Immofinanz: Entspannung in Russland

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Bildquelle: Immofinanz

Da Immofinanz (WKN 911064) knapp ein Viertel seiner Immobilienbestände in Russland hält, bekommt der Konzern den dortigen Wirtschaftsabschwung seit dem Sommer verstärkt zu spüren. Weil viele Mieter in den insgesamt fünf russischen Einkaufszentren der Wiener durch den schwachen Rubel mit Erlösrückgängen kämpfen, muss ihnen Immofinanz mit Mietsenkungen entgegenkommen. Daher sind die Mieteinnahmen in Russland im zweiten Geschäftsquartal (per Ende Oktober) anders als in den Quartalen zuvor nicht mehr gestiegen.

Das Worst Case-Szenario – eine Enteignung der Objekte – ist aber vom Tisch. Denn wie der russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew jüngst betonte, sähen weder das russische Recht noch die russische Wirtschaftspolitik eine Enteignung ausländischer Firmen vor. Damit dürfte die Aktie zumindest einen Teil der Verluste wieder wettmachen können, die der Titel in den vergangenen Monaten erlitten hatte. „Die Aktie ist mittlerweile so gepreist, wie wenn die Russland-Objekte verstaatlicht worden wären“, so die Analysten der Erste Group Bank.

Die Experten sehen die Aktie sehr positiv: „Wir sehen die Immofinanz neben S Immo (WKN 902388) derzeit als einen der attraktivsten Werte unter den von uns gecoverten österreichischen Immos. Bewertungstechnisch weist Immofinanz quer durch die Bank Abschläge auf.“ Nachdem in diesem Jahr durch die Buwog-Abspaltung (WKN A1XDYU) keine Dividendenzahlung möglich war, sollten im Oktober 2015 nach Schätzung der Experten wieder 0,15 bis 0,20 Euro je Aktie ausgeschüttet werden, wobei ein Teil auch für ein Aktienrückkaufprogramm verwendet werden könne. Das Kursziel der Erste Bank lautet 3,10 Euro und lässt reichlich Luft nach oben. Aktuell steht der Titel bei gerade mal 2,37 Euro.

2014 war kein gutes Jahr für die Immofinanz-Aktie. Nun sollte der Ausverkauf aber beendet sein. Die hohe Dividendenrendite sorgt für Halt.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Wenn die Experten Recht bekommen, können Anleger mit einem Turbo Long-Zertifikat von Raiffeisen Centrobank (ISIN AT0000A195P8) mit einem Hebel von 3,8 an Kursgewinnen partizipieren. Würde das Kursziel der Erste Group Bank erreicht, käme es beim Turbo zu Gewinnen von 117 Prozent. Ein Capped Bonus-Zertifikat (ISIN AT0000A195J1) ermöglicht ein Investment mit Teilschutz. Wenn die Aktie bis Jänner 2016 stets über 2,00 Euro bleibt, ist mit dem Papier ein Ertrag von 23,0 Prozent drin. Der Abstand zur Barriere beträgt jedoch nur 15,6 Prozent. Daher ist auch hier Risikobereitschaft gefragt.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Immofinanz


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