Im Fokus Apple: Tatsächlich unterbewertet?

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Mit seinen jüngsten Quartalsergebnissen hat Apple (WKN 865985) die Anlegerwelt erneut begeistert. Allerdings bleibt es abzuwarten, wie lange der Höhenflug andauern kann, wenn eine Hardware-Revolution Mangelware bleibt.

Ähnlich wie im Fall früherer Produktpräsentationen verlor die Apple-Aktie auch nach den Vorstellungen der neuesten iPhone- und iPad-Generation etwas von ihrem Wert. Dies liegt unter anderem daran, dass es der Konzern versteht, die Erwartungen in die Höhe zu schrauben. Zwar soll im kommenden Jahr endlich auch eine Armbanduhr aus dem Hause Apple erscheinen, doch erneut konnte der Konzern nicht für eine Technologierevolution sorgen. Mit den jüngsten Quartalsergebnissen konnte das Unternehmen jedoch kurzfristig aufgekommene Kritik an mangelnden Innovationen ersticken und der Apple-Aktie zu einem neuen Höhenflug verhelfen.

Obwohl Apple derzeit mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 600 Mrd. US-Dollar das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt ist, hält US-Starinvestor und Apple-Aktionär Carl Icahn die Apple-Aktie weiterhin für deutlich unterbewertet. Wenn man sich das vor allem im Vergleich zu anderen US-Technologiewerten geringe Kurs-Gewinn-Verhältnis anschaut, könnte daraus etwas dran sein. Dabei hat Icahn auch schon eine genaue Vorstellung davon, wie Konzernchef Tim Cook dem Papier zu einem seiner Ansicht nach fairen Kurs von rund 200 US-Dollar verhelfen könnte. In einem Brief vom 9. Oktober forderte er das Management einmal mehr auf, das schon üppige Aktienrückkaufprogramm aufzustocken. Sollte sich Icahn erneut durchsetzen, könnte dies der Apple-Aktie zu einer weiteren Rekordjagd verhelfen.

Bei den Geschäftszahlen ist Apple ebenfalls auf Rekordjagd. Dabei konnten zuletzt lediglich die rückläufigen iPad-Absätze das Gesamtbild eintrüben. Laut Unternehmensangaben vom 20. Oktober konnte Apple im vierten Fiskalquartal 2013/14 die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent auf 42,1 Mrd. US-Dollar steigern. Für das laufende erste Fiskalquartal 2014/15 geht das Unternehmen sogar von einem neuen Rekordwert von 63,5 bis 66,5 Mrd. US-Dollar aus. Der Grund für diesen Erfolg liegt vor allem in den hervorragenden Verkaufszahlen des iPhones. Immerhin verbuchten die neuen Modelle Anfang September den erfolgreichsten Verkaufsstart überhaupt und sorgten dafür, dass im abgelaufenen Quartal etwas über 39 Millionen iPhones an den Mann gebracht werden konnten. Gleichzeitig schaffte es Apple die Bruttogewinnspanne von 37 auf 38 Prozent anzuheben, während Konkurrenten wie Samsung wegen des harten Preiswettbewerbs in einigen Märkten mit rückläufigen Margen zu kämpfen haben.

Trotz dieser Erfolge bleibt die Frage, wie viel Potenzial die Apple-Aktie haben wird, wenn sich Apple-Fans nicht mehr nur mit Produktauffrischungen abspeisen lassen und sich möglicherweise eine Sättigung am Smartphone-Markt einstellt. Die „Apple Watch“ hätte das Potenzial zu einem neuen Gewinnbringer. Doch auch sie ist keine Weltneuheit, während die häufigen Ladezeiten ein Ärgernis sein könnten. Im Fall des Bezahlsystems „Apple Pay“ stellt sich wiederum die Frage, ob es sich langfristig durchsetzen wird. Schließlich haben schon andere Unternehmen ohne großen Erfolg versucht mithilfe so genannter NFC-Systeme Brieftaschen und Bargeld überflüssig zu machen. Damit müssten sich Investoren dann wieder darauf verlassen, dass Carl Icahn mit seinen Forderungen nach größeren Aktienrückkaufprogrammen beim Apple-Management Gehör findet.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Apple-Aktie erwarten, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DT427Q) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,44, die Knock-Out-Schwelle bei 79,10 US-Dollar. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DT428D, aktueller Hebel 3,40; Knock-Out-Schwelle bei 129,50 US-Dollar) auf fallende Kurse der Apple-Aktie setzen.

Stand: 28.10.2014/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets
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2 KOMMENTARE

  1. Sind $200 wirklich realistisch? Nach dem iPhone 6 Plus hat sich auch das iPhone 6 bei „Normalnutzung“ als Klapphandy herausgestellt. Hier rollt eine Reklamationswelle an, weil sich das Problem bei den meisten Nutzern nicht in den ersten Wochen zeigen sollte, in denen ein neues Smartphone meist noch pfleglicher behandelt wird. Beim Macbook-Pro rollt gerade eine Prozesslawine auf Apple zu, weil bei den 2011er Modellen die Grafikchips reihenweise sterben. In den USA scheint es bisher schon 20.000 Fälle zu geben, die ersten Sammelklagen laufen, die nächsten sind in Vorbereitung. Technologisch hinkt Apple bereits einige Jahre hinter der Konkurrenz zurück und ApplePay wurde mit einer Minimal-Marge in den Markt gepushed, die erst noch zeigen muss, ob sie auch nur kostendeckend arbeiten kann. Die AppleWatch ist geflopped: Sie wurde halbfertig vorgestellt und wesentliche technische Daten werden sicherheitshalber noch geheim gehalten.
    Risiken über Risiken und kein Hinweis, dass der Konzern nach dem finalen Abschied seines Gründers die Wende schaffen könnte.

  2. Also 200 US-Dollar halte ich aktuell auch für übertrieben. Allerdings sollte man Apple bestimmt nicht abschreiben. Neben den fast schon obligatorischen Verkaufsrekorden beim iPhone überraschte zuletzt ganz besonders der Erfolg mit Mac-Computern. Wenn man dann noch die Zusammenarbeit mit IBM in Betracht zieht, steht Apple nicht nur im Geschäft mit Firmen eine rosige Zukunft bevor, sondern auch im traditionellen PC-Geschäft insgesamt. Und wenn dann noch bei Apple Pay eine Zusammenarbeit mit Alibaba in China zustande kommen sollte, dürfte man Apple eine zugegebenermaßen wenig überzeugende Apple Watch verzeihen.
    Ganz abgesehen von den Dividenden und Aktienrückkäufen.

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