Telekom Austria: Kapitalerhöhung kommt

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Bildquelle: Pressefoto Telekom Austria

Bis zum 16. Oktober konnten Nachzügler ihre Telekom Austria-Aktien (WKN 588811) zu 7,15 Euro je Stück América Móvil andienen. Schon in der regulären Übernahmefrist war der Konzern des Milliardärs Carlos Slim in den Besitz von knapp 51 Prozent der Anteile gelangt. Wie viele Papiere der Mexikaner während der Nachfrist eingesammelt hat, stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest. Da die Österreichische Staatsholding ÖIAG 28,4 Prozent hält, ist aber bereits jetzt klar, dass ein Teil der Stücke wieder auf den Markt kommen wird. Denn Slim hat sich verpflichtet, einen Streubesitz von mindestens 24 Prozent zu erhalten. „Wenn wir mehr als 50 Prozent bekommen, so werden wir innerhalb von zwei Jahren so viele Aktien abgeben, um diesen Streubesitz sicher zu stellen“, sagte América-Móvil-Finanzchef Carlos Garcia Moreno im Mai dem Nachrichtenmagazin „News“.

Nach dem Ende der Nachfrist ist die Telekom-Aktie prompt unter die Räder gekommen. Die Analysten von Kepler Cheuvreux haben ihr Votum von „Hold“ auf „Reduce“ und das Kursziel von 7,50 auf 6,50 Euro gesenkt, da die Unterstützung durch das Übernahmeangebot nun beendet sei. Die Risikofaktoren bei der Telekom verlangten jedoch einen großen Abschlag im Vergleich zu anderen Branchentiteln. Der Kursdruck könnte zunächst also anhalten, zumal bereits durchsickerte, dass die Telekom noch im laufenden Jahr den Kapitalmarkt anzapfen will. América Móvil hat eine rund eine Mrd. Euro schwere Kapitalerhöhung bis Mitte 2015 angekündigt. Dieser Schritt sei nun mit dem Ende der Nachfrist wahrscheinlicher geworden, meinen Insider. Sollten sich die Finanzmärkte nun beruhigen, dürfte der Schritt recht bald kommen. Slim und die ÖIAG werden zwar voll mitziehen. Doch um den Streubesitz von 24 Prozent zu gewährleisten, sind die Großaktionäre auch auf externe Investoren angewiesen. Diese werden sicherlich einen hohen Preisabschlag zum aktuellen Kurs einfordern.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Anleger sind daher gut beraten, wenn sie via Discountzertifikat von der Raiffeisen Centrobank (ISIN AT0000A14XB6) zunächst in die Defensive gehen. Das Papier generiert im Juli 2015 eine Rendite von 4,4 Prozent, wenn die Telekom-Aktie mindestens bei 6,00 Euro steht. Risikobereite Anleger können mit einem Turbo Long-Zertifikat (ISIN AT0000A15948) auf eine Kurswende setzen, sollten dazu aber den Abschluss der Kapitalerhöhung abwarten.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Pressefoto Telekom Austria


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