Gold: Erhöhter Gegenwind

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Bildquelle: Pressefoto © Erste Group

Viele Gold-Investoren reiben sich verwundert die Augen. Schließlich müssten die Notierungen für das als sicherer Hafen geltende Edelmetall angesichts der geopolitischen Krisen steigen. Dass es nicht so kommt, hat viele Gründe, die sogar noch an Bedeutung gewinnen könnten.

Die Konfliktparteien in der Ukraine-Krise haben zuletzt eine Waffenruhe vereinbart. Zwar sieht es derzeit nicht danach aus, dass wir sehr schnell eine endgültige Verhandlungslösung erleben werden. Gleichzeitig müsste sich die Situation jedoch zu einem erneuten bewaffneten Konflikt ausweiten, so dass Investoren nervös werden und ihr Geld wieder vermehrt in Sicherheitsinvestments stecken. Es gilt aber auch die Lage im Irak und Syrien weiter zu verfolgen. Schließlich ist es noch nicht abzusehen, ob und wie schnell die um die USA gebildete Allianz im Kampf gegen terroristische Organisationen vorankommen wird. Auch eine dortige Eskalation würde dem Goldpreis Auftrieb verleihen.

Abgesehen von der Geopolitik spricht derzeit wenig für steigende Goldnotierungen. Zwar hat Gold auf Jahressicht ein leichtes Plus von 2 Prozent verbuchen können, allerdings zeigte die Tendenz zuletzt deutlich nach unten. Unsere DZ BANK Analysten gehen sogar davon aus, dass der Preis je Feinunze auf Sicht von zwölf Monaten weiter auf etwa 1.100 US-Dollar sinken wird. Zu dieser Entwicklung dürfte insbesondere die Stärke des US-Dollar beitragen. Rohstoffe und Edelmetalle werden in der Regel in der US-Währung gehandelt. Wenn diese stärker wird, verteuert sich dementsprechend die Beschaffung. Dabei sieht es derzeit nicht danach aus, als würde sich der Trend umkehren. Während EZB-Chef Mario Draghi den Euro im Vergleich zum US-Dollar mit der erneuten Leitzinssenkung und der Ankündigung eines ABS- und Covered Bond-Kaufprogramms unter Druck gebracht hat, profitiert der „Greenback“ auch von der Konjunkturerholung in den USA und den Spekulationen um eine Leitzinsanhebung der Fed im kommenden Jahr.

Daneben machen unsere DZ BANK Analysten auch die physische Gold-Nachfrageschwäche (vor allem bezogen auf die Schmucknachfrage) für die fallenden Preise verantwortlich. Die chinesische Goldnachfrage ist 2013 als Reaktion auf den stark gefallenen Preis des gelben Edelmetalls deutlich angestiegen. Das „Reich der Mitte“ hat erstmals Indien als größten Goldkonsumenten abgelöst. Im laufenden Jahr ist allerdings laut Analysteneinschätzung eine Verbrauchsschwäche zu diagnostizieren. So haben die Gold-Netto-Importe Chinas via Hong Kong im Juli nur noch einen Wert von 21 Tonnen erreicht – im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 113 Tonnen. Auf aggregierter Basis ist der chinesische Goldkonsum im zweiten Quartal 2014 im Vorjahresvergleich um 52 Prozent auf 192 Tonnen gefallen.

Aus diesen Gründen würden Goldpreis-Optimisten lediglich eine Eskalation im Irak und/oder eine Verschärfung des Ukraine-Konflikts in die Karten spielen. Vor allem der starke US-Dollar, aber auch die zunehmend schwächere Nachfrageentwicklung sprechen laut Einschätzung unserer DZ BANK Analysten für einen erhöhten Gold-Gegenwind.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung des Goldpreises könnte sich ein Put-Optionsschein der DZ BANK (WKN DZT6NE) auf Gold anbieten. Der Put-Optionsschein wird am 10. Juni 2015 fällig. Der Strike liegt bei 1.200 US-Dollar, während das Bezugsverhältnis 10:1 beträgt. Fällt Gold bis Mitte Juni auf 1.100 US-Dollar, würde der Käufer des Put-Optionsscheins bei unverändertem EUR/USD-Wechselkurs eine Performance von etwa 80 Prozent erzielen (aktueller Kaufkurs des PUT 4,28 Euro).

Stand 17.09.2014/ Ein Gastkommentar von Stefano Angioni, eniteo
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