Deutschland will nicht (Teil II)

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Bildquelle: Pressefoto Europäische Zentralbank

Senti17122014-230x180Angesichts der starken Kursverwerfungen der vergangenen Tage und der heute endenden Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank mag das jüngste Statement von Bundesbankpräsident Jens Weidmann nicht auf das übliche Interesse gestoßen sein. So hatte Weidmann gegenüber dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten noch einmal seinen Widerstand gegen den Kauf von Staatsanleihen bekräftigt. Und dies, obwohl die Bundesbank zehn Tage, nachdem sie bereits ihren Inflationsausblick nach unten korrigiert hatte, noch einmal eine Revision nachreichte. Für mich sah es so aus, als habe Jens Weidmann seine Position noch nie so offen und deutlich wie gestern dargelegt, und das nicht nur, weil der Bundesbankpräsident einräumte, dass selbst in Deutschland einige Monate negativer Inflationsraten möglich seien und er eine solche Entwicklung dennoch nicht als Deflation bezeichnen würde. Denn er erklärte außerdem, dass die EZB ihrem Auftrag, für Preisstabilität zu sorgen, sogar dann nachkommen würde, wenn das Inflationsziel einige Zeit nicht erreicht würde – ein Zustand, der nun bereits seit knapp zwei Jahren in der Eurozone vorherrscht.

Mit anderen Worten: Es gibt keine Deflation, und es wird auch keine geben

Nun kann man durchaus über die Effektivität von quantitativen Lockerungsprogrammen trefflich diskutieren und auch der Meinung sein, die EZB sei kein „Sklave der Märkte“. Eine Notenbank müsse, wenn nötig, auch mal die Märkte enttäuschen, ließ sich Weidmann vernehmen. Das Problem ist nur: Dank der großen Versprechungen von EZB-Präsident Mario Draghi haben die Märkte ein quantitatives Lockerungsprogramm bereits seit langem eingepreist…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.
Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

Bildquelle: Pressefoto Europäische Zentralbank


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