Deutschland will nicht

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Bildquelle: Pressefoto Europäische Zentralbank

Senti10122014-230x180Die Zeichen mehren sich, dass die Europäische Zentralbank das größte Anleihekaufprogramm in ihrer Geschichte möglicherweise bereits im Januar in Angriff nehmen wird. Nun gibt es nach Informationen der FAZ innerhalb der EZB Berechnungen darüber, wie sich ein solches QE-Programm auf die Inflation auswirken könnte. Danach würde ein Anleihekaufprogramm in Höhe von 1.000 Milliarden Euro eine Erhöhung der Inflationsrate von lediglich 0,15-0,60 Prozent mit sich bringen. Diese Berechnung basiert auf verschiedenen makroökonomischen Modellen, bei denen der Durchschnittsinvestor vermutlich keine Ahnung hat, worauf diese beruhen. Aber darum geht es auch nicht.

Die Reaktion auf diese Simulationen fiel erwartungsgemäß unterschiedlich aus. Die einen wehren sich ohnehin vehement aus verschiedensten Motiven gegen ein QE-Programm. Wobei man natürlich durchaus zu dem Schluss kommen könnte, dass bei einer Erhöhung der Inflationsrate am unteren Ende der Simulationsbandbreite von 0,15 Prozent Anleihekäufe zur Bekämpfung von Deflationsgefahren ohnehin keinen Sinn hätten. Andere wiederum rechnen hoch und kommen zu dem Schluss, dass man für ein Prozent Mehr an Inflation ein QE-Programm von ca. 7.000 Milliarden Euro auflegen müsste.

Mir scheint indes nur eines gewiss: Die bisherigen Maßnahmen der EZB (Covered Bonds und ABS-Ankäufe) sind nicht dazu geeignet, die Bilanzsumme der Zentralbank um eine Billion Euro aufzublähen, geschweige denn gegen sinkende Inflationsraten wirkungsvoll vorzugehen…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.
Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

Bildquelle: Pressefoto Europäische Zentralbank


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