Gold: Weltweite Nachfrage sinkt, aber Angebot des Edelmetalls steigt

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"Big Phil" hat einen Nennwert von 100.000 Euro, besteht jedoch aus 1000 Feinunzen Gold. Bildquelle: dieboersenblogger.de

Die weltweite Goldnachfrage ist im zweiten Quartal 2014 im Vorjahresvergleich um 16 Prozent gesunken. Laut Branchenverband World Gold Council (WGC) lag die Nachfrage nach dem gelben Edelmetall zwischen April und Juni bei insgesamt 964 Tonnen gegenüber 1.148 Tonnen im zweiten Quartal 2013. Während die Goldnachfrage zurückging, wurde im zweiten Quartal ein Anstieg des weltweiten Angebots um 10 Prozent beobachtet. Diesen Umstand führte man beim WGC insbesondere auf höhere Minenaktivitäten zurück.

"Big Phil" hat einen Nennwert von 100.000 Euro, besteht jedoch aus 1000 Feinunzen Gold. Bildquelle: dieboersenblogger.de
„Big Phil“ hat einen Nennwert von 100.000 Euro, besteht jedoch aus 1000 Feinunzen Gold. Bildquelle: dieboersenblogger.de
Die Schmucknachfrage, die für etwas mehr als die Hälfte der gesamten Nachfrage verantwortlich ist, fiel um 30 Prozent auf 510 Tonnen. Dennoch sah man beim WGC bei der Schmucknachfrage den langfristig positiven Trend seit Anfang 2009 als bestätigt an. Die größten Abnehmer von Goldschmuck waren einmal mehr die Schwellenländern Indien und China, die 154 bzw. 143 Tonnen nachfragten. Bei der Nachfrage nach Goldbarren und -münzen meldete das WGC einen Rückgang um 56 Prozent auf 275 Tonnen.

Im Gegensatz dazu griffen Notenbanken ordentlich zu und fragten mit 118 Tonnen 28 Prozent mehr Gold nach als noch im Vorjahr. Der Grund liegt unter anderem in der Diversifikation der Notenbankreserven und der Absicht, eine größere Unabhängigkeit gegenüber dem US-Dollar zu erreichen. Bei den Gold-ETFs wurden wiederum Abflüsse von 40 Tonnen festgestellt. Trotz des Rückgangs wurde dies vom WGC noch als eine Verbesserung ausgemacht. Schließlich lagen die letztjährigen Abflüsse bei 402 Tonnen.

Quelle: Guidants Rohstoff-Analysen
Quelle: Guidants Rohstoff-Analysen

Beim Goldpreis war zuletzt eine Konsolidierung bei rund 1300 US-Dollar zu beobachten. Charttechnisch ist die Lage jedoch eingetrübt, nachdem die wichtigsten Indikatoren unterschritten wurden. Die sinkende Goldnachfrage hat also auch Preiseffekte. Dennoch besteht angesichts des wachsenden Angebots die Chance, dass vermehrt Anleger auf das Edelmetall setzen und dadurch gesteigerte Nachfrage erzeugt wird.

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1 KOMMENTAR

  1. Habe nicht genau verstanden, wieso der Angebotsüberhang die Nachfrage steigen soll? Das würde doch höchstens über die Preise gehen? Aber dann wäre Gold ja wiederum nicht interessant für Anleger???
    Ganz grundsätzlich bin ich aber auch der Meinung, dass sich Anleger vermehrt dem Thema Gold widmen werden, wie ich in meinem Blog Beitrag über Gold geschrieben habe.

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