Juli-Daten mit tagesaktueller Wirkung

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Senti-230x180Es erstaunt mich immer wieder, wie leicht sich Marktteilnehmer von Studien beeinflussen lassen und wie schnell sie daraus Schlüsse auf die zukünftigen Schritte einer Notenbank ziehen. So auch gestern. Auslöser war eine Studie der Federal Reserve Bank aus San Francisco. Darin äußern die Autoren, Jens H. E. Christensen und Simon Kwan, die Vermutung, dass der Zinserhöhungszyklus in den USA nicht erst wie vielerorts erwartet im dritten Quartal 2015 beginnen wird. Außerdem würden ihrer Meinung nach sowohl Markterwartungen als auch Modelle zeigen, dass die Akteure irrigerweise eine lockerere Geldpolitik als die Teilnehmer des FOMC (Offenmarktausschuss der US-Notenbank) erwarteten. Auch seien sich die Marktteilnehmer ihrer Sache sicherer als der FOMC selbst.

Bei genauerem Hinsehen ist mir jedoch aufgefallen, dass die zum Vergleich hinzugezogenen FOMC-Prognosen („dots“) vom Juni und die den Modellen zugrundeliegenden Daten aus der Zeit vom 23. bis zum 31. Juli 2014 stammen. Auch die Befragung der Marktteilnehmer fand in diesem Zeitraum statt. Bereits damals zeigte man sich übrigens innerhalb der US-Notenbank über die Gleichgültigkeit der Marktteilnehmer und die extrem niedrige Volatilität des Aktienmarkts besorgt. Kurz darauf kam es ja dann auch zu einer entsprechenden Abwärtskorrektur, die hierzulande sogar mit zehn Prozent wesentlich höher als im US Aktienmarkt ausgefallen war.

Den Frosch langsam ins Wasser lassen

Seit Wochen wird darüber spekuliert, ob die Notenbank nun mit ihrem Zinserhöhungszyklus früher als ursprünglich gedacht beginnen wird, wobei ein besonderes Augenmerk auf der Sitzung des Offenmarktausschusses am kommenden Mittwoch gerichtet ist. Wird Janet Yellen womöglich den Begriff „considerable period“ in ihrer Presseerklärung streichen, wenn es um die etwaige Dauer der ultraniedrigen Zinsperiode geht? Ich finde dieses Herumgerate ohnehin blödsinnig. Aber…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.
Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

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