Nikkei 225: Reformdruck auf Japans Premierminister nimmt zu

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Einmal im Jahr nimmt der Internationale Währungsfonds (IWF) die Wirtschaftspolitik Japans genauestens unter die Lupe. Mit dem jüngsten Prüfbericht, der vor wenigen Tagen erschienen ist, kann Nippons Premierminister Shinzō Abe zufrieden sein: „Die Abenomics – ein Dreizack aus Geld-, Budget- und Strukturpolitik, der die Wirtschaft in Schwung bringen soll – kommen gut voran.“ Insbesondere die lockere Geldpolitik hat als Folge der dadurch bewirkten Yen-Abwertung die Deflationsspirale unterbrochen, die Japan zwei Jahrzehnte gelähmt hatte. Die Wirtschaft Nippons soll daher laut IWF 2014 um 1,6 Prozent und im kommenden Jahr um 1,2 Prozent wachsen.

Danach könnte es allerdings eng werden. Daher mahnt der IWF die bisher weitgehend ausgebliebenen Strukturreformen an, welche die geld- und fiskalpolitischen Impulse in die Realwirtschaft transferieren sollen. Zudem fordert der IWF, die immer noch wachsende Staatsverschuldung einzudämmen. An den Märkten drohe sonst der Eindruck zu entstehen, die Käufe von Staatsanleihen durch die japanische Notenbank dienten allein zur Monetarisierung der Staatsschulden.

Ende Juli ist der Nikkei 225 auf ein neues Sechsmonatshoch geklettert. Danach setzte eine Verschnaufpause ein. Weder der ehemalige Ausbruchsbereich um 15.500 Zähler noch die 38-Tage-Linie um 15.300 Punkte boten ausreichende Unterstützung. Damit das positive Szenario nicht in Gefahr gerät, sollte der Nikkei 225 die genannten Linien nun schleunigst zurückerobern.

Quelle: Guidants Index-Analysen
Quelle: Guidants Index-Analysen

Noch spielt die Börse die „Abe-Karte“: Der Nikkei 225 ist Ende Juli auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr geklettert. Bleiben die Reformen aber aus, könnten Anleger Nippon wieder den Rücken zukehren. Am wahrscheinlichsten ist eine zunehmend abwartende Haltung, die sich in einem Seitwärtstrend des Nikkei 225 niederschlagen dürfte. Vor diesem Hintergrund ist ein Inline-Optionsschein (ISIN DE000SG5LVM8) der Société Générale interessant. Der 13,8 Prozent entfernte K.-O.-Level bei 12.750 Punkten liegt unterhalb des 52-Wochen-Tiefs von 13.188 Zählern. Auf der Oberseite ist bis zur Marke von 17.000 Punkten Luft. So hoch notierte der japanische Leitindex seit Mitte 2007 nicht mehr. Aktu-ell steht das Auswahlbarometer bei knapp 14.800 Punkten. Der Abstand zum oberen K.-O.-Level beträgt also 14,9 Prozent.

Fazit: Sollte der Nikkei 225 bis zum 19. Dezember 2014 stets zwischen 12.750 und 17.000 Punkten notieren, wird der Inliner zum Maximalbetrag von zehn Euro je Stück zurückgezahlt. Auf Basis des aktuellen Briefkurses entspricht das einer satten Rendite von 37,4 Prozent. Der Inliner eignet sich gut als Beimischung. Die Reißleine sollte gezogen werden, sobald der Nikkei 225 das Jahreshoch bei 16.320 Punkten signifikant überwindet oder wenn die Unterstützung bei 13.900 Zählern reißt. Denn dann steigt die Wahrscheinlichkeit des Bruchs einer der Barrieren und somit das Totalverlustrisiko stark an.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

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