Die Kraft von Vorhersagen

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Senti14012015-230x180Prognosen seien schwierig, insbesondere, wenn sie die Zukunft beträfen, das wusste schon Mark Twain. Denn ihm wird dieses wunderbare Bonmot zugeschrieben. Dennoch sind treffsichere Vorhersagen – gerade wenn es um Geld geht – sehr gesucht. Und so wundert es nicht, wenn Finanzmarktexperten Prognoseirrtümer nicht gerne zugeben möchten. Viel häufiger werden indes Vorhersagen, die sich als falsch herausstellen, nicht zurückgenommen, sondern vorzugsweise peu à peu an die tatsächliche Marktentwicklung angepasst, als ob nichts geschehen sei und man immer schon gewusst habe, wohin der Kursverlauf strebt. Die Leidtragenden sind dann diejenigen, die sich auf solche Analysen verlassen haben, Sie müssen dann zusehen, wie sie mit diesen „Anpassungen“ zurechtkommen. Und oft geht ihre Anpassung an die Realität mit monetären Verlusten einher.

Deswegen erstaunte mich unlängst die Geschichte eines bekannten Analysten, von der mir mein ehemaliger Mitstreiter Herman Brodie berichtete. Denn der Experte – und das ist für diese Branche unüblich – gab unumwunden zu, dass er sich bezüglich der Entwicklung des Ölpreises geirrt habe: Der Fachmann hatte offenbar vor längerer Zeit vollmundig verkündet, der Preis für Rohöl würde, zumindest solange er auf der Welt sei, nicht mehr unter 50 Dollar pro Barrel fallen. In der Tat eine taktisch nicht ganz ungefährliche Prognose, denn auch Experten in Sachen Zukunft leben heutzutage manchmal länger, als sie es selbst für möglich halten. Mit anderen Worten: Der Analyst wäre gut beraten gewesen, die Gültigkeit seiner Prognose zeitlich zu begrenzen.

Aber nicht nur auf der zeitlichen Ebene überschätzen sich Prognostiker recht häufig. Gerade wenn es um Bandbreiten von Vorhersagen geht,…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.
Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

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