Apple-Aktie: Neuer Gegenwind?

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Bildquelle: Pressefoto Apple

Kurz nach dem umjubelten Verkaufsstart für die neuen iPhones aus dem Hause Apple (WKN 865985) hatte das Unternehmen mit einer inzwischen ausgebügelten Software-Panne und sich angeblich verbiegenden Smartphones zu kämpfen. Während diese Negativschlagzeilen den Apple-Aktienkurs nur kurz belasteten, könnten die EU-Regulierungsbehörden für wesentlich mehr Gegenwind sorgen. Allerdings sollte dies den Apfelkonzern nicht umstoßen.

Dabei könnte die EU-Kommission Apple zu Strafzahlungen in Milliardenhöhe verdonnern, da man auf Behördenseite laut eines Berichts der „Financial Times“ der Ansicht sei, dass Apple in Irland von unerlaubten Steuervergünstigungen profitiert habe. Apple ist natürlich nicht das erste Unternehmen, dem man vorwirft, seinen „fairen“ Steueranteil dank der Ausnutzung jedes noch so kleinen juristischen Winkelzugs, nicht zu bezahlen.

Allerdings könnten die fetten Jahre so langsam zu Ende gehen. Ähnlich wie im Fall der aggressiven Verfolgung von Banken durch die US-Behörden, formiert sich eine Front gegen internationale Konzerne, die bei der Steuer tricksen. Zwar dürfte es noch sehr lange dauern, bis möglicherweise, wenn überhaupt, auf G20-Ebene eine Lösung des Problems gefunden wird. Allerdings ist es schon einmal ein positives Zeichen, wenn in der US-Regierung der Ärger darüber wächst, dass heimische Unternehmen ausländische Konzerne nur übernehmen, um den Firmensitz ins Ausland zu verlagern und auf diese Weise Steuern in den USA zu sparen.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Während dies möglicherweise gute Nachrichten in Sachen Steuergerechtigkeit sind, würde der Wegfall von Steuersparmodellen einige internationale Großkonzerne vor Probleme stellen. Apple sollte jedoch eine mögliche Strafzahlung in Milliardenhöhe locker stemmen können. Schließlich lag der Nettogewinn in den vergangenen beiden Geschäftsjahren bei jeweils etwa 40 Mrd. US-Dollar. Zudem verspricht der Verkaufsstart der neuen iPhones auch für das kommende Weihnachtsgeschäft hohe Einnahmen. Wer gehebelt auf steigende Kurse der Apple-Aktie setzen möchte, könnte das Produkt mit der WKN HY292R ins Auge fassen.

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Bildquelle: Pressefoto Apple


3 KOMMENTARE

  1. Hallo,

    wie sehen Sie denn den aktuelle Steuerfall für andere Tech-Konzerne wie beispielsweis Google, weche doch ebenfalls aktiv Irland als „Steueroptimierungsland“ nutzen?

    Viele Grüße,
    Patrick

  2. Es zeichnet sich ab, dass vor allem die USA immer rigoroser vorgehen, wenn es um ihnen zustehende Steuergelder gehen, siehe Fusionen von Burger King/Tim Horton oder Medtronic/Shire. Von daher müssen sich alle Unternehmen diesbezüglich etwas überlegen. Das betrifft neben Google auch Amazon oder Starbucks. Allerdings besteht natürlich durch besseres Kostenmanagement auch weiterhin die Möglichkeit hier zu optimieren. Aber die „goldenen Zeiten“ dürften defintiv vorbei sein. Auch Sparmodelle mit Kombination Irland/NL oder Irland/Luxemburg dürften die längste Zeit existiert haben. In der EU scheint das nur alles etwas langsamer von Statten zu gehen als in den USA. Inwiefern das nun Auswirkungen auf die Kurse hat, wird man abwarten müssen. Eine Einpreisung der neuen Fakten dürfte wohl eher step-by-step gehen. Bei Apple ist das ja am Ende auch nur eine bescheidene Reaktion gewesen.

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