DAX: Die Ukraine-Krise gibt die Richtung vor

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Ob wir eine Jahresend-Rallye erleben werden und der DAX auf ein neues Allzeithoch springen kann, bleibt abzuwarten. Zumindest sollte es mit dem Barometer bis zum Jahresende wieder leicht bergauf gehen. Allerdings stellt die Ukraine-Krise auch weiterhin das größte Risiko für die Entwicklung an den Aktienmärkten dar.

Zuletzt konnte sehr gut beobachtet werden, wie die Zuspitzung des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland sowie die Sanktionspolitik der USA und der EU Investoren zum Nachdenken brachte. Zuvor hatte der DAX ungestört von der Ukraine-Krise, dem Krieg in Syrien oder den Problemen im Gazastreifen eine jahrelange Kursrallye mit dem Sprung über die Marke von 10.000 Punkten und einem neuen Allzeithoch gekrönt. Dabei mussten die DAX-Konzerne nicht einmal ein hohes Gewinnwachstum an den Tag legen. Vielmehr hatte sich die Rallye, auch dank der häufig beobachteten Übertreibungen an den Börsen, verselbständigt.

Solche Übertreibungen gibt es aber auch in die andere Richtung, so dass die Auswirkungen der geopolitischen Herausforderungen überbewertet werden könnten. Zudem gibt es mit der Geldpolitik der US-Notenbank Fed und der EZB wichtigere Faktoren für die weitere Kursentwicklung an den Aktienmärkten. Angesichts des anhaltend niedrigen Zinsniveaus stehen Anlegern nicht allzu viele Alternativen zur Verfügung, so dass sich das „billige“ Geld seinen Weg an die Aktienmärkte auch weiterhin suchen dürfte. Trotzdem entscheidet die Ukraine-Krise kurzfristig über die Richtung, die der DAX einschlagen wird. Wenn der Waffenstillstand hält und es Fortschritte bei den anstehenden Verhandlungen geben sollte, dürfte dies den Startschuss für einen weiteren DAX-Anstieg bedeuten. Auf der anderen Seite sollte eine erneute Zuspitzung für Kursverluste sorgen.

Unsere DZ BANK Analysten gehen derzeit von einer gewissen Pattsituation aus, bei der es weder zu einer spürbaren Entspannung der Lage noch zu einer neuerlichen Verschärfung kommen sollte. Daher ist laut Analysteneinschätzung damit zu rechnen, dass sich die Konjunktur allmählich erholen und sich die Gewinnentwicklung der Unternehmen moderat positiv entwickeln sollte. Beim DAX geht man in der DZ Researchabteilung am Jahresende von einem Kurs von 9.800 Punkten aus. Neben den Risiken, die die Ukraine-Krise darstellt, halten die Analysten die aktuellen Konsensschätzungen, die von einem Anstieg der Gewinne der DAX-Unternehmen von 10 Prozent für 2014 und sogar 15 Prozent in 2015, für zu optimistisch. Nach einem moderaten Anstieg in diesem Jahr sollte der Index bis Mitte 2015 auf 10.200 Punkte zulegen können.

Der Grund liegt darin, dass Aktien fundamental betrachtet im Vergleich zu anderen Anlageklassen wie Anleihen unverändert günstig bewertet sind. Dabei kommt gerade der DAX mit einem für die kommenden zwölf Monate geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13,6 relativ günstig daher. Rücksetzer könnten daher zum Einstieg genutzt werden und nicht dazu, selbsternannten Propheten zu verfallen, die von einem möglich Crash sprechen. Dafür, dass ein solcher Crash nicht bevorsteht, spricht unter anderem die sich immer weite aufhellende Konjunktur in wichtigen Volkswirtschaften wie den USA oder China.

Wer die Rücksetzer nicht zu einem Direkteinstieg in Aktien nutzen möchte, könnte alternativ auf Discount-Zertifikate auf den DAX setzen. Discount-Zertifikate bieten sich insbesondere in Seitwärtsmärkten und moderat steigenden Aktienmärkten an. Dabei dient ein Rabatt als Sicherheitspuffer gegen Kurskorrekturen. Anleger erzielen somit selbst bei einem leicht fallenden, seitwärts laufenden oder steigenden DAX attraktive Renditen. Allerdings eignen sich solche Investments nur für Anleger, die davon ausgehen, dass der Konflikt in der Ukraine in den kommenden Wochen und Monaten nicht weiter eskalieren wird.

Stand 10.09.2014/ Ein Gastkommentar von Stefano Angioni, eniteo
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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


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