George Soros setzt 2 Mrd. US-Dollar auf Crash

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Er ist einer der erfolgreichsten Trader der Welt: George Soros. Der gebürtige Ungar setzt mit zwei Milliarden USD auf einen Crash der US-Märkte.

Ob das allerdings die ganze Wahrheit ist, sei dahingestellt. Fakt ist, das jeder institutionelle Investor in den USA mit einem verwalteten Vermögen ab 100 Millionen USD jedes Quartal das so genannte 13-F-Dokument bei der US-Börsenaufsicht hinterlegen muss. Das Dokument muss binnen 45 Tagen nach Ende eines jeden Quartals eingereicht sein. Die EDGAR-Datenbank der US-Börsenaufsicht ermöglicht den Zugriff auf diese Dokumente über das Internet. Auch Soros muss diese Dokumente einreichen.

Darüber kann man nun erfahren dass Soros im zweiten Quartal 11,3 Millionen Put-Optionen auf den amerikanischen SPDR S&P 500 ETF gekauft hat. Damit ist seine Short-Position gegenüber dem ersten Quartal von 299 Millionen USD auf 2,2 Milliarden USD gewachsen, der Anteil der Position am Gesamtportfolio vergrößerte sich damit von 2,96% auf 16,65%. Hier ein Blick auf den S&P 500 Index. Farblich hinterlegt ist das zweite Quartal:

Quelle: Guidants Index-Analysen
Quelle: Guidants Index-Analysen

Gleichzeitig erhöhte Soros seine Long-Position an dem Market Vectors Gold Miners ETF „GDX“ von 1,16 auf 2,05 Millionen Anteile und er erwarb außerdem 1,33 Millionen Call-Optionen auf diesen ETF. Er stieg also vor dem eigentlichen technischen Kaufsignal in den ETF ein.

Quelle: Guidants Index-Analysen
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Außerdem hatte er zum 30. Juni 760,497 (Q1: 604,277) Anteile an dem Explorer-ETF von Market Vectors „GDXJ“:

Quelle: Guidants Index-Analysen
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Bei den Schlussfolgerungen muss man allerdings etwas vorsichtig sein. Zum einen hat Soros nicht sein gesamtes Vermögen in den USA. Damit decken die 13-F-Dokumente auch nicht sein gesamtes Vermögen ab. Die Positionen können also verfälscht dargestellt sein. Er kann an anderer Stelle massive Long-Positionen aufgebaut haben, womit sich die Short-Position im SPDR-S&P-500-ETF relativieren würde. Die Dokumente sind zeitverzögert. Was Soros seit dem 30. Juni tat, wissen wir nicht. Außerdem ist der Strike-Preis der Put-Optionen nicht bekannt. Sie können auch Teil einer Handelsstrategie sein, um andere Positionen zu sichern. Sie muss also im Kontext betrachtet werden. Daher muss die Position nicht ausdrücklich dafür aufgebaut worden sein, um auf einen Crash zu setzen. Zu bedenken ist auch, dass Soros auch außerhalb des Goldsektors zahlreiche neue Aktien am US-Markt kaufte, darunter auch Facebook und Apple. So pessmisistisch kann Soros also nicht sein.

Autor : Jochen Stanzl, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de.

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