Zalando: Ein Amazon-Wettbewerber will endlich an die Börse

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Bildquelle: Pressefoto Zalando

Es ist wohl der deutsche Börsengang des Jahres, wenn er denn tatsächlich kommt: Die Rede ist von Zalando (WKN ZAL111), dem nach eigenen Angaben größten Online-Anbieter für Schuhe und Fashion in Europa. Am heutigen Mittwoch kündigte das Unternehmen aus Berlin noch für dieses Jahr einen Börsengang an.

„Schrei wenn du kannst“

Bekannt wurde Zalando in den vergangenen Jahren vor allem durch seine außergewöhnliche TV-Werbung. Mit dem Slogan „Schrei wenn du kannst“ wurde die Freude beim Empfang eines Zalando-Pakets sehr überspitzt dargestellt, was aber seine gewünschte Wirkung hatte. Denn:

Mit einem breiten Warenangebot und Lockmitteln wie kostenlosem Versand und Rückversand konnte Zalando immer mehr Menschen von sich überzeugen. Und das keineswegs nur in Deutschland. Inzwischen ist das im Jahr 2008 von Robert Gentz und David Schneider gegründete Unternehmen in fast allen deutschen Nachbarländern aktiv.

Zalando: Börsengang geplant

Zalando meldete jüngst erstmals schwarze Zahlen und strebt nun, abhängig vom Börsenumfeld, im verbleibenden zweiten Halbjahr 2014 eine Platzierung von 10 bis 11 Prozent seines Eigenkapitals (nach IPO) an. Geplant ist dabei jedoch die Ausgabe von neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Das heißt:

Die bestehenden Zalando-Eigentümer behalten ihre Anteile und werden diese im Rahmen des Angebots nicht verkaufen. Neben der schwedischen Beteiligungsgesellschaft AB Kinnevik, die 36 Prozent der Anteile hält ist u.a. auch Global Founders, die Beteiligungsgesellschaft der Samwer-Brüder, mit 17 Prozent an Zalando beteiligt.

Vorsicht bei jungen Unternehmen

Lesern im boerse.de-Aktienbrief raten wir seit jeher, bei Börsengängen vorsichtig zu sein. Neuemissionen können zwar unter Umständen zunächst einen glänzenden Start hinlegen, was sich in deutlichen Zeichnungsgewinnen wiederspiegelt. Allerdings kann der Stern genauso schnell wieder verblassen. Für uns besteht eine vernünftige Depotbasis immer aus Champions-Aktien. Darunter verstehen wir Papiere, die sich jeweils schon seit mindestens zehn Jahren bei geringen Anlagerisiken durch höhere sowie konstantere Kursgewinne als die breite Masse auszeichnen. Ein solcher Champions-Wert ist ohne Zweifel der US-Online-Händler Amazon (WKN 906866). Er ist quasi der große Bruder von Zalando, jedoch schon viel länger auf dem Markt. Konkret:

Erfolg an der Börse: Der Champion Amazon macht es vor

Als inzwischen weltweit aktives Unternehmen bietet Amazon zudem eine viel breitere Produktpalette, was das Unternehmen auch nicht vom Modesektor abhängig macht. An der Börse weiß der Konzern seit vielen Jahren zu überzeugen:

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Aufgrund der Verlust-Ratio von 2,94 zählt Amazon zwar zu den spekulativeren Champions. Dafür werden Investoren im langfristigen Mittel durch jährliche Kursgewinne von über 24% entschädigt (Gewinn-Konstanz 91%). boerse.de-Aktienbrief-Leser wissen das und konnten im Mittel bei den bisherigen acht Empfehlungen über 54 Prozent Gewinn verbuchen. Von daher – Amazon-Aktionäre werden wohl den geplanten Zalando-Börsengang ganz entspannt verfolgen und kein „Verpasst-Gefühl“ bekommen. Sie haben schließlich eine erfolgreiche Online-Händler-Aktie im Depot…

Stand: 03.09.2014/ Ein Gastkommentar der Aktien-Ausblick-Redaktion
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Bildquelle: Pressefoto Zalando


1 KOMMENTAR

  1. Zalando würde ich auch sehr skeptisch sehen: Bisher fiel der Modeversender hauptsächlich durch hohe Verluste auf und eine Bilanz auf schwarz zu schönen um mit dem Börsengang nochmal Geld zu verdienen ist alles andere als unmöglich.
    Für Amazon dagegen würde ich nie eine Kaufempfehlung geben und die Aktie eher in der höchsten Risikokategorie sehen: Der US-Händler scheint nicht verstanden zu haben, dass ein „-“ vor dem Betriebsergebnis keinesfalls positiv ist. Der Konzern verbrennt immer mehr Geld und lebt nur noch von einem schon fast religösen Glauben der Aktionäre an einen Gründer, der für schlechte Arbeitsbedingungen und fortlaufende Verluste steht, dabei seine eigenen Taschen aber gut gefüllt hat. Amazon ist ein Unternehmens-Zombie: Längst tot und insolvent, nur noch nicht gefallen. Die Frage ist nicht, „ob“ Chapter 13 kommt, sondern einfach nur „wann“. Wer rechtzeitig abspringt, profitiert von den 24% pro Jahr, alle anderen bezahlen damit letztendlich mit 100% Verlust.

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