Bilfinger: Wenig Aussicht auf Besserung

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Bildquelle: Bilfinger SE

So schnell kann es gehen. Vor kurzem wurde die Geschäftsführung bei Bilfinger (WKN 590900) von den Börsianern für die erfolgreiche Transformation des Unternehmens vom reinen Baukonzern zu einem weniger von Konjunkturschwankungen abhängigen Dienstleister gefeiert. Doch nun gab es schon die zweite Gewinnwarnung innerhalb weniger Wochen und damit auch das Ende des ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch an der Unternehmensspitze. Es bleibt gleichzeitig abzuwarten, ob nun endlich der Befreiungsschlag geglückt ist und der Absturz der Bilfinger-Aktie gestoppt werden kann.

Genauso wie bei der ersten Gewinnwarnung am 30. Juni ist auch dieses Mal eine reduzierte Ergebniserwartung im Geschäftsfeld Power für die gesenkten Ziele verantwortlich. Nachdem zuletzt die Investitionszurückhaltung der deutschen Energieriesen angesichts der Energiewende für die enttäuschende Entwicklung verantwortlich gemacht wurde, hat man in der Zwischenzeit auch einen Projektverlust in Südafrika entdeckt. Daher soll die Marge in dieser Sparte im Gesamtjahr nur noch bei 4 bis 5 Prozent liegen, nachdem man zuvor einen Wert von 6 Prozent in Aussicht gestellt hatte.

Konzernweit wurde die Prognose für das bereinigte EBITA von 380 bis 400 Mio. Euro auf 340 bis 360 Mio. Euro nach unten gefahren. Das bereinigte Konzernergebnis soll wiederum statt 230 bis 245 Mio. Euro nur noch 205 und 220 Mio. Euro betragen, während eine Leistung von 7,8 Mrd. Euro (zuvor 7,9 Mrd. Euro) angepeilt wird. Wer nun der Ansicht ist, dass es mit dem Abgang von Koch und der zweiten Gewinnwarnung in kurzer Zeit nicht mehr schlimmer kommen kann, könnte enttäuscht werden.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Bei den Analysten der Deutschen Bank sieht man die Probleme von Bilfinger wegen der Unsicherheiten auf einigen europäischen Strommärkten als strukturell an, weshalb auch Prognosen für die weitere Geschäftsentwicklung schwierig seien. Zwar wurde die Einstufung für die Bilfinger-Aktie heute noch auf „Hold“ und das Kursziel bei 86 Euro belassen, allerdings möchte der für die Studie zuständige Analyst seine Prognosen überarbeiten. Anleger, die jedoch ganz mutig sind und nun auf steigende Kurse der Bilfinger-Aktie setzen möchten, könnten einen Blick auf das Produkt mit der WKN HY42U4 werfen. Shorties könnten wiederum das Produkt mit der WKN HY4T2Q ganz interessant finden.

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Bildquelle: Bilfinger SE


1 KOMMENTAR

  1. Jetzt wird der Absatzmarkt im Energiebereich und nicht gut laufenden Großprojekten die Schuld an der Misere bei Bilfinger gegeben. Wie schön, wenn’s so einfach wäre!
    Dabei war das Desaster schon seit mehr als einem Jahr abzusehen.
    Wer die Führung eines Unternehmens in die Hand von Beratern gibt (angeblich wurden insgesamt hohe 2-stellige Millionenbeträge gezahlt) und einer ganzen Management-Ebene die Handlungsfreiheit und damit das Vertrauen entzieht, muss sich nicht wundern, wenn einem die Gefolgschaft versagt wird.
    Kritische Vorstände und Manager, die mahnend den Finger gehoben haben wurden kurzerhand geschasst. Was vielleicht in der Politik funktioniert, ist für ein Dienstleistungs-Unternehmen, dessen Erfolg von der Motivation und Kompetenz seiner Manager und Mitarbeiter entscheidend abhängt, tödlich.
    Dienstleistung findet immer dezentral beim Kunden statt und nicht in irgendwelchen Zentralen, deren Mitarbeiter überwiegend noch nie „an der Front“ gestanden haben. Allen voran Roland Koch, der Bilfinger geführt hat, wie eine Partei-Zentrale.
    Koch hinterlässt einen Scherbenhaufen, dessen Beseitigung Jahre dauern wird.
    Und warum stellt eigentlich niemand die Frage, wer für die Berufung Kochs in den Vorstand verantwortlich war? Wenn Bernhard Walter nur ein wenig Anstand hätte, würde er seinem Ziehsohn folgen…

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