Kupfer: Auf Krawall gebürstet?

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Die weltweiten Kupferpreise könnten der nächste Rohstoff sein, der in eine dynamische Abwärtsbewegung wie Öl eintreten wird.

Der Kupferpreis befindet sich in einer klaren Bewegung: Abwärts. Die Produktionskosten werden für 90% der Branche im kommenden Jahr nur noch bei 5600 USD/Tonne liegen. Heute sind sie noch etwas höher, da die Konzerne noch einen höheren Ölpreis in ihren Bilanzen stehen haben. Im nächsten Jahr wird sich der Rutsch im Ölpreis um ein Drittel bemerkbar machen.

Vor drei Jahren befand sich der Kupferpreis gerade auf dem Weg, die 10.000-USD-Marke zu erstürmen. Jetzt sind wir fast 4000 USD darunter.

Da sich der Kupfermarkt wie fast alle Rohstoffmärkt in einem Überangebot befindet orientiert sich der Preis an den Produktionskosten. Fallen diese, sinkt auch der Preis. Mein bereits vor zwei Jahren genanntes und damals als illusorisch betrachtetes Kursziel von 4900 USD/Tonne rückt in Reichweite:

Quelle: Guidants Rohstoff-Analysen
Quelle: Guidants Rohstoff-Analysen

Goldman Sachs schreibt in einer Studie heute Morgen, dass der Rutsch im Kupferpreis ähnlich dynamisch wie beim Vorläufer Brent Crude Oil erlaufen könnte:

„Die Ölpreise haben sich seit Juni um 30% verringert. Darauf habe auch die Ölindustrie reagiert, indem sie sich gegen weiter fallende Preise abgesichert habe. Darauf weisen Analysten der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs hin. „Der Rückgang wurde beschleunigt, als Produzenten unter 90 USD verstärkt begannen, sich gegen fallende Preise abzusichern“, schreibt Goldman Sachs. Nun sei Kupfer unter eine vergleichbare Unterstützung gesunken, welche bei 3 USD/Pound beziehungsweise 6600 USD/Tonne liege. Dies „schafft Raum für eine ähnlich dynamische Welle von Produzenten-Absicherungen.“ Dies könnte zu einer überraschend scharfen Preiskorrektur im Kupferpreis führen, heißt es. Dabei würden die Produktionskosten in den Fokus des Marktes rücken. 90% des Kupfers, das im Jahr 2015 an den Markt geliefert werden wird, werde zu 5600 USD/Tonne produziert. Weitere 5% würden unter 6300 USD/Tonne defizitär werden, schreibt Goldman Sachs.“

Ich schließe mich der Meinung an. Kupfer bleibt ein klarer Short-Kandidat.

Autor: Jochen Stanzl, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de.

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


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