Im Fokus: E.ON wandelt sich immer mehr zum reinen Stromerzeuger

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Meist sind es die kleinen Meldungen, die im Alltagstrubel untergehen… und dabei kann sich aus der Summe mehrerer kleiner Meldungen ein neues großes Bild ergeben. Ein gutes Beispiel ist in diesen Tagen der Energieversorger E.ON. Heute meldete der Konzern E.ON verkauft Höchstspannungsnetz und bereits am Donnerstag hatte man mitgeteilt: E.ON und RWE starten ihr Kernkraft-Joint-Venture in Großbritannien. Dann fällt einem ein, dass E.ON ja seine Stadtwerke-Tochter Thüga an Stadtwerke-Bündnis verkauft hat und schon ergibt sich ein neues Bild. E.ON wird mehr und mehr zum Stromerzeuger. Aber der Reihe nach.

EU mischt sich ein

Die ganzen Aktion stehen dabei in engem Zusammenhang mit der Bemühung der EU-Kommission Produktion, Übertragung und Verteilung von Strom mehr zu trennen. Um möglichen Zwangsmaßnahmen zuvor zu kommen, hat sich E.ON selbst verpflichtet den Konzernumbau vorzunehmen. Angefangen hat man im Sommer mit dem Verkauf der Stadtwerke-Tochter Thüga und damit einem Teil seine direkten Kundenkreises. Ergebnis der Transaktion waren rund 2,9 Mrd. Euro. Aus dem Verkauf einiger weiterer Bestandteile von Thüga sind noch weitere Gelder zu erwarten. Ende Oktober wurden die entsprechenden Verträge unterzeichnet.

E.ON verkauf Höchstspannungsnetz

Heute nun folgte der Verkauf des Höchstspannungsnetz. Käufer ist der staatliche niederländische Netzbetreiber TenneT. Allerdings sind die regionalen Verteilernetze in Deutschland, die den weitaus größten Teil des E.ON-Netzgeschäftes bilden, nicht von diesem Verkauf betroffen und bleiben elementarer Bestandteil des Infrastrukturgeschäftes von E.ON Energie. Ein Verkaufserlöse konnte noch nicht endgültig bekannt gegeben werden. In der Pressemitteilung heißt es: „Der vereinbarte Unternehmenswert beläuft sich auf 885 Mio Euro. Der Kaufpreis zum 31.12.2009 beträgt auch unter Berücksichtigung der im Unternehmen vorhandenen Barmittel vorläufig 1,1 Mrd Euro. Der endgültige Kaufpreis für transpower wird zum Stichtag 31. Dezember aufgrund der erst dann endgültig feststellbaren Nettofinanzposition festgelegt.“

Geld verdienen mit Stromerzeugung

Um aber künftig weiterhin gutes Geld zu verdienen widmet sich E.ON nun immer mehr der Erzeugung von Strom. Sei es mit neuen Kernkraftwerken in Großbritannien oder mit Windparks in den USA oder Offshore-Windanlagen in der Ostsee. Diese Taktik dürfte langfristig sicher optimal sein. Denn der Strommarkt ist auch weiterhin ein Verkäufermarkt. D.h. die Stromerzeuger vereinen den Großteil der Erlöse auf sich. Die überregionale Übermittlung und Verteilung vor Ort ist bereits zu sehr von wettbewerbsrechtlichen Vorschriften durchdrungen. Damit ist eine langfristige, stabile Gewinnsicherung möglich.

Solider DAX-Wert

Die E.ON-Aktie dürfte als DAX-Schwergewicht auch weiterhin zu den soliden Gewinnern auf dem deutschen Aktienmarkt zählen. Inzwischen notiert die Aktie wieder auf Vor-Krisenniveau und dennoch rund 50 Prozent unter dem Allzeithoch vom Januar 2008.


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1 KOMMENTAR

  1. Bleibt nun abzuwarten, ob sich das ganze Prozedere auch positiv auf uns Verbraucher auswirkt. Höhere Preise bringen nämlich garnichts, auch wenn es wohl wieder so kommen wird, wie in jedem Tag. Liebe Grüße Claudi

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