Voestalpine: Langfristig weitere Kursphantasie

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Bildquelle: Pressefoto © voestalpine

Diblo Nachgefragt

In unserer Interview-Reihe wollen wir Unternehmen aus der D-A-CH-Region die Möglichkeit geben, sich kurz und knapp zu präsentieren. Die Idee hinter „Die Börsenblogger nachgefragt“ ist es, wenig bekannte Unternehmen vorzustellen, um so auch das Interesse von Investoren zu wecken, die bisher nur auf deutsche Blue Chips fixiert waren. Neben dem anfänglichen Standardfragebogen wird künftig jedes Quartal bzw. Halbjahr der Gesprächsfaden erneut durch aktuelle Fragen aufgenommen. Wir hoffen dadurch, auch ein wenig einen kleinen Teil zur Verbesserung der Aktienkultur beitragen zu können.

Peter Fleischer, Head of Investor Relations bei der voestalpine AG.
Peter Fleischer, Head of Investor Relations bei der voestalpine AG.
Heute richtet sich der Blick auf den im österreichischen Leitindex ATX notierten Stahltitel Voestalpine (WKN 897200). Als Gesprächspartner stand uns Peter Fleischer, Head of Investor Relations bei der voestalpine AG, Rede und Antwort.

Die Börsenblogger: Erklären Sie kurz, was ihr Unternehmen macht?

Peter Fleischer: Die weltweit tätige voestalpine-Gruppe ist ein stahlbasierter Technologie- und Industriegüterkonzern mit rund 500 Konzerngesellschaften und -standorten in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Der Konzern ist mit seinen qualitativ höchstwertigen Produkten einer der führenden Partner der europäischen Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie weltweit der Öl- und Gasindustrie. Darüber hinaus ist die voestalpine Weltmarktführer in der Weichentechnologie und im Spezialschienenbereich sowie bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen.

Die Börsenblogger: Nennen Sie die drei wichtigsten Elemente ihrer Equity-Story

Die voestalpine Gruppe besetzt in allen Geschäftsaktivitäten technologisch anspruchsvolle Nischen und nimmt dort jeweils eine führende Marktposition ein. Diese Strategie führt neben einer gewissen Diversifizierung zu einer relativ zum Sektor (Stahl- und Industriegüter) wesentlich stabileren Ergebnisperformance auf insgesamt höherem Niveau.
Das Geschäftsmodell liefert nachhaltig hohe Ergebnisse und Cash Flows, wodurch einerseits die bestehende Bilanzstruktur künftiges Wachstum relativ einfach finanzieren kann und andererseits konstant attraktive Dividenden ausgeschüttet werden können. Seit dem IPO 1995 hat die voestalpine jedes Jahr eine Dividende ausbezahlt bei einer durchschnittlichen Dividendenrendite von knapp 4 Prozent.
Seit dem Börsegang verfolgt das Management konsequent eine wertsteigernde Wachstumsstrategie, die bisher sehr erfolgreich umgesetzt wurde und auch weiterhin die Entwicklungsrichtung vorgibt. Die aktuelle strategische Planung sieht vor bis zum Jahr 2020 den Umsatz von aktuell etwas über 11 Mrd. Euro auf ca. 20 Mrd. Euro zu steigern. Erreicht werden soll dieses Ziel vor allem durch Internationalisierung des bestehenden Geschäftsmodells mit Fokus Nordamerika und Asien.

Die Börsenblogger: Welches sind die drei bedeutendsten Punkte für ihr Geschäft in den nächsten Jahren?

Peter Fleischer: Im Rahmen der Konzernstrategie 2020 fokussiert sich die voestalpine auf die Marktsegmente Mobilität und Energie. Wachstumsfokus liegt vor allem außerhalb Europas wie etwa in Nordamerika und Asien, wo sukzessive neue Werke aufgebaut werden.
Im April wurde in diesem Zusammenhang in Texas (USA) der Spatenstich für die Errichtung einer Direktreduktionsanlage vorgenommen. Mit 550 Mio. Euro ist dies die größte Auslandsinvestition in der Geschichte des Konzerns. Die Anlage wird Anfang 2016 in Betrieb gehen.

Koksgas-Gasometer auf dem Gelände von voestalpine
Koksgas-Gasometer auf dem Gelände von voestalpine
Die Börsenblogger: Welche sind die wichtigsten Entwicklungen in Ihrer Branche?

Peter Fleischer: Obwohl kein Stahlunternehmen im herkömmlichen Sinn wird die voestalpine am Kapitalmarkt diesem Sektor zugeordnet. In Europa sieht sich diese Branche mit bestehenden Überkapazitäten und entsprechend geringer Preisdurchsetzungsmacht konfrontiert. Die Strategie der voestalpine auf Konzentration von technologisch anspruchsvollen Produkten mit hohen Markteintrittsbarrieren erweist sich vor diesem Hintergrund als richtig und erfolgreich.

Die Börsenblogger: Was bietet ihr Unternehmen besonderes für Kleinanleger?

Peter Fleischer: Obwohl als Industrieunternehmen ein „zyklisches“ Investment bietet die voestalpine Aktie durch die Spezialisierung und Diversifikation eine stabilere Ergebnisperformance als klassische Stahlunternehmen.
Die Dividendenpolitik erscheint angesichts der vorherrschenden Zinslandschaft nicht uninteressant.
Die Wachstumsstrategie sollte für mittel- und längerfristig orientierte Anleger bei erfolgreicher Umsetzung weitere Kursphantasie ermöglichen.

Die Börsenblogger: Vielen Dank für das Interview.

Die Reihe wird in den nächsten Wochen unregelmäßig fortgesetzt.

Bildquellen: Pressefotos Voestalpine AG (© voestalpine)


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