commerzbank (WKN CBK100) mögen zwar kurzfristig vom EZB-Geldsegen profitieren, doch wie das langfristig aussieht bleibt offen. Eine Antwort könnte etwa die Bilanzvorlage in rund zweieinhalb Wochen geben. Bis dahin hat die Aktie durchaus noch Potenzial in Richtung 13 Euro zu klettern, doch den Rückfall sollte man einkalkulieren. Nicht ohne Grund wird die Aktie Analystenseitig mehrheitlich mit Verkaufen eingestuft.

Aus Deutschland

Es ist irgendwie ein ganz schlechtes Zeichen, wenn für adidas (WKN A1EWWW) ausgerechnet das Jahr zum Horrorjahr wird, in dem sich die deutsche Fußballnationalmannschaft den Weltmeistertitel sichert und die WM 2014 in Brasilien für Rekordumsätze im Fußball-Geschäft sorgt. Zumindest ist nun die Hoffnung groß, dass das Schlimmste überstanden ist, wie wir hier schreiben.
Europas größter Softwarekonzern SAP (WKN 716460) musste seine Gewinnziele wegen der hohen Investitionen in das wachsende Cloud-Geschäft nach hinten schieben. Grund genug für die Analystenzunft die Einschätzungen zu der weltweiten Nummer eins im Bereich Unternehmenssoftware zu überarbeiten. Unsere Einschätzung dazu hier.
Gerade hat RWE (WKN 703712) mit dem Verkauf der Gas- und Ölfördertochter Dea an einen russischen Oligarchen ein Problem aus dem Weg geräumt. Doch die dafür veranschlagten 5 Mrd. Euro wecken natürlich Begehrlichkeiten, so dass die erst Ende des vergangenen Jahres beschlossene neue Dividendenpolitik wackeln könnte. Mehr dazu hier.
Mit einem Kursverlust von knapp 21 Prozent gehörte Lanxess (WKN 547040) 2014 zu den größten Verlierern im DAX. Auch der Start in das neue Jahr fiel schwach aus, während das wichtigste deutsche Börsenbarometer auf einen neuen Rekordstand klettern konnte. Allerdings sieht es derzeit nicht danach aus, dass der Aktie des Spezialchemiekonzerns ein schnelles Comeback gelingen sollte – hier ist Geduld gefragt.
In einem hervorragenden Marktumfeld gehört die Aktie des Karrierenetzwerks Xing (WKN XNG888) am Freitag zu den Top-Performern im TecDAX. Nachdem Finanzchef Ingo Chu in einem „Bloomberg“-Interview die 2014er-Ziele bestätigt hatte, freuen sich Investoren nun auf die Wachstumsimpulse, die die Übernahme von jobbörse.com, mit sich bringen soll. Mehr dazu hier.
Die Nordex-Aktie (WKN A0D655) verteuerte sich 2014 um rund 56 Prozent, während im noch jungen Jahr 2015 ein Kursplus von etwa 7 Prozent zu Buche steht. Allerdings ist man bei den Analysten bei Goldman Sachs nun zu dem Schluss gekommen, dass es mit dem steilen Aufstieg erst einmal gewesen sein dürfte. Mehr dazu hier.
Die Meilensteine im Zuge der Zusammenarbeit mit Janssen Pharmaceuticals und eine neue Forschungskooperation sind eher kleinere Erfolge, allerdings tragen sie Schritt für Schritt dazu bei, dass das Vertrauen der Anleger in Evotec (WKN 566480) zurückkehrt. Mehr dazu hier.

Internationales

Wenn schon der Konzernchef in der Pressemitteilung von McDonald’s (WKN 856958) zu den jüngsten Zahlen damit beginnt, dass 2014 für die US-Schnellrestaurantkette überall auf der Welt ein herausforderndes Jahr war, kann das was folgt so toll nicht sein. Wenigstens wurden nun enorme Anstrengungen versprochen, um der Burger-Bude wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Alles was Sie wissen müssen, steht hier.
Sowohl auf der Umsatzseite als auch ergebnisseitig konnte Starbucks (WKN 884437) die Markterwartungen für das erste Geschäftsquartal 2014/15 (Ende Dezember) „nur“ erfüllen. Abgesehen von dieser Punktlandung freuten sich Investoren jedoch ganz besonders, dass das neue Angebot an Snacks und Getränken nicht nur mehr Kunden in die Läden treibt, sondern auch die Profitabilität ankurbelt. Mehr dazu hier.
Wie ein Quartalsbericht die Sicht auf ein Unternehmen verändern kann, zeigt nun der Video-on-Demand-Anbieter Netflix (WKN 552484). Nachdem die Aktie im Sommer 2014 auf eine neues Allzeithoch bei knapp 490 US-Dollar geklettert war, folgte ein Kurssturz um rund ein Drittel. Doch nun scheint der Glaube auf Investorenseite zurückgekehrt zu sein, wie wir hier schreiben.
Bei eBay (WKN 916529) konnten weder die Zahlen für das Schlussquartal 2014 noch der Ausblick auf das erste Quartal 2015 für Begeisterung sorgen. Trotzdem legte die eBay-Aktie nachbörslich um 3,5 Prozent zu. Anleger freuten sich insbesondere über die PayPal-Abspaltungspläne und geplante Stellenstreichungen. Mehr dazu hier.
Seiner Bergbausparte hatte es ArcelorMittal (WKN A0M6U2) zu verdanken, dass die Aktie im Branchenvergleich übermäßig viele Prügel beziehen musste. Dadurch hat sich aber auch reichlich Potenzial für ein Comeback angestaut.
Nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2014 besteht beim österreichischen Industriekonzern RHI (WKN 874182) die Hoffnung auf leichte Verbesserungen in 2015. Dabei freut man sich beim Spezialisten für feuerfeste Materialien für die Stahl-, Zement- und Glasindustrie auch über den jüngst angekündigten Ankauf von Anleihen vonseiten der EZB. Mehr dazu hier.
Gerade hatte sich die Aktie des österreichischen Luftfahrtzulieferers FACC (WKN A1147K) von ihren Tiefs erholen können – und nun das: Eine Gewinnwarnung sorgt dafür, dass die FACC-Aktie am Donnerstag um knapp 8 Prozent abstürzt. Dabei müsste es angesichts des Booms in der zivilen Luftfahrt so richtig rund laufen. Der sinkende Ölpreis sorgt jedoch für weniger Eile bei den Airlines bei der Beschaffung neuer spritsparender Maschinen. Mehr dazu hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen hat die Berichtssaison bereits einige Highlights gebracht. Doch auch in der kommenden Woche stehen zahlreiche Berichte an, so berichten u.a.: Norfolk Southern, Microsoft, Seagate, Texas Instruments (Montag); 3M, American Airlines, Amgen, Apple, AT&T, Bristol-Myers Squibb, Caterpillar, Danaher, DuPont, Electronic Arts, Ericsson, Lexmark, Novartis, Pfizer, Philips, Procter & Gamble, Siemens, U.S. Steel, Western Digital, Yahoo (Dienstag); Biogen Idec, Boeing, Facebook, Fiat Chrysler, Qiagen (Mittwoch); Alibaba, Amazon, Colgate-Palmolive, ConocoPhillips, Dow Chemical, Ford Motor, Google, Harley-Davidson, Infineon, Nokia, Northrop Grumman, OMV, Potash, Viacom, Visa (Donnerstag); Chevron, Eli Lilly, MasterCard, Mattel, Novo Nordisk, Xerox (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
10:00 DE ifo-Geschäftsklima (Januar)

Dienstag
14:30 US Auftragseingang Investitionsgüter (Dezember)
14:30 US Auftragseingang langlebige Güter (Dezember)
15:00 US Case-Shiller-Hauspreisindex (November)
16:00 US Verbrauchervertrauen Conference Board (Januar)
16:00 US Neubauverkäufe (Dezember)

Mittwoch
08:00 DE Einfuhrpreise (Dezember)
08:00 DE GfK Konsumklima (Februar)
20:00 US Fed Zinsentscheid

Donnerstag
09:55 DE Arbeitsmarktdaten (Januar)
10:00 EU Economic Sentiment (Januar)
14:00 DE Verbraucherpreise (Januar)
14:30 US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)
16:00 US Schwebende Hausverkäufe (Dezember)

Freitag
08:00 DE Einzelhandelsumsatz (Dezember)
11:00 EU Verbraucherpreise (Januar)
11:00 EU Arbeitsmarktdaten (Dezember)
14:30 US BIP (Q4)
15:45 US Chicago Einkaufsmanagerindex (November)
16:00 US Verbrauchervertrauen Uni Michigan (Januar)

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4 KOMMENTARE

  1. Die Commerzbank AG und die Deutsche Bank AG sind klarere Profiteure der neuen EZB-Geldmarkt-Politik.
    • Der Vorgang ist, wie nicht anders zu erwarten war, höchst umstritten.

    Im Fokus der EZB-Banker steht weiterhin die Sorge um den künftigen Konjunkturverlauf in der EU. Es ist kein Geheimnis, dass die wirtschafte Erholung in der Euro-Zone aus Sicht zahlreicher Experten hinter den Erwartungen des Marktes zurückgeblieben ist. Mit der Konjunktur in der Eurozone geht es aufwärts – allerdings langsamer als erhofft. Dessen ungeachtet gibt es zunehmend Anzeichen, dass die europäische Wirtschaft einen Wendepunkt – (turnaround) – erreicht hat. Die Experten für den Euro-Wirtschaftsraum wollen einen spürbaren Aufschwung für das Jahr 2015.

    • Hohe Erwartungen im Vorfeld dieses historischen Tages

    Die Erwartungen am Finanzmarkt bezüglich des Kaufvolumens der EZB waren bis zuletzt weiter gestiegen, berichtet FAZ. Waren die Bankvolkswirte vor Wochen noch von 500 Milliarden Euro ausgegangen, so wäre dies nach Ansicht von Anshu Jain, Ko-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, eine Enttäuschung. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte er, dass der Markt ein Volumen von 750 Milliarden Euro erwarte. Ähnlich sieht es Holger Sandte, Analyst der schwedischen Nordea Bank. Ein kleines Programm von 500 Milliarden Euro würde in den Handelsräumen Enttäuschung auslösen, so ein Teil der Analysten.

    • Aufgaben der EZB und ihr Einfluss auf die Märkte

    Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die Notenbank für die gemeinsame Währung Europas, den Euro. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Kaufkraft des Euro und somit Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten. Das Euro-Währungsgebiet besteht nunmehr aus den 19 Ländern der Europäischen Union, die den Euro seit 1999 eingeführt haben.

    Das vorrangige Ziel des Eurosystems ist in Artikel 127 Absatz 1 des AEU-Vertrags festgelegt: „Das vorrangige Ziel des Europäischen Systems der Zentralbanken (im Folgenden ,ESZB‘) ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten.“

    Weiter heißt es dort: „Soweit dies ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität möglich ist, unterstützt das ESZB die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Union, um zur Verwirklichung der in Artikel 3 des Vertrags über die Europäische Union festgelegten Ziele der Union beizutragen.“ Dies umschreibt die primären Aufgaben.

    Aber: Die Europäische Union hat verschiedene Ziele (siehe Artikel 3 des Vertrags über die Europäische Union), unter anderem die nachhaltige Entwicklung Europas auf der Grundlage eines ausgewogenen Wirtschaftswachstums und von Preisstabilität sowie eine in hohem Maße wettbewerbsfähige soziale Marktwirtschaft, die auf Vollbeschäftigung und sozialen Fortschritt abzielt. Preisstabilität ist somit nicht nur das vorrangige Ziel der Geldpolitik der EZB, sondern auch ein Ziel der Europäischen Union als Ganzes. Der Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union und der Vertrag über die Europäische Union stellen also eine klare Rangfolge der Ziele für das Eurosystem auf, wobei aus ihnen deutlich hervorgeht, dass Preisstabilität der wichtigste Beitrag ist, den die Geldpolitik zu einem günstigen wirtschaftlichen Umfeld und einem hohen Beschäftigungsniveau leisten kann.

    So wird also andererseits auch von der EZB erwartet, Stabilität und Vertrauen in die Märkte zu re-integrieren bzw. zu implementieren, um die Rahmenbedingungen für weiteres Wachstum in der Euro-Wirtschaftszone zu sichern.

    Und dieser Teil des Mandates der EZB ist sehr umstritten, insbesondere in Deutschland wird dies teils überaus scharf kritisiert (z. B. aus dem Geschäftsbereich der Bundesbank).

    • „Deutschlands scheinheilige Draghi-Kritik“

    „Deutschlands scheinheilige Draghi-Kritik“, kommentiert und analysiert DER SPIEGEL (Stefan Kaiser) und präsentiert die andere Seite der Medaille: „Dabei besteht diesmal gar kein Grund, in ordnungspolitische Schnappatmung zu verfallen. Denn das aktuell diskutierte Programm ist deutlich unproblematischer als vieles andere, was Politik und EZB in den vergangenen Jahren getan haben“, so DER SPIEGEL.

    Der Aufkauf von Staatsanleihen gehört zum Instrumentarium einer Notenbank. Amerikaner und Briten haben es gerade erfolgreich angewandt. Und selbst die Bundesbank, die „Gralshüterin“ der deutschen Geldpolitik, hat 1975 Staatsanleihen aufgekauft, um die Zinsen zu drücken. Damals ging es um stolze 7,6 Milliarden Mark – das entsprach rund einem Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung, bringt Stefan Kaiser (DER SPIEGEL) in Erinnerung. In der Tat: Das Handeln der EZB steht auch im Kontext globaler Notenbankpolitik. Dieser Aspekt wird oftmals unterschätzt, ist aber in unserer heutigen, globalen Weltwirtschaftsordnung ein wichtiger Gesichtspunkt, um das Handeln der Notenbanker analysieren zu können. Deshalb gleichen die internationalen Notenbanker ihre Schritte und Massnahmen in der Geldmarktpolitik ab. Für Mario Draghi, der Vizepräsident bei Goldman Sachs Group, Inc. (kurz: GS) und von 2006 bis 2011 Präsident der Italienischen Nationalbank gewesen war, bevor er seit dem 1. November 2011 das Amt des Präsidenten der Europäischen Zentralbank antrat, ist dies jedenfalls ein gewichtiger Grund.

    Zudem betonte der Präsident der EZB, Mario Draghi, in der Vergangenheit immer wieder die Entschlossenheit der Notenbanker, sich mit allen denkbaren Mitteln gegen einen Preisverfall zu stemmen: „Wir werden tun, was wir müssen, um die Inflation und die Inflationserwartungen so schnell wie möglich anzuheben.“

    • Positive Effekte – auch für Deutschland

    Der Dax-Index reagierte dementsprechend mit dem 52-Wochenhoch von 10.311,90 Zählern in der Spitze , zugleich Allzeithoch (ATH) – und präsentiert sich heute mit 10.270 Zählern gefestigt und mit optimistischen, positiven Vorzeichen.

    Die „schwarze Null“ hat der deutsche Staat insbesondere dem niedrigeren Zinsaufwand zu verdanken, und dafür ist der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, verantwortlich, kommentiert heute FAZ. Sollte der EZB-Rat an diesem Donnerstag ein Kaufprogramm für Staatsanleihen beschließen und damit die Erwartungen der Finanzmärkte bestätigen, dürften die Marktzinsen für Staatsanleihen weiter sinken. Seitdem Draghi diese Variante der geldpolitischen Lockerung im November mit der Ausweitung der EZB-Bilanzsumme von 2 auf 3 Billionen Euro angedeutet hatte, steigen die Kurse der Staatsanleihen. Damit verbunden sinken die Renditen.

    Und die Ziele für 2015 lauten aus Sicht der Notenbanker: die Konjunktur wieder in Schwung zu bringen und gegen die Deflation anzukämpfen. Hierfür stellt die EZB „zusätzliche, unkonventionelle Maßnahmen“ für 2015 zur Vergüng, um – optional – in Punkto Größe, Tempo und Zusammensetzung mit Massnahmen der Geldmarktpolitik in das Marktgeschehen einzugreifen.

    • Ministerpräsident Matteo Renzi (Italien)

    Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi hat den weithin erwarteten Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) begrüßt. „Die Schritte der EZB werden ein Zeichen setzen, dass Europa in eine neue Richtung geht“, sagte Renzi am Mittwoch beim Weltwirtschaftsforum in Davos nach einem dpa-Bericht. Renzi betonte, dass Italien auf Maßnahmen zur Wachstumsförderung setze, um seine Strukturreformen fortsetzen zu können. Sein Land wolle „nicht als Museum, sondern als Laboratorium für Innovationen“ wahrgenommen werden. Für den Erfolg der Reformbemühungen seien „mit Blick auf das EZB-Programm die nächsten zwölf Monate entscheidend“. Anders als Italien steht Deutschland dem Staatsanleihenkauf durch die EZB kritisch gegenüber.

    • „GeoRisiken und zivile Sicherheit“

    Der Vorgang sollte m. E. nach nicht überbewertet werden: Die Staatsanleihe ist keine Erfindung moderner demokratischer Volkswirtschaften. Anfang des 20. Jahrhunderts waren Staatsanleihen in vielen Staaten Europas ein wichtiges politisches Instrument. Der besondere Sorge kritischer Stimmen aus Deutschland dürfte hinreichend Rechnung getragen werden.Die besonderen Risiken, welche die Märkte verunsichern könnten, liegen 2015 ganz offensichtlich in den schweren, komplizierten „GeoRisiken und der zivilen Sicherheit.“

    Umso mehr bleibt zu fragen, warum das „gefühlte Risiko“ so hoch ist?
    Sandro Valecchi, Analyst, Germany

  2. Die EZB-Entscheidung zum Ankauf von Staats- und Industrieanleihen soll
    erst zum 1.3.2015 in kraft treten. Wenn Ökonomen der EZB vorwerfen den
    Euro im Vorfeld dieser möglichen Maßnahmen schon weich zu reden, ist
    dies nicht gerade förderlich. Die kleinen Leute werden in einer Form leiden,
    wie es früher im Frühkapitalismus der Fall war. Die Preisstabilität, die durch
    den Ölverfall erreicht wurde, wird schnell verpuffen. Da die Verrechnung der
    Ölschulden weitgehend in US-Dollar erfolgt, ist ein kleiner Vorteil bereits
    verflogen. Die Menschen die hart um ihr tägliches Brot in der EU kämpfen,
    können sich sicherlich nicht erinnern, dass eine Notenbank jemals versucht
    hat die eigene Währung zu ruinieren. Die Worte von EZB-Präsident Draghi
    müssen alle hart arbeitenden Menschen in Europa tief treffen. Für die
    BRD war in den Nachrichten zu hören, das viele Menschen bereits nicht
    mehr mit dem normalen Einkommen das Leben bestreiten können. Ist
    das Weichklopfen einer Währung in dieser Form richtig? Bestimmt nicht:
    „die EU hat viele Programme aufgelegt, die notleidenden Staaten und
    Banken über die Krise seit 2008 hinweghelfen sollten“. Es mag sein, dass
    diese Programme nochmal in Gang gesetzt werden müssen, dies rechtfertig
    nicht den Euro kaputtzumachen.? Es mag auch sein, dass die Konjunktur
    anfängt zu schwächeln; hierfür gibt es andere Möglichkeiten in jedem Staat
    von Europa Konjunkturprogramme aufzulegen. Den Bürgern ihre Ersparnisse
    wegzuzaubern und die Kaufkraft zu schwächen ist nicht der richtige Weg.
    Wenn Ökonomen davon sprechen, dass die BRD ja keine neuen Schulden
    macht und daher dieses Geld nicht braucht, ist dies nur bedingt richtig. Die
    BRD muss die über 2 Billionen Euro Verschuldung ständig neu refinanzieren
    und unter normalen Umständen hierfür den intakten Kapitalmarkt anzapfen.
    Nach Vorstellung von Herrn Draghi soll der Finanzminister Schäuble
    wahrscheinlich umschulden und die neuen Papiere über Deutsche Bank usw.
    der Notenbank anbieten. Was soll dies bei einem Zins von 0,05 % bringen?
    Hier müsste Finanzminister Schäuble wahrscheinlich über 400 Mrd. Euro
    der Notenbank andienen, um ein Gleichgewicht im Finanzsystem herzustellen.
    Dies ist ein Unsinn der nicht weiter gesponnen werden sollte. Wie wehren
    sich die Firmen in Europa gegen den Euroverfall? Viele Firmen die
    Auslandstöchter haben, werden diese beauftragen, im Euroraum Schulden
    aufzunehmen und in den jeweiligen starken Valuten die aufgewertet
    werden, anzulegen. Jeder Bürger kann sich vorstellen welche Finanzlawine
    hier gegen den Euro ausgelöst würde. Es ist Heuchelei, dass durch diese
    Maßnahmen Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum erreicht würde. Geld
    ist zu jeder Zeit dahin gegangen, wo es am meisten bringt. Was will der
    EZB-Präsident also bezwecken? Wenn der Euro untergeht profitieren die
    Staaten, die hoch verschuldet sind und wahrscheinlich die Schulden nicht
    mehr zurückzahlen möchten. Natürlich würden auch Bürger und Firmen
    profitieren, die verschuldet sind. Wollen die Bürger in Europa eine
    Weichwährung. Ein Mann scheint über das Wohlergehen von ganz
    Europa zu entscheiden, ohne die Mehrheit der arbeitenden Menschen.
    Mein Kollege hat recht, als er mich fragte:“ hat die Geld-Mafia die
    EZB unter Kontrolle genommen“. Es ist wirklich nicht auszuschließen,
    dass dies der Fall ist. Jedoch ein geordneter Rücktritt sollte auch
    einem EZB-Präsidenten ermöglicht werden, um die geordnete
    Geldpolitik fortzusetzen. Es braucht hier nicht erwähnt zu werden,
    dass früher bereits die nationalen Notenbanken Anleihen aufgekauft
    und Refinanzierungen durchgeführt haben. Dies ist sicherlich auch
    heute noch möglich. Die normalen Marktregularen abzuschaffen ist
    der falsche Weg. Die Schulden werden durch Geldschöpfung der
    EZB für die Bürger progressiv zunehmen um die Hartwährung Euro
    kaputt zumachen. Die Schuldenkrise in Griechenland kann durch diese
    Maßnahmen der EZB nicht gelöst werden. Die angemahnten
    Reformen müssen durchgeführt werden. Die Gründerväter des
    Euros wollten nicht die Völker in Europa spalten, sondern den
    Handel erreichen und eine gesunde Wirtschaftszone schaffen.

  3. Die Gefahren für den DAX?
    Bereits am Freitagnachmittag brechen diese Kurse von Finanzwerten
    in ganz Europa ein. Also, wenn die Bankenwelt diese geldpolitischen
    Maßnahmen der EZB, durch Kursverfall von Finanztiteln beschließt,
    könnte sich auch eine Blase bilden, die leider durch die inflationären
    Maßnahmen der EZB nicht platzt. Also das Vertrauen in Bankwerten
    und Versicherungswerte, die die Krise von 2008 bereits ausgelöst haben,
    ist leider nicht mehr da? Gerade ein Land wie Italien hat doch immer
    unter der Weichwährung Lira gelitten?

  4. Ich bin schon gespannt wie es mit dem Ölpreis in der nächsten Zeit weitergeht und insbesondere bin ich auch auf die Zahlen von der OMV die am Mittwoch präsentiert werden neugierig. Ob sich da durch die EZB-Strategie recht etwas ändern wird, wird man dann in Zukunft noch sehen. Bzgl. der Bankwerte würde ich zur Zeit in keine spezielle Aktie einsteigen. Ist mir alles zu euphorisch zur Zeit. Da investiere ich lieber zur Risikostreuung in ein paar Fonds oder Substanzwerte am Aktienmarkt.

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