Gilead Sciences – mit Virostatika auf der Überholspur

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Wer fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie nach einem Österreicher gefragt werden, der in Kalifornien berühmt wurde? Vermutlich Arnold Schwarzenegger, seines Zeichens Bodybuilder, Terminator und Gouverneur. Ich möchte Ihnen einen weiteren Mann vorstellen, der aus der Alpenrepublik stammt und in den USA erfolgreich wirkt: Norbert Bischofberger. Diesen Namen sollten Sie sich als Anleger unbedingt merken, zumindest aber das Unternehmen, für das Bischofberger als Vizepräsident und Forschungschef tätig ist – Gilead Sciences (WKN 885823).

Seit einem Vierteljahrhundert auf der Überholspur

Gilead Sciences wurde 1987 im kalifornischen Foster City gegründet und hat sich seitdem zu einem der führenden Biotech-Firmen gemausert. Das Unternehmen beschäftigt fast 7.000 Mitarbeiter rund um den Globus, hat 16 Produkte auf dem Markt und 250 Projekte in der Pipeline oder in Planung. Den Schwerpunkt setzt Gilead Sciences auf sogenannte Virostatika, also Stoffen, die die Vermehrung von Viren hemmen. Hierzulande am bekanntesten dürfte der Grippeimpfstoff „Tamiflu“ sein, ein „Baby“ des Österreichers Bischofberger.

Den Löwenanteil des Umsatzes erwirtschaften die Kalifornier derzeit jedoch mit Medikamenten gegen zwei andere Geiseln der Menschheit: HIV und Hepatitis C. Von den sechs Milliarden Dollar, die Gilead Sciences im zweiten Quartal erlöst hat, trugen die Produkte zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit mit 2,5 Milliarden Dollar bei. 80 Prozent aller HIV-Medikamente stammen aus der Schmiede der Kalifornier und das aus gutem Grund. Noch Mitte der 90er Jahre mussten Betroffene täglich unzählige Tabletten schlucken, dank der Entwicklung des Bischofbergerschen Entwicklungsteams reicht nun eine Pille mit drei Wirkstoffen. Weltweit sind 42 Millionen Menschen mit HIV infiziert.

Die 1000-Dollar-Pille

Viermal mehr Menschen leiden jedoch an Hepatitis C. Mit dem 2013 zugelassenen Medikament Sovaldi können nun 90 Prozent aller Fälle innerhalb von 12 Wochen geheilt werden. Das ist ein riesiger Fortschritt, denn Hepatitis C galt bisher als unheilbar. Das lassen sich die Kalifornier allerdings kräftig entlohnen, eine Tablette kostet pro Stück 1000 Dollar, für die gesamte Therapie müssen also 84.000 Dollar bezahlt werden, wobei dieser Preis nur für das reiche Land USA gilt. In Indien wird die Behandlung lediglich 900 Dollar kosten. Im vergangenen Quartal konnten mit dem Verkauf von Sovaldi 3,4 Milliarden Dollar umgesetzt werden, Schätzungen zufolge ist ein Jahreserlös von 10 Milliarden Dollar drin.

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Mit dem Österreicher Bischofberger hat Gilead offensichtlich einen großen Glücksgriff getan. Er führt seine Mission – die Bekämpfung von tödlichen Viren – mit großem Erfolg durch. Den größten Nutzen ziehen daraus natürlich die von den jeweiligen Krankheiten Betroffenen. Aber auch die Investoren in Gilead Sciences profitieren: 25 Prozent Kursrendite konnten Anleger in der vergangenen Dekade durchschnittlich pro Jahr mit der Aktie einfahren, bei einer Gewinnkonstanz von 84 Prozent und einer Verlust-Ratio in Höhe von 2,04. Damit gehört das kalifornische Unternehmen selbstverständlich zu den Champions im boerse.de-Aktienbrief.

Stand: 08.09.2014/ Ein Gastkommentar der Aktien-Ausblick-Redaktion
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Bildquelle: dieboersenblogger.de


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