Bitcoins, bitte!

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Eigentlich hatte ich sie schon längst vergessen. Ich meine die Bitcoins. Aber am Montag fiel mir die ganze Geschichte wieder ein, als ich las, dass die virtuelle Währung die 300-Dollar-Linie unterschritten habe. Das wirkt schon ernüchternd, wenn man bedenkt, dass Ende November 2013 ein Bitcoin sogar einmal teurer als eine Unze Feingold war. Aber nur einen Tag lang. Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie mir damals Experten in schönsten Farben ausmalten, dass der Wert eines Bitcoin mit Leichtigkeit auf fünf oder 10.000 US-Dollar ansteigen könne. Da sah ein Einstiegskurs von rund 1.200 USD, damals auf dem Allzeithoch, gegenüber dem vollmundigen Versprechen einer möglichen Verachtfachung des Wertes der Bitcoins immer noch günstig aus.

Aber ich fühlte mich damals gewissermaßen wie ein gebranntes Kind, denn ich hatte vier Wochen zuvor die Gelegenheit verpasst, für sage und schreibe 220 USD pro BTC einzusteigen. Auch höre ich noch die Stimme meines Kollegen und Freundes Herman in meinen Ohren: „Ich hab‘ Dir doch gesagt, dass man Bitcoins haben muss.“ Das tat richtig weh, auch wenn es sich um das Resultat eines Hindsight-Bias vom Feinsten handelte. Aber da Herman damals seiner eigenen Prognose nicht wirklich traute, hatte auch er (aus meiner Sicht glücklicherweise) keine Reichtümer mit der virtuellen Währung verdient. Anders ausgedrückt: Mir fehlte bei einem Kurs von 1.200 USD ein triftiger Grund, bei diesem Wahnsinn mitzumachen, weil es niemanden in meinem Umfeld gab, mit dem ich um den Titel „Reichster Mann durch cleveren Bitcoin-Deal“ konkurrieren musste…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.
Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

Bildquelle: fotolia/tiero


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