DAX: Head & Shoulders und andere Bedrohungen

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Senti_08102014-230x180Nun habe ich mich schon seit langer Zeit von der Chartanalyse verabschiedet, bin aber jetzt ein paarmal darauf angesprochen worden, wie ich auf der wöchentlichen Chart die große Head & Shoulders Formation beim DAX einschätze. Mir ist aufgefallen, dass dieses Thema zuletzt nicht so häufig kommentiert wurde, möglicherweise, weil diese Formation die wichtigste und bekannteste aller Chartbilder darstellt: Head & Shoulders am Ende eines Aufwärtstrends verheißt laut Lehrbuch nichts Gutes. Aber das wissen fast alle, die mit Finanzmärkten zu tun haben. Und ich kann mir gut vorstellen, dass viele Akteure im Vertrauen auf solche Formationen schon viel Geld verloren haben, weil es nicht wie erwartet nach Durchbruch der Nackenlinie (beim DAX liegt sie derzeit bei 8.895 Zählern!) zum großen Ausverkauf kam. Stattdessen gab es aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades (vgl. dazu auch HIER) häufig Fehlsignale, so dass möglicherweise kaum jemand mehr auf dieses einst so bedeutungsvolle Muster blickt. Zumal die DAX-Formation auch nicht gerade besonders schön geschnitten ist, was manchen Chartisten zur Zurückhaltung mahnen dürfte.

Vielleicht bin ich gerade deswegen ins Grübeln gekommen. Aber die Situation ist geradezu klassisch. Als der DAX nämlich am 19. September sein letztes Zwischenhoch markierte, konnte man bei der Stimmung der mittelfristigen Anleger zwei Tage zuvor einen vergleichsweise hohen Optimismus feststellen. Ebenfalls am 19. September markierte der amerikanische S&P 500 übrigens sein jüngstes Allzeithoch, weswegen der eine oder andere sich für den DAX Ähnliches versprochen haben mag. Wer jedoch im gleichen Zeitraum den Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar betrachtet, muss unweigerlich zum Schluss kommen, dass zumindest US-Anleger derzeit kein gesteigertes Interesse an europäischen, geschweige denn an deutschen Aktien zu haben scheinen…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.
Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

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