Im Fokus Deutsche Telekom: Kein Beinbruch?

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Bildquelle: Pressebild Deutsche Telekom

Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als würde Sprint ein offizielles Angebot für T-Mobile US abgeben. Allerdings muss sich die Deutsche Telekom (WKN 555750) nun doch einen neuen Käufer für ihre US-Mobilfunktochter suchen. Während die ersten Marktreaktionen auf diese Nachricht schlimmeres erahnen lassen, dürfte sich die Welt für die Bonner trotzdem weiterdrehen.

Dabei hatte die Nachrichtenagentur Reuters am 5. August mit Bezugnahme auf Insiderinformationen berichtet, dass die Nummer drei hinter Verizon und AT&T am US-Mobilfunkmarkt, Abstand von einem möglichen Kauf von T-Mobile US nehmen würde. Demnach soll der japanischen Sprint-Muttergesellschaft SoftBank der erwartete Widerstand des US-Justizministeriums und der Aufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC) gegenüber einem solchen Deal zu groß gewesen sein. Allerdings soll man sich bei Sprint für die Zukunft auch eine Hintertür offen gelassen haben, um ein Angebot abzugeben, wenn die Behörden einer Fusion möglicherweise offener gegenüberstehen.

Am Markt kam diese Meldung überhaupt nicht gut an. Investoren könnten jedoch relativ bald zu dem Schluss kommen, dass der Deutschen Telekom weiterhin einige interessante Alternativen für die einstige Problemtochter zur Verfügung stehen. T-Mobile US hat es zuletzt mit Hilfe aggressiver Marketingmaßnahmen geschafft, der Konkurrenz viele Kunden abzujagen. Laut Unternehmensangaben vom 6. August ist T-Mobile US inzwischen mit 15,64 Millionen Kunden im Prepaid-Bereich die Nummer eins in den USA. CEO John Legere ging sogar so weit zu behaupten, dass man bis zum Ende dieses Jahres Sprint als Nummer drei insgesamt ablösen würde.

Angesichts des anhaltenden Kundenzustroms wird T-Mobile US umso attraktiver für neue Interessenten wie den französischen Anbieter Iliad, den Satelliten-TV-Betreiber Dish Networks oder sogar América Móvil, den Konzern des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim. Gleichzeitig sorgen die jüngsten Erfolge dafür, dass die Bonner womöglich doch noch etwas länger in den USA verbleiben möchten, nachdem ihnen das Engagement insgesamt eher Sorgen bereitet hatte. Allerdings müssten in einem solchen Fall die notwendigen Investitionen in neue Netze in den USA selbst gestemmt werden. Schon im Zuge der jüngsten Erfolgsserie bei T-Mobile US hat es sich gezeigt, dass solche Investitionen zu einem steilen Wachstum führen können, gleichzeitig jedoch die Ergebnisse stark belasten. Zudem bräuchten die Bonner dringend das Geld aus einem Verkauf des US-Geschäfts, um sich auf dem europäischen Heimatmarkt zu behaupten.

Gerade dort musste die Deutsche Telekom im zweiten Quartal 2014 laut Unternehmensangaben vom 7. August einen Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich um 7,9 Prozent hinnehmen. In Deutschland lagen die Erlöse 1,8 Prozent niedriger, während konzernweit ein leichtes Minus von 0,3 Prozent auf 15,1 Mrd. Euro verbucht wurde. Das bereinigte EBITDA stieg lediglich um 0,3 Prozent auf 4,4 Mrd. Euro, während der bereinigte Konzernüberschuss auch wegen der Investitionsoffensive in den USA um 21,5 Prozent auf 636 Mio. Euro fiel. Lediglich ein positiver Einmaleffekt im Zuge eines Spektrumstauschs mit Verizon lieferte unter dem Strich einen Anstieg beim Konzernüberschuss von 34,2 Prozent auf 711 Mio. Euro. Allerdings möchte man auf Unternehmensseite die Investitionen insgesamt weiter anheben und weiter erst auf mehr Kunden und dann auf mehr Umsatz und Ergebnis setzen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Strategie aufgeht.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Telekom-Aktie erwarten, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DX8DLJ) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,50, die Knock-Out-Schwelle bei 8,50 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DT0DPQ, aktueller Hebel 3,82; Knock-Out-Schwelle bei 13,45 Euro) auf fallende Kurse der T-Aktie setzen.

Stand: 12.08.2014/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets
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Bildquelle: Pressebild Deutsche Telekom


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