Villeroy & Boch: SDAX-Wiederaufstieg und gute Zahlen als Kurstreiber

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Bildquelle: Pressefoto Villeroy & Boch

Diblo Nachgefragt

Frank Göring, Vorstandsvorsitzender der Villeroy & Boch AG
Frank Göring, Vorstandsvorsitzender der Villeroy & Boch AG
Heute richtet sich der Blick erneut auf den Keramikhersteller und SDAX-Titel Villeroy & Boch (WKN 765723). Bereits im April 2014 hatten wir uns mit dem Unternehmen beschäftigt. Das damalige Interview gibt es hier. Als Gesprächspartner stand uns abermals Frank Göring, Vorstandsvorsitzender der Villeroy & Boch AG, Rede und Antwort.

Die Börsenblogger: Welchen Einfluss werden die Währungseinflüsse auf den Gesamtumsatz 2014 haben, nachdem diese im 1. Halbjahr deutliche Auswirkungen gezeigt haben?

Frank Göring: Im ersten Halbjahr sind wir auf konstanter Kursbasis um 5,4 Prozent gegenüber Vorjahr gewachsen – diese Zahl zeigt unsere eigentliche Leistung der ersten sechs Monate. Die Währungsumrechnung in unsere Konzernwährung Euro hat uns 7,2 Mio. Euro gekostet – nominal beträgt das Umsatzwachstum also 3,4 Prozent. Die Einschätzung der Währungsentwicklung im weiteren Jahresverlauf überlasse ich den Devisen‐Experten. Unsere Treasury‐Abteilung legt sich jedoch mächtig ins Zeug, um unser operatives Geschäft durch Absicherungsgeschäfte so planbar wie möglich zu machen.

Die Börsenblogger: Wie entwickelt sich das Geschäft in Asien, speziell in China? Kann Villeroy & Boch dort seine Markenstärke Made in Germany ausspielen?

Frank Göring: Das gelingt uns immer besser. In China sind wir im ersten Halbjahr um 54 Prozent gewachsen. Wir haben insbesondere im Jahr 2013 die Basis für dieses Wachstum geschaffen, indem wir die lokalen Teams in den asiatischen Märkten deutlich verstärkt und eine gemeinsame regionale Organisation für beide Unternehmensbereiche im Raum Asien‐Pazifik aufgebaut haben. Außerdem haben wir eine logistische Plattform in China implementiert, um den Ausbau des Retail‐Geschäfts im Bereich Bad und Wellness voranzutreiben.

Sanitär-Produktion bei Villeroy & Boch
Sanitär-Produktion bei Villeroy & Boch
Die Börsenblogger: In Nordamerika setzen Sie im Bereich Bad und Wellness auf ihren japanischen Partner Toto, wie kommt hier die Produktplatzierung in Showrooms voran?

Frank Göring: Wir sind mit unseren Produkten aktuell in etwa 250 Showrooms präsent – das sind fast 100 mehr als noch Ende 2013. Dank der Vertriebspower von Toto haben wir jetzt den Zugang zu Großhändlern und Showrooms, den wir alleine in dieser Form nicht hätten.

Die Börsenblogger: Im Bereich Tischkultur setzen sie verstärkt auf anlass‐ und themenbezogene Sortimente. Konnte die Grillsaison überzeugen und was ist für den weiteren Jahresverlauf geplant?

Frank Göring: Meine persönlich Grillbilanz war gut – zumindest habe ich immer von unserem Geschirr gegessen. Unser bestverkauftes Barbecue‐Produkt in diesem Jahr war der Grillteller der Kollektion Artesano, eine gute Wahl, wenn Sie mich fragen.

Die Weihnachtskollektion steht aber schon in den Startlöchern und wird unseren Kunden spätestens Ende September überall am Point of Sale zeigen, wie schön man mit Produkten von Villeroy & Boch einen Weihnachtstisch eindecken kann. Die Resonanz der Händler und Fachmedien auf der Leitmesse Ambiente im Februar sowie die anschließenden Auftragseingänge lassen jedenfalls gute Absätze erwarten.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Die Börsenblogger: Wie profitieren Sie vom Wiederaufstieg in den SDAX?

Frank Göring: Der Kurs hat sich seitdem positiv entwickelt, darüber freuen wir uns natürlich. Welche Faktoren aber letztlich den Ausschlag für den Kursanstieg gegeben haben, kann niemand wirklich beurteilen. Fakt ist ja auch, dass wir in den vergangenen Monaten stets gute Zahlen vorgelegt haben – diese Entwicklung hat dem Kurs sicherlich auch geholfen.

Die Börsenblogger: Vielen Dank für das Interview.

Die Idee hinter unserer Interview-Reihe „Die Börsenblogger nachgefragt“ ist es, wenig bekannte Unternehmen aus der D-A-CH-Region vorzustellen, um so auch das Interesse von Investoren zu wecken, die bisher nur auf Blue Chips fixiert waren. Neben dem anfänglichen Standardfragebogen wird künftig jedes Quartal bzw. Halbjahr der Gesprächsfaden erneut durch aktuelle Fragen aufgenommen. Wir hoffen dadurch, auch ein wenig einen kleinen Teil zur Verbesserung der Aktienkultur beitragen zu können.

Bildquellen: Villeroy & Boch


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