Wochenrückblick KW03: Commerzbank mit Fehlstart, DAX von Bullen überrannt

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Der DAX freut sich zum Wochenschluss über ein neues Rekordhoch und das Überschreiten der 10.100er Marke. Die Bullen kamen einen Tag nach dem verheerenden Schritt der Schweizer Nationalbank den Franken nicht mehr an den Euro zu koppeln überraschend aus der Deckung. Doch bereits am Donnerstag hatte der Index mit einer Handelsspanne von 400 Punkten gezeigt, welche Kraft in ihm steckt. In der Schweiz ist dagegen das ganze Ausmaß des überraschenden Schrittes noch nicht absehbar. Während die Kurse in einer ersten Reaktion einfach dem Wechselkurssprung folgten, wird in den kommenden Wochen genau beobachtet werden, welche Folgen der freigegebene Wechselkurs für die Unternehmen hat. Neben dem Tourismus sind vor allem exportorientierte Unternehmen betroffen. Auch die gesamte Finanzbranche steht nach der Pleite einiger kleiner Anbieter unter Beobachtung. Zudem richtet sich der Blick nach Osteuropa, wo unzählige auf Franken lautende Fremdwährungskredite die Immobilienmärkte durcheinanderwirbeln werden.
Einer der wenigen deutschen Werte, die sich von der Euphorie nicht anstecken ließ, war die Commerzbank (WKN CBK100). Neben dem Dauerthema Restrukturierung sorgte vor allem die Sorge um die Kapitalausstattung für schlechte Stimmung. Nach der Kapitalerhöhung des Branchenriesen Santander besteht die Sorge, dass auch die Commerzbank diese Kuh noch nicht vom Eis hat. Der Fall unter die 11-Euro-Marke war daher wenig überraschend. Die kommenden Wochen werden, auch mit Blick auf die Konkurrenz interessant.

Aus Deutschland

Zuerst hatten die Analysten bei BNP Paribas einige nette Worte für RWE (WKN 703712) parat und nun sorgen die Essener selbst für gute Stimmung und verhelfen der RWE-Aktie am Freitagnachmittag zum Sprung an die DAX-Spitze. Grund ist ein Durchbruch beim geplanten Dea-Verkauf. Allerdings wären damit längst nicht alle Probleme aus der Welt, wie wir hier darstellen.
Die Beiersdorf-Aktie (WKN 520000) zeigte sich vergangene Woche von der starken Seite. Schließlich konnte der Nivea-Hersteller dank eines Jahresendspurts für 2014 überraschend deutliche Umsatzzuwächse präsentieren. Mehr dazu hier.
Mit dem für den 19. Januar wirksam werdenden Abstieg der C.A.T. oil-Aktie (WKN A0JKWU) aus dem SDAX wird ein weiteres Kapitel in der turbulenten Börsengeschichte des österreichischen Öl- und Gasfeldausrüsters der vergangenen Wochen und Monate geschrieben. Mehr dazu hier.
Die Nordex-Aktie (WKN A0D655) konnte wieder einmal stark zulegen, auch weil sich der Erfolg des Hamburger Windturbinenherstellers immer mehr herumspricht. Mehr dazu hier.
Der Zeitpunkt ist mit Blick auf das Börsenumfeld sehr günstig. Der für Ende nächster Woche geplante Börsengang des drittgrößten deutschen Kabelnetzbetreibers Tele Columbus (WKN TCAG17) hat die Chance ein voller Erfolg zu werden und das Börsenjahr 2015 mit einem starken Auftakt zu versehen.

Internationales

So langsam kommt die US-Berichtsaison für das Schlussquartal 2014 in Schwung. Nachdem der Aluminiumkonzern Alcoa (WKN 850206) einen starken Auftakt hinlegen konnte, enttäuschten die großen Banken von der Wall Street. Der weltweit größte Computerchip-Hersteller Intel (WKN 855681) schaffte es wiederum dank der Stabilisierung des traditionellen PC-Marktes positiv zu überraschen. Unsere Einschätzung hier.
Bisher hatten Investoren dem kalifornischen Elektrowagenbauer Tesla Motors (WKN A1CX3T) und vor allem seinem charismatischen Chef und Gründer Elon Musk fast alles verzeihen können. Doch zuletzt machte sich Ernüchterung breit. Trotzdem muss der Traum, zu den ganz großen Automobilherstellern aufzusteigen, damit noch nicht ausgeträumt sein. Mehr dazu hier.
Irgendwie ist das doch unfair. Der Actionkamera-Hersteller GoPro (WKN A1XE7G) hatte eine Nische für sich erobert und damit großen Erfolg gehabt. Doch nicht einmal ein ganzes Jahr nach dem Börsengang will das mit Abstand wertvollste Unternehmen der Welt GoPro offenbar gehörig in die Suppe spucken. Die Rede ist natürlich von Apple (WKN 865985). Mehr dazu hier.
Der starke Ölpreisverfall hat fast alle Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt, so dass Analysten nun nicht nur ihre Ölpreisprognosen überarbeiten, sondern auch die Einschätzungen für einige Ölwerte. Zwar machten sich die fallenden Preise bei Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) (WKN 907391) noch nicht in den Geschäftsergebnissen bemerkbar. Trotzdem senkte man in dieser Woche bei Goldman Sachs den Daumen. Mehr dazu hier.
Derweil kämpft der Öl- und Gaskonzern OMV (WKN 874341) weiter mit widrigen Bedingungen. Kostete der Titel Anfang 2014 noch 34,79 Euro, ist der Kurs zuletzt bis auf 19,54 Euro abgestürzt. Nun zeichnet sich aber eine leichte Stabilisierung ab. Mehr dazu hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen hat die Berichtssaison bereits einige Highlights gebracht. Doch auch in der kommenden Woche stehen zahlreiche Berichte an, so berichten u.a.: Wincor Nixdorf (Montag); Delta Air Lines, Halliburton, IBM, Johnson & Johnson, Morgan Stanley, Netflix, SAP, Unilever (Dienstag); American Express, Barry Callebaut, BHP Billiton, eBay (Mittwoch); Starbucks, Union Pacific, United Continental (Donnerstag); General Electric, Honeywell, Kimberly-Clark, McDonald’s (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
10:00 EU Leistungsbilanz (November)

Dienstag
08:00 DE Erzeugerpreise (Dezember)
11:00 DE ZEW-Konjunkturerwartungen (Januar)
11:00 EU ZEW-Konjunkturerwartungen (Januar)
16:00 US NAHB Wohnungsmarktindex (Januar)

Mittwoch
14:30 US Baubeginne (Dezember)
14:30 US Baugenehmigungen (Dezember)
13:45 EU EZB Zinsentscheid
16:00 EU Verbrauchervertrauen (Januar)

Donnerstag
14:30 US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)
15:00 US FHFA Hauspreisindex (November)

Freitag
09:30 DE Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (Januar)
09:30 DE Einkaufsmanagerindex Dienste (Januar)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (Januar)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Dienste (Januar)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Gesamt (Januar)
16:00 US Frühindikatoren (Dezember)
16:00 US Verkauf bestehender Häuser (Dezember)

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1 KOMMENTAR

  1. Wohin geht der DAX und welche Rolle spielen die Finanzinstitute dabei? Sicherlich der
    DAX hat die 10000 Linie leicht genommen und sicherlich ist noch weiterer Spielraum
    nach oben. Wohin mit dem billigen Geld der EZB, die Finanzinstitute müssen wohl oder
    übel an den Finanzmärkten investieren. Die Privatwirtschaft kann auf diesen fahrenden
    Zug nur aufspringen und hoffen, dass alles gut geht. Die Ausdehnung der Geldmenge
    über die EZB sehen viele Menschen skeptisch, weil hier im Finanzbereich eine starke
    Inflation gefahren wird. Der positive Ausblick, dass durch die niedrigen Preise auf dem
    Rohölsektor die Inflation stabil bleibt, wird leider durch die Maßnahmen der EZB ins
    Gegenteil gedreht. Die Gefahren für die Finanzwirtschaft, dass wieder zunehmend
    Papiere mit hoher Verzinsung ins Depot geholt werden, die jedoch bei Fälligkeit oft
    zu Ausfällen in der Bilanz der Banken führen und hierdurch das knappe Eigenkapital
    wieder stark gefährden. Es nützt also bei den Banken wenig, wenn starke steuerliche
    Gewinne eingefahren werden -die die Staaten freuen- und bei den Managern die
    Gehälter steigen lassen. Hier hat die EZB eine große Verantwortung für die Geld-
    Stabilität. Die EZB ist nicht dafür zuständig, den Schuldenberg der Staaten noch
    größer werden zu lassen. Eigentlich sollte durch eine Maßvolle Politik der Währungs-
    Hüter der Euro stabil gehalten werden. Der starke Verfall gegenüber dem US-Dollar,
    sollte eigentlich schon zum Nachdenken zwingen. Sicherlich profitiert der Export
    zunehmend von einer Schwäche des Euros; jedoch schnell kann aus dem Euro
    auch ein „Glexi“ werden, den niemand mehr will. Wie schnell eine Währung den
    Bach runtergehen kann, sieht man am Beispiel von Russland? In Griechenland
    ist es wieder so weit, die Banken stellen einen Antrag auf Liquiditätshilfe? Das
    bekannte Fass ohne Boden in Griechenland kann von der EU nicht nachhaltig
    repariert werden. Ach, wohin geht es mit Europa und der Geldpolitik?
    Langfristig kommen alle EU-Staaten nicht um Reformen herum. Die Angleichung
    der Steuersätze wird sicherlich nur der Anfang sein. Es ist natürlich gut von
    der BRD, dass ein ausgeglichener Haushalt bereits 2014 erreicht wurde.
    Jedoch wichtig sollte sein, dass die EU-Staaten anfangen ihre Schulden
    jährlich mit 1 % zu tilgen, wie es auch die Privatleute tun muss. Nur die
    Schulden bei Fälligkeit ständig zu prolongieren -verlängern- kann es nicht
    sein. Hier steht die Glaubwürdigkeit aller EU-Staaten auf dem Spiel; nicht
    nur von Griechenland. Der Grundsatz in BRD, dass die Gütermenge etwas
    höher sein kann als die neue Geldmenge, sorgt zwar für ein wenig
    Deflation, jedoch die Geldstabilität bleibt gewahrt. Ein gutes Beispiel
    kann hier RWE sein, welches durch einen Firmenverkauf Geld hereinholt
    und dieses Geld zur Tilgung der Schulden einsetzt und gleichzeitig
    wieder stark in die erneuerbaren Energien investiert. So könnten unter
    Umständen 4 oder 5 neue Unternehmen bei RWE entstehen.

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