EUR/USD: Die Geldpolitik macht den Unterschied

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Bildquelle: Pressefoto Europäische Zentralbank

Die jüngste Euro-Schwäche sollte aller Voraussicht nach eine Fortsetzung finden. Schließlich dürften sich die beiden wichtigsten Notenbanken der Welt spätestens 2015 mit ihrer Geldpolitik in unterschiedliche Richtungen bewegen.

Es ist eine beeindruckende Wende, die der Euro gegenüber dem US-Dollar in den vergangenen Monaten vollzogen hat. Anfang Mai bekam man für einen Euro noch 1,39 US-Dollar – heute ist er gerade einmal etwas mehr als 1,31 US-Dollar wert. Damit ist die europäische Gemeinschaftswährung auf den tiefsten Stand seit September 2013 gefallen. Bei der jüngsten Entwicklung spielt die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) eine ganz wichtige Rolle. Immerhin wird am Markt nicht damit gerechnet, dass die europäischen Notenbanker um ihren Chef Mario Draghi, den erst im Juni auf den Tiefstand von 0,15 Prozent gesenkten Leitzins in diesem oder zu Beginn des nächsten Jahres anheben werden.

In den vergangenen Monaten war zwar eine leichte Konjunkturerholung zu beobachten, allerdings scheint diese alles andere als besonders robust zu sein. Während sich die jüngsten Konjunkturindikatoren in Deutschland eingetrübt haben, ist beispielsweise die italienische Wirtschaft im zweiten Quartal sogar in die Rezession gerutscht. Zudem weisen Griechenland und Spanien nach wie vor Arbeitslosenquoten von 25 Prozent auf, so dass es für die Wirtschaft der Eurozone insgesamt ein schwacher Trost ist, dass sich die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf dem tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung befindet. Darüber hinaus stellen die Ukraine-Krise und weitere Sanktionen gegen Russland eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die europäische Konjunktur dar. Unsere DZ BANK Volkswirte erwarten daher allenfalls eine leichte Erholung der Konjunktur im Euroraum von 1,4 Prozent in 2015 und von 1,0 Prozent in diesem Jahr.

Die nicht gerade boomende Konjunktur in der Eurozone und die anhaltend lockere Geldpolitik der EZB sowie mögliche Anleihekäufe der Notenbank dürften den Euro weiter unter Druck setzen. Gleichzeitig spricht Einiges für eine Stärke des US-Dollar. Der Aufschwung der US-Wirtschaft scheint robuster zu sein als derjenige in Europa. Außerdem stellt die Fed ihre Anleihekäufe im Herbst ein, während das nächste Jahr in den Vereinigten Staaten unter dem Vorzeichen der Spekulation auf eine Leitzinswende stehen sollte. Auch charttechnisch ist der Euro gegenüber dem US-Dollar angeschlagen. Dabei wurden in nur kurzer Zeit einige Unterstützungszonen nach unten durchbrochen. Sogar die Runde Marke von 1,32 US-Dollar bot da keinen großen Halt. Die Devisen-Analysten bei der DZ BANK erwarten daher, dass der Euro auf Sicht eines Jahres gegenüber dem US-Dollar weiter an Wert verlieren und bei 1,27 US-Dollar notieren wird.

Anleger, die ebenfalls davon ausgehen, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar fallen wird, können ihre Erwartung mit einem Put-Optionsschein auf das Währungspaar umsetzen. Ein Beispiel ist ein bis Ende September 2015 laufender Put-Optionsschein (WKN DZM6GN), dessen Basispreis bei 1,32 US-Dollar liegt. Angenommen, der Euro notiert am Laufzeitende bei 1,27 US-Dollar, so hat der Put einen inneren Wert von 5 US-Dollar bzw. 3,93 Euro, was einer Seitwärtsrendite von 38,14 Prozent entspräche. Sollte sich die Markterwartung jedoch nicht erfüllen, kann es im schlechtesten Fall zum Totalverlust kommen. Letztendlich hängt der Markt – und damit der mögliche Gewinn – nach wie vor stark von der Fed und der EZB ab.

Stand 03.09.2014/ Ein Gastkommentar von Stefano Angioni, eniteo
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Bildquelle: Pressefoto Europäische Zentralbank


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