adidas: Ausverkauf nicht nur bei der Aktie

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Der heutige Tag ist kein guter Tag für adidas-Aktionäre (WKN A1EWWW). Erst kommt eine faustdicke Gewinnwarnung und dann bricht der Kurs ein. Die Euphorie nach der Fußball-Weltmeisterschaft ist damit gänzlich verflogen. Wobei man sich schon fragt, warum trotz einer solchen Steilvorlage solche Probleme entstehen bzw. nicht kompensiert werden können. Golffans können sich derweile freuen, denn adidas will nun offenbar seine Lagerbestände in diesem Bereich abbauen.

Kurz zu den traurigen Fakten: Das adidas-Management rechnet nun für das Gesamtjahr 2014 mit einem Anstieg des währungsbereinigten Umsatzes im mittleren bis hohen einstelligen Bereich. Bisher lautete die adidas-Prognose: Anstieg im hohen einstelligen Bereich). Der auf Anteilseigner entfallende Gewinn soll bei etwa 650 Mio. Euro liegen. Bisher lautete die adidas-Prognose: 830 bis 930 Mio. Euro. Darüber hinaus sind die Route 2015 Ziele des Konzerns angesichts der ausbleibenden spürbaren Verbesserung der Währungssituation, des zu erwartenden, deutlich niedrigeren Ergebnisbeitrags von TaylorMade-adidas Golf sowie der höheren Marketinginvestitionen nun innerhalb des vorgesehenen Zeitrahmens nicht mehr erreichbar. Weitere Einzelheiten hierzu will adidas am 7. August erläutern.

Beim Thema Golf scheint adidas in letzter Zeit einiges verkehrt gemacht zu haben, denn aufgrund des schwachen Marktumfelds im Einzelhandel in der Kategorie Golf und des damit verbundenen weltweit langsamen Abverkaufs älterer Bestände soll sich die Umsatz- und Margenentwicklung bei TaylorMade-adidas Golf in der zweiten Jahreshälfte 2014 schwieriger gestalten als ursprünglich erwartet. Um die erfolgreiche Umsetzung der Konzernstrategie zur langfristigen Margenverbesserung in der Golfkategorie sicherzustellen, will das Management in der zweiten Jahreshälfte 2014 weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Lagerbestände im Markt ergreifen. Goldspieler dürfen sich also bald auf „Sale“-Schilder bei Produkten von TaylorMade-adidas Golf erfreuen. Zudem will das adidas-Management ein Restrukturierungsprogramm bei TaylorMade-adidas Golf initiieren, um die Betriebsgemeinkosten an die niedrigeren Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Golfbranche anzupassen.

Zweites Sorgenkind für adidas ist Russland. Hier belasten der russische Rubel sowie steigende Risiken im Zusammenhang mit der Konsumentenstimmung und den Verbraucherausgaben, resultierend aus der derzeit angespannten Lage in Russland/GUS, und deuten auf höhere Risiken für den kurzfristigen Profitabilitätsbeitrag dieses Markts hin. Adidas hat daher beschlossen, die geplanten Geschäftseröffnungen in Russland/GUS für die Jahre 2014 und 2015 deutlich zu reduzieren sowie die Anzahl der Geschäftsschließungen weiter zu erhöhen.

Der dritte Aspekt ist eigentlich ein positiver, denn angesichts der starken Performance bei der Fußball-Weltmeisterschaft sowie der sich verbessernden Dynamik bei adidas und Reebok hat sich das Management entschieden, die Investitionen im Marketingbereich und am Point-of-Sale in den nächsten 18 Monaten anzuheben. Ziel dabei ist es, schnelleres Wachstum sicherzustellen und voranzutreiben sowie weitere Marktanteile, vor allem in den reiferen Märkten wie Nordamerika und Westeuropa, hinzuzugewinnen.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Das nunmehr angekündigte Engagement für das Fußballsegment kommt eigentlich zu spät, denn an sich war bereits vor der WM die Euphorie groß genug um das Kerngeschäft voranzubringen. Nun hat man eigentlich einige Monate schlicht verschlafen, trotz der jüngsten Erfolgsmeldungen aus diesem Bereich. Die Probleme in Russland dürften sich angesichts der sich abzeichnenden Sanktionen eher verschlimmern, als verbessern. Von daher bleibt zu hoffen, dass das europäische Fußball-Geschäft (wieder) zum soliden Kerngeschäft wird und Randaktivitäten nur noch eine Randbedeutung erfahren. Anleger die nach dem heutigen Einbruch statt nur auf die Aktie gehebelt auf eine Erholung der adidas-Papiere setzen wollen, können sich mal das Produkt mit der WKN HY4XR3 anschauen. Wer dagegen auf weitere Abschläge setzen will (der GD200 wurde durchbrochen) könnte das Produkt mit der WKN HY3G7F interessant finden.

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