Wochenrückblick KW50: Brent und das Fünf-Jahres-Tief bringen DAX unter Druck

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Die Aktienmärkte feierten zunächst die Ölpreisschwäche als großen Impulsgeber. Inzwischen wird der Preisverfall beim schwarzen Gold aber als Grund für schwächere Kurse angegeben (Stichwort Schwache Weltkonjunktur). Ja was denn nun? Entweder ist der niedrige Ölpreis gut für die Wirtschaft oder nicht. Zumal er maßgeblich auf ein gewaltiges Überangebot zurückzuführen ist und nicht durch eine sinkenden Nachfrage begründet ist. Der Ölpreis dürfte also weiterhin noch auf dem aktuellen Kursniveau für Furore sorgen, auch wenn es gute Argumente dafür gibt, dass der Preis von Brent-Öl mittelfristig wieder über 80 US-Dollar steigt.
Allerdings ist die aktuelle Einordnung des Ölpreises je nach Tagesstimmung ist also wenig zielführend. Immerhin darf man nicht vergessen: Die Preis für Öl befindet sich auf einem Fünf-Jahrestief und wirkt so als Konjunkturprogramm für viele Branchen und damit indirekt auch für deren Aktien. Daher taugt der Ölpreis nicht als Begründung für die aktuelle Börsenstimmung. Stattdessen handelt es sich bei den aktuellen Rücksetzern im DAX wohl schlicht um Gewinnmitnahmen, nachdem die großen Indizes die letzten Monate viel zu schnell auf neue Rekordhochs gesprintet sind. Zur Beruhigung: Die Zeit für eine große Korrektur vor Weihnachten ist viel zu kurz. Daher sollte man sich einfach entspannt zurücklehnen, (Teil-)Gewinne realisieren und sich auf Weihnachten freuen. Im neuen Jahr kann man sich dann wieder Sorgen um China machen oder die Inflationsentwicklung sorgsam beobachten. Bis dahin gilt: Abwarten und Glühwein trinken.

Aus Deutschland

Wenn es um Rechtsrisiken ging, stand bisher unter den deutschen Vorzeigebanken eher der Branchenprimus Deutsche Bank (WKN 514000) im Fokus. Doch auch bei der Commerzbank (WKN CBK100) liegen einige Leichen im Keller und verhindern damit eine Erholung der Aktie. Unsere Einschätzung hier.
Während sich am Freitag der Gesamtmarkt sehr schwach zeigt, wird der SAP-Aktie (WKN 716460) in Form eines negativen Analystenkommentars ein zusätzlicher Schlag versetzt. Allerdings warten Anleger nun schon seit fast zwei Jahren darauf, dass der einstige Liebling der Anleger am deutschen Aktienmarkt zu alter Stärke zurückfindet. Unsere Einschätzung hier.
Am Tag als die Elefantenhochzeit zwischen den beiden im MDAX gelisteten Immobilienkonzernen
Deutsche Annington (WKN A1ML7J) und Gagfah (WKN A0LBDT) bekannt wurde, musste die Aktie der Deutschen Annington ihren steilen Aufstiegskurs seit dem Börsengang im Juli 2013 kurz unterbrechen. Doch zuletzt hat dieser sogar noch an Schwung gewonnen. Schließlich geht der Boom in der deutschen Immobilienbranche weiter. Näheres über die aktuellen Kurschancen beleuchten wir in unserem aktuellen Newsletter Die Börsenblogger D-A-CH Rundschau. Wer das kostenfreie PDF jede Woche automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.
Nachdem die immer noch weitgehend unbekannte Joma Industrial ihr offizielles Übernahmeangebot für die restlichen Aktien des österreichischen Öl- und Gasfeldausrüsters C.A.T. oil (WKN A0JKWU) offiziell vorgelegt hatte, sprang der SDAX-Wert gestern um rund 16 Prozent in die Höhe. Dabei war an sich nichts Überraschendes passiert. Mehr dazu hier.

Internationales

Als Facebook (WKN A1JWVX) 1 Mrd. US-Dollar für den Foto-Dienst Instagram hinblätterte war man sich an den Finanzmärkten weitgehend einig, dass der Kaufpreis zu hoch ausgefallen war und sogar teilweise ein Vorbote einer neuen Tech-Blase sei. Doch da nun bekannt wurde, dass Instagram mehr Nutzer als der Kurznachrichtendienst Twitter (WKN A1W6XZ) hat und schnell weiterwächst, könnte Mark Zuckerberg am Ende sogar ein Schnäppchen gelungen sein. Mehr dazu hier.
Wegen der sehr schwachen Gesamtmarktstimmung geht es fast schon unter, dass der, gemessen am Umsatz, größte Pharmakonzern der Welt Novartis (WKN 904278) erneut gute Nachrichten zu verzeichnen hatte. Allerdings sollte die Novartis-Aktie ihre jüngste Rekordjagd bald wieder fortsetzen. Mehr dazu hier.
Auch wenn der Blick auf den Jahreschart dies nicht gleich erahnen lässt, ist doch die Zumtobel-Aktie (WKN A0JLPR) mit einem Plus von knapp 45 Prozent der beste Wert im österreichischen ATX in diesem Jahr. Dabei dürfte dem Papier des Leuchtenherstellers weiterhin der voranschreitende Konzernumbau zugutekommen.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen läuft in den letzten Wochen des Jahres nur wenig.

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
00:50 JP Tankan-Bericht (Q4)
14:30 US Empire-State-Manufacturing Index (Dezember)
15:15 US Industrieproduktion (November)
16:00 US NAHB Wohnungsmarktindex (Dezember)

Dienstag
09:30 DE Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (Dezember)
09:30 DE Einkaufsmanagerindex Dienste (Dezember)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (Dezember)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Dienste (Dezember)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Gesamt (Dezember)
11:00 EU Handelsbilanz (Oktober)
11:00 DE ZEW-Konjunkturerwartungen (Dezember)
14:30 US Baubeginne (November)
14:30 US Baugenehmigungen (November)

Mittwoch
11:00 EU Verbraucherpreise (November)
14:30 US Verbraucherpreise (November)
14:30 US Leistungsbilanz (November)
20:00 US Fed Zinsentscheid

Donnerstag
10:00 DE ifo-Geschäftsklima (Dezember)
14:30 US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)
16:00 US Frühindikatoren (November)
16:00 US Philly-Fed-Index (Dezember)

Freitag
08:00 DE Erzeugerpreise (November)
08:00 DE GfK Konsumklima (Dezember)
10:00 EU Leistungsbilanz (Oktober)

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