Brent-Öl mittelfristig wieder über 80 US Dollar

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Der Ölpreis fiel zuletzt auf ein neues Fünfjahrestief. Gleichzeitig sorgt die zwischenzeitliche Untätigkeit der OPEC dafür, dass es auf Sicht der kommenden sechs Monate keine belastbaren Preistreiber gibt. Doch spätestens mit der OPEC-Sitzung im Juni dürfte sich dies ändern.

Dabei sind unsere DZ BANK Analysten der Ansicht, dass die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) bei ihrer nächsten halbjährlichen Sitzung das nachholen sollte, worauf man sich Ende November nicht einigen konnte. In diesem Fall hat die Organisation ihre Hände (vorerst) in den Schoß gelegt und die seit Januar 2012 bei 30,0 Millionen Barrel pro Tag (mbd) liegende Förderquote beibehalten, obgleich das Kartell den Markt in einer spürbaren Überversorgungssituation sieht. Vielmehr gab es auch keinerlei Bekenntnis zu einer disziplinierteren Einhaltung der Produktionsquote, was zumindest als schwaches Signal einer Preisstabilisierungsbereitschaft der OPEC hätte gewertet werden können.

Insbesondere Saudi-Arabien, als wichtigstes OPEC-Land, musste dabei mitansehen wie kleinere Produzenten aufgrund der Wichtigkeit der Einnahmen aus den Ölverkäufen für ihre Staatshaushalte größere Mengen verkauften als vereinbart. Auch wegen dieser mangelnden Disziplin dürfte es Saudi-Arabien so langsam satt sein, quasi im Alleingang die Produktionsmengen der OPEC zu steuern. Gleichzeitig fürchtet man dort die Konkurrenz, die die US-Schieferölindustrie darstellt. Schließlich geht es hierbei um wichtige Marktanteile, die man bei einer Kürzung der Förderquote auf das Spiel setzt. Deshalb wurde die Untätigkeit der OPEC am Markt ganz besonders als Kampfansage gegen die Ölproduzenten in Nordamerika gewertet. Man hofft, dass sich viele dortige Projekte bei weiter fallenden Ölpreisen nicht mehr rechnen.

Trotz der aus Sicht unserer DZ BANK Analysten überraschenden Entscheidung der OPEC, ist man auf Analystenseite nicht der Meinung, dass sie – bzw. präziser formuliert Saudi-Arabien – einen (auf die Absenkung der US-Produktion gerichteten) Preiskrieg gegen die US-Schieferölindustrie führt, den sie langfristig nicht gewinnen kann. Hierzu wären „Kampfpreise“ von 50 bis 60 US-Dollar – und das über einen längeren Zeitraum erforderlich –, die sich Saudi-Arabien laut Analysteneinschätzung aufgrund seiner eigenen fiskalischen Situation sowie wegen drohender außenpolitischer Großschäden im Verhältnis zu den USA, Russland und einigen (besonders „klammen“) OPEC-Partnern nicht leisten wird.

Beim nächsten OPEC-Meeting im Juni 2015 sollte es daher zu einer Produktionskürzung kommen, auch weil kleinere Mitglieder angesichts weiterer sechs Monate mit niedrigen Preisen zu dem Schluss kommen sollten, dass es wohl doch besser wäre sich an einer „kollektiven Kürzungsrunde“ zu beteiligen und nicht mehr von Saudi-Arabien die alleinige Anpassung zu verlangen. Angesichts der Konjunkturschwäche in vielen Teilen der Welt und der damit nicht gerade üppig ausfallenden Ölnachfrage ergeben sich bis dahin jedoch keine belastbaren Preistreiber. In der DZ BANK Researchabteilung geht man deshalb erst wieder nach einer „nachgeholten OPEC-Kürzung“ beim Brent-Rohölpreis im dritten Quartal 2015 von Notierungen von 80 US-Dollar und im Schlussquartal des kommenden Jahres von Notierungen von 85 US-Dollar aus.

Angesichts der aktuellen Lage an den weltweiten Ölmärkten könnte sich ein Call-Optionsschein der DZ BANK (WKN DG2HVU) auf einen Brent Future (12/2015-Kontrakt) anbieten. Der Schein (Fälligkeitstag: 17.11.2015) weist einen Strike von 70 US-Dollar auf und ist nicht währungsgesichert. Das Bezugsverhältnis liegt wiederum bei 10:1.

Stand 10.12.2014/ Ein Gastkommentar von Stefano Angioni, eniteo
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