Silber, Palladium & Co – Edelmetalle im Abwärtstaumel

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Bildquelle: Pressefoto Heraeus

Der Silberpreis brach gestern Abend auf den tiefsten Stand seit Anfang 2010 ein und bildete damit ein langfristiges Verkaufssignal aus. Gold steht auf der Kippe, Platin implodiert, Palladium bleibt unter Druck. Wohin geht die Reise bei den Edelmetallen aus Sicht der Charttechnik?

Bei den Edelmetallwerten überschlagen sich aktuell die Ereignisse: Silber bricht auf ein Mehrjahrestief ein, Gold droht an die wichtige Unterstützung bei $1.180 abverkauft zu werden, Platin setzt unter das Tief aus dem Jahr 2013 bei $1.289 zurück. Selbst das in den Sommermonaten noch so stabil anmutende Palladium befindet sich in einer massiven Abwärtsbewegung und hat seit dem Hoch Anfang September über 15,00 % an Wert eingebüßt. Die Verkaufswelle, die sich seit Juli als allgemeine Korrekturbewegung andeutete und insbesondere im Vergleichschart offensichtlich wird, erfährt aktuell eine dramatische Beschleunigung:

Quelle: Guidants Rohstoff-Analysen
Quelle: Guidants Rohstoff-Analysen

Insbesondere im direkten Vergleich mit den relativ stabil steigenden Aktienmärkten (im Chart exemplarisch der S&P 500 Index seit einem Jahr, grüne Linie) zeigt sich, dass die Edelmetallpreise kurs- und charttechnisch stark unter Druck sind. Besonders gravierend: der aktuelle Einbruch bei Silber, der den Wert unter die Tiefs der letzten Jahre zurückfallen lässt.

Silber unterschreitet in dieser Woche die wichtige Unterstützung bei $18,18, die bislang in den vergangenen Monaten eine große Seitwärtsphase auf der Unterseite begrenzt und stabilisiert hatte. Aktuell nimmt das Edelmetall Kurs auf die nächsttiefere Haltemarke bei $16,50. Auf diesem Niveau sollte es zu einer leichten Gegenbewegung kommen. Gelingt dort keine Bodenbildung könnte sich der Abwärtstrend kurzfristig bis $16,00 ausdehnen. Auf Sicht der kommenden Wochen und Monate bestünde jedoch bereits Abwärtspotenzial bis $15,30 und $14,70.

Aus Sicht der Charttechnik wurde – analog zur Entwicklung in der Zeit von April 2011 bis April 2013- ein absteigendes Dreieck nach unten verlassen und der ohnehin vorherrschende Abwärtstrend somit zusätzlich verschärft. Ein Ende dieser Bewegung ist vorerst nicht abzusehen. Erst bei einem Wiederanstieg über die $18,18-Marke könnte es zu einer leichten Entspannung der Lage kommen. Bullische Signale ergeben sich derzeit insbesondere in mittel- bis langfristiger Perspektive erst bei einem Ausbruch über $19,85.

Quelle: Guidants Rohstoff-Analysen
Quelle: Guidants Rohstoff-Analysen

Eine Analyse zum Stand der Dinge bei Palladium finden Sie in Kürze auf meinem Guidants-Expertendesktop. Dort werde ich in den kommenden Tagen – wie gewohnt- den weiteren Verlauf bei den Edelmetall kommentieren und freue mich auf Ihre Kommentare und Einschätzungen!

Autor: Thomas May, Charttechnischer Analyst und Chefredakteur GodmodeTrader.de

Bildquelle: Pressefoto Heraeus


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