Schlussgong: Pimco-Chef Bill Gross – der König der Anleihen setzt auf Aktien

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Die Aktienmärkte sind heute in Europa und in den USA mit leichten Gewinnen in das Wochenende gegangen. Insgesamt liegt eine sehr erfreuliche Börsenwoche hinter uns. Selbst das schwache Verbrauchervertrauen in den USA konnte den Aufwärtstrend nur kurzfristig stoppen.

Positiv wurde am Aktienmarkt aufgenommen, dass 2010 ein neuer Großinvestor das Spielfeld betreten wird. Wie in diesen Tagen bekannt wurde, will der berühmte amerikanische Vermögensberater Pimco im nächsten Jahr zum ersten Mal einen reinen Aktienfonds auflegen.

US-Vermögensverwalter gründet Aktienfonds

Pimco genießt in der Finanzbranche einen fast schon legendären Ruf. Der Superstar im Unternehmen ist der Pimco-Gründer Bill Gross, der “König der Anleihen”. Gross leitet den Pimco Total Return, den größten Anleihenfonds der Welt. Über Jahrzehnte hat Groß mit seinen Zins-Investments Top-Renditen erreicht. Wenn Warren Buffett der König der Aktien-Investoren ist, trifft das bei den Anleihen auf Bill Gross zu. Daher ist es besonders bemerkenswert, dass gerade Pimco Aktienfonds gründen will.

Zum einen ist das sicherlich ein marketingtechnischer Schachzug der Pimco-Mutter Allianz (die deutsche Allianz-Versicherung hat Pimco im Jahr 2000 gekauft). Da viele Fondsanbieter im Crash 2007 bis 2009 sehr gelitten haben, kann ein Vermögensberater, der seinen Ruf nicht verbrannt hat, in diese Lücke stoßen und relativ leicht Marktanteile gewinnen. Die Allianz will mit dem erstklassigen Namen Pimco Geld verdienen.

Zum anderen ist das auch ein Hinweis darauf, dass Pimco das anvertraute Vermögen breiter streuen will. Ich habe es gestern hier im Schlussgong ausführlich analysiert: Speziell Staatsanleihen stehen in den nächsten Jahren vor sehr harten Zeiten. Wenn die Inflationsrate anspringt und die Rating-Noten der hoch verschuldeten Staaten wackeln, wird es am Anleihen-Markt stürmisch. Es wäre dann praktisch, wenn Pimco das Geld in hauseigene Aktienfonds (Sachwerte) umleiten kann.

2010 wird das Jahr der Umschichtungen: Die Aktienquoten werden steigen und den Markt beleben

Wir reden hier auch nicht von einem kleinen Nischenanbieter. Pimco verwaltet fast 950 Mrd. USD. Wenn davon mittelfristig 20% in den Aktienmarkt umgeleitet werden, ist das schon eine Hausnummer.

Pimco ist auch nur ein prominentes Beispiel für den Umdenkungsprozess. Auch in Deutschland sind viele Großinvestoren nur ganz schwach im Aktienmarkt vertreten. Der Druck wird aber immer größer: Die Rally seit März 2009 verpasst, die Mini-Renditen der Staatsanleihen reichen nicht, um die Kosten zu decken und neue Kunden anzulocken und die Inflationserwartung übt zusätzlichen Umschichtungsdruck Richtung Sachwerte aus.

Großinvestoren sind angesichts der drohenden Inflationsszenarien noch zu defensiv aufgestellt

Eine Umfrage von Telos und der Beratungsfirma Prof. Homburg & Partner hat ergeben, dass die Aktienquote der deutschen Großinvestoren im Sommer bei unter 10% lag. In Spitzenzeiten erreichte die Aktienquotei 20 bis 30%. In der Finanzkrise haben die Investoren Aktien verkauft und Staatsanleihen im großen Stil gekauft (Depot-Anteil 80%!). Eine Depotstruktur, die in Inflationszeiten äußerst ungesund ist.

Daher bin ich fest überzeugt: 2010 wird sehr viel frisches Geld in den Markt fließen. Wenn sich die Konjunktur auch nur halbwegs freundlich präsentiert, wartet ein sehr renditereiches Aktienjahr auf uns.


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