Im Fokus Bayer: Hält das Stimmungshoch?

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Bildquelle: Pressefoto Bayer AG

Mit der Ankündigung, die MaterialScience-Sparte abzuspalten und als eigenständiges Unternehmen an die Börse zu bringen, sorgte Bayer (WKN BAY001) für wahre Jubelstürme an der Börse. Schließlich konzentriert sich der Pharma- und Chemiekonzern damit noch mehr auf die wachstumsstarken Life-Science-Geschäfte, während gleichzeitig ein konjunkturabhängiger Bereich abgestoßen wird.

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Am 18. September hatten die Leverkusener die Abspaltungspläne offiziell gemacht, nachdem der Vorstand laut Konzernangaben schon am 2. September entschieden hatte, die Sparte an die Börse zu bringen. Dort werden zum Beispiel Polycarbonat oder Vorprodukte für Farben, Lacke, Kleb- und Dichtstoffe produziert. Bereits 2004 hatte sich der DAX-Konzern von seiner Spezialchemiesparte über einen Börsengang getrennt. Das daraus entstandene Unternehmen Lanxess ist heute im Leitindex DAX zu finden. Bayer-Chef Marijn Dekkers bestätigte in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vom 21. September, dass er auch der abgespaltenen MaterialScience-Sparte einen DAX-Aufstieg zutraut.

Immerhin kam der Bereich 2013 auf pro forma-Basis auf einen weltweiten Umsatz von über 11 Mrd. Euro, während dort insgesamt knapp 17.000 Mitarbeiter beschäftigt werden. Ob es bei dem in den kommenden 12 bis 18 Monaten geplanten Börsengang zu einem so genannten Spin-Off, bei dem die Aktien des neuen Unternehmens an die bisherigen Anteilseigner verteilt werden, kommt, oder ob die Papiere öffentlich angeboten werden, macht Dekkers von den jeweils herrschenden Bedingungen an den Finanzmärkten abhängig.

Bayer setzt nun also voll auf die beiden Life-Science-Sparten HealthCare und CropScience. Diese sind laut Konzernangaben schon heute für etwa 70 Prozent des Umsatzes und sogar 88 Prozent des bereinigten EBITDA verantwortlich. Dabei machte Bayer zuletzt ganz besonders mit Medikamenten wie dem Schlaganfall- und Thrombosemittel Xeralto, dem Augenmittel Eylea oder den Krebsmedikamenten Stivarga und Xofigo von sich reden. Wie der Konzern am 22. September mitteilte, konnte man sich nun in Japan über eine weitere Zulassung von Eylea freuen. Zudem übernimmt Bayer die Sparte für rezeptfreie Medikamente des US-Pharmakonzerns Merck & Co. Auf diese Weise profitiert das Unternehmen von den Wachstumschancen auf dem US-Markt. Gleichzeitig gilt das Geschäft als relativ krisensicher.

Allerdings wird es möglicherweise noch eine Weile dauern, bis sich die Übernahme auszahlt. Schließlich ist es mit einem Kaufpreis von 14,2 Mrd. US-Dollar die zweitgrößte Übernahme der Firmengeschichte. Dagegen könnte die jüngste Entwicklung an den Devisenmärkten für etwas Erleichterung sorgen, nachdem das Unternehmen bei der Präsentation der Halbjahresergebnisse 2014 am 30. Juli wegen des starken Euro bei der Gesamtjahresprognose vorsichtig geblieben war. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie viel Luft nach oben beim Bayer-Aktienkurs geblieben ist. Immerhin stand dank der zuletzt sehr guten Performance ein neues Allzeithoch zu Buche. Möglicherweise sind die guten Aussichten bereits zu einem großen Teil eingepreist.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Bayer-Aktie erwarten, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DT6JHB) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,34, die Knock-Out-Schwelle bei 83,00 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DT62HR, aktueller Hebel 3,47; Knock-Out-Schwelle bei 137,75 Euro) auf fallende Kurse der Bayer -Aktie setzen.

Stand: 23.09.2014/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets
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