E.ON: Ein gewisser Charme

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Bildquelle: Pressebild Rolf Sturm/E.ON

Nach dem Motto „die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen“ reagiert E.ON (WKN ENAG99) auf die Energiewende. Doch aus heutiger Sicht ist ein Erfolg der mutigen Strategie trotz der vorhandenen Chancen alles andere als garantiert.

Die Finanzmärkte haben ein eindeutiges frühes Urteil über die radikalen Aufspaltungspläne bei Deutschlands größtem Energieversorger E.ON gefällt. Schließlich konnte die E.ON-Aktie nach der Ankündigung der Düsseldorfer, die Geschäftsfelder konventionelle Energieerzeugung, globaler Energiehandel und Exploration in einer eigenständigen Gesellschaft zu bündeln und mehrheitlich in 2016 an die Aktionäre abzuspalten, deutlich zulegen. Zur gleichen Zeit wurde die Nachricht in Bezug auf die RWE-Aktie negativ aufgenommen, wonach die Nummer zwei am deutschen Energiemarkt ihrerseits, keine ähnliche Abspaltung anstreben würde.

Aufgrund des technologischen Fortschritts und des unumkehrbaren Prozesses, in dem Ökostrom eine immer weiter wachsende Bedeutung zukommt, will man sich bei E.ON zukünftig auf die Bereiche erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen konzentrieren. Dort sollen auch rund 40.000 der aktuell insgesamt etwa 60.000 Mitarbeiter unterkommen. In diesen aus Sicht unserer DZ BANK Analysten wachsenden bzw. stabilen und zukunftsträchtigen Segmenten will E.ON auch mehr investieren und stockt seine Investitionsbudget für 2015 um weitere 500 Mio. Euro auf.

Während dem Geschäft mit erneuerbaren Energien enorme Chancen beigemessen werden, ist es noch nicht sicher, dass E.ON die Bereiche Atom, Kohle und Gas so einfach loswird. Schließlich ergeben sich einige regulatorische Fragen. Dabei treibt die Politik insbesondre die Frage um, ob die gebildeten Rückstellungen für den Rückbau der sieben E.ON-Atomkraftwerke ausreichen werden. Auf Investorenseite dürfte die Abspaltung jedoch gut ankommen. Immerhin werden mit der konventionellen Energieerzeugung und mit dem Bereich Ökostrom verschiedene Anlegergruppen angesprochen. Heutzutage gibt es sogar Fonds und andere Investoren, die grundsätzlich nicht in Konzerne investieren, die an der fossilen Energieerzeugung festhalten.

Angesichts der Tragweite der E.ON-Entscheidung konnten Anleger zuletzt darüber hinwegsehen, dass E.ON zwar seine Prognose für 2014 für den nachhaltigen Nettogewinn und das EBITDA bestätigen konnte, im vierten Quartal aber nochmals außerordentliche Wertberichtigungen in Höhe von 4,5 Mrd. Euro vornehmen muss. Diese sollen wiederum zu einem Konzernfehlbetrag in mehrstelliger Milliardenhöhe führen. Für 2014 und 2015 wird jedoch eine feste Dividende von je 0,50 Euro je Aktie angestrebt, was den bisherigen Konsensschätzungen entspricht.

Alles in allem ist man in der DZ BANK Researchabteilung der Ansicht, dass die Absicht, die wachstumsträchtigen und stabilen Geschäftsfelder zu behalten und weiterzuentwickeln und die volatilen und risikobehafteten Bereiche an die Aktionäre abzugeben einen gewissen Charme hat. Die Umsetzung ist aber mit hoher Unsicherheit (Verkäufe, Genehmigung von Aufsichtsbehörden und der Hauptversammlung, Kreditrating) behaftet. In einer ersten Einschätzung halten sich daher laut Einschätzung unserer DZ BANK Analysten die positiven und negativen Argumente die Waage. Daher wurde zwar das „Halten“-Rating bestätigt, der faire Wert für die E.ON-Aktie von zuvor 13,40 auf 14,80 Euro angehoben.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Mit Blick auf die fundamentale Analyse des Unternehmens E.ON könnte sich ein Discount-Zertifikat (WKN DZY7VP) der DZ BANK auf den DAX-Konzern als Investmentgelegenheit anbieten. Der Rabatt des Zertifikats im Vergleich zum aktuellen Aktienkurs dient zusätzlich als Sicherheitspuffer. Für diesen Abschlag (Discount) von aktuell knapp 12 Prozent ist der Auszahlungsbetrag auf den Höchstbetrag (Cap) von 14,00 Euro begrenzt. Das Zertifikat (Fälligkeitstag 23.12.2015) wendet sich also an Anleger, die davon ausgehen, dass der Kurs der E.ON-Aktie am Bewertungstag (16.12.2015) auf oder über 14,00 Euro notieren wird. In diesem Fall wird der maximale Auszahlungsbetrag von 14 Euro fällig und die Rendite würde bei einem aktuellen Briefkurs des Zertifikats von 13,10 Euro bei knapp 7 Prozent liegen.

Stand 03.12.2014/ Ein Gastkommentar von Stefano Angioni, eniteo
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Bildquelle: Pressebild Rolf Sturm/E.ON


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