Wochenrückblick KW28: Lufthansa sorgt für Unruhe, Bullen in Lauerstellung

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Auf Wochensicht zeigt sich der DAX ebenso wie die anderen großen Aktienmärkte schwächer. Besonders der Bankensektor stand angesichts vielfältiger Probleme im Fokus. Egal ob Osteuropa-Probleme, Strafzahlungen in den USA oder Solvenzängste in Portugal: Die Bankwerte waren der Hauptantrieb für die Bären. Doch von einer generellen Bankenkrise kann dennoch nicht die Rede sein. Von daher könnte der DAX am Montag bei einem deutschen WM-Sieg wieder in den Bann der Bullen geraten. Diese Hoffnung haben die Anleger derzeit auch bei der Lufthansa (WKN 823212). Denn rund 25 Prozent an Wertverlust musste die Aktie innerhalb eines Monats verkraften, nachdem eine überraschende Gewinnwarnung Investoren verunsichert hatte. Die in dieser Woche nun offiziell vorgestellte Strategie, wie man die großen Herausforderungen angehen möchte, überzeute dabei nur kurz. Vor allem die Unsicherheit um die Langstreckenbilligflieger belastete erneut, nachdem Turkish Airlines die mögliche Zusammenarbeit hierbei sehr relativierte. Dem Kurs jedenfalls half die Vorstellung der „WINGS“-Strategie nur kurz und die Lufthansa-Aktie dürfte ihren Abwärtssog zunächst einmal nicht verlassen.

Aus Deutschland

Vor kurzem erst hat BMW (WKN 519000) gemeldet, dass man zwischen Januar und Juni erstmals in einem ersten Halbjahr mehr als 1 Million Autos ausliefern konnte. Im Gegensatz dazu denkt man bei Volkswagen (WKN 766403) in ganz anderen Dimensionen. Immerhin verkauften die Wolfsburger in der gleichen Zeit knapp 5 Millionen Pkw. Allerdings lief es für VW nicht überall so rund wie in China, was sich auch am Aktienkurs ablesen ließ.
Die Commerzbank (WKN CBK100) kommt derzeit einfach nicht zur Ruhe. Nachdem bereits die Spekulationen um eine mögliche Strafe von 500 Mio. US-Dollar in den USA am Aktienmarkt nicht gut ankamen, stürzt die Aktie am Donnerstag regelrecht ab. Laut Medienberichten könnten es nun sogar 600 bis 800 Mio. US-Dollar werden. Damit darf bezweifelt werden, ob die Commerzbank-Aktie noch eine ähnlich steile Kursrallye wie in der zweiten Jahreshälfte 2013 auf das Börsenparkett zaubern kann.
Die Deutsche Börse (WKN 581005) hat angesichts einer geringen Volatilität weiterhin mit einem schwächelnden Handelsvolumen zu kämpfen. Daher fällt auch die Kursperformance der Aktie der Deutschen Börse im ersten Halbjahr 2014 mit einem Minus von knapp 6 Prozent enttäuschend aus. Und nun könnte es sogar noch dicker kommen. Mehr dazu hier.
Spannende Kurschancen ergeben sich derzeit beim Versorger RWE (WKN 703712). Mehr dazu aus Sicht von Point&Figue finden sich in unserem aktuellen Newsletter. Wer die kostenfreie „Die Börsenblogger D-A-CH Rundschau“ jede Woche automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.
Das Hamburger Biotechnologieunternehmen Evotec (WKN 566480) schafft es auch weiterhin mit erfreulichen Nachrichten bezüglich seiner Forschungsallianzen aufzuwarten. Allerdings konnte das bisher wenig an der Tatsache ändern, dass sich die Evotec-Aktie seit Wochen kaum von der Stelle bewegt hat. Dennoch muss das nicht von Dauer sein.

Internationales

Wenn doch nur die Commerzbank und die Deutsche Bank eine so grandiose Serie produzieren könnten wie Wells Fargo (WKN 857949). Die Bank aus San Francisco hat es mit dem Zahlenwerk für das zweite Quartal nun zum sechzehnten Mal hintereinander geschafft den Nettogewinn und das bereinigte EPS im Vorjahresvergleich zu steigern. Kein Wunder, dass Wells Fargo Warren Buffetts Liebling unter den Banken ist.
Einfach fantastisch, wie Coca Cola es geschafft haben so viele gute Produkte herauszubringen. Die Coke-Aktie (WKN 850663) hat in meinem Depot dennoch nichts zu suchen, da muss Martin Lehmann Warren Buffett deutlich wiedersprechen.
Der österreichische Leitindex ATX verzeichnete in der ersten Jahreshälfte 2014 einen Kursverlust von knapp 2 Prozent. Im Gegensatz dazu konnte die Zumtobel-Aktie (WKN A0JLPR) einen Anstieg um rund 50 Prozent auf das Börsenparkett hinlegen und damit die beste ATX-Performance abliefern. Dank weiterer Sparmaßnahmen und der positiven Wachstumsaussichten im LED-Geschäft sollte diese positive Entwicklung sogar noch eine Weile anhalten. Näheres über die aktuellen Kurschancen beleuchten wir in unserem aktuellen Newsletter Die Börsenblogger D-A-CH Rundschau. Wer das kostenfreie PDF jede Woche automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.
Energiekonzerne konnten zuletzt nur selten mit positiven Meldungen aufwarten, von daher war die Gewinnwarnung des österreichischen Versorgers Verbund (WKN 877738) keine Riesenüberraschung. Die Aussagen zum gesamteuropäischen Strommarkt sind zudem alles andere als beruhigend. Für die Verbund-Aktie dürfte es daher noch lange nicht nach oben gehen.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen berichten in der nächsten Woche nur wenige Unternehmen, doch die neue Berichtssaison nimmt allmählich Fahrt auf. So berichten u.a. Citigroup (Montag); CSX, Goldman Sachs, Intel, Johnson & Johnson, JPMorgan Chase, Yahoo (Dienstag); Bank of America, eBay, Lindt & Sprüngli, SanDisk, Yum Brands! (Mittwoch); American Airlines, Google, Givaudan, IBM, Morgan Stanley, Novartis, SAP (Donnerstag); General Electric, Honeywell, Ericsson, V.F. Corp., Villeroy & Boch (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
11:00 Uhr: EU; Industrieproduktion (Mai)

Dienstag
11:00 Uhr: D; ZEW-Konjunkturerwartungen (Juli)
11:00 Uhr: EU; ZEW-Konjunkturerwartungen (Juli)
14:30 Uhr: USA; Einfuhrpreise (Juni)
14:30 Uhr: USA; Einzelhandelsumsatz (Juni)
14:30 Uhr: USA; Empire State Manufacturing Index (Juli)
16:00 Uhr: USA; Lagerbestände (Mai)

Mittwoch
11:00 Uhr: EU; Handelsbilanzsaldo (Mai)
14:30 Uhr: USA; Erzeugerpreise (Juni)
15:15 Uhr: USA; Industrieproduktion (Juni)
16:00 Uhr: USA; NAHB Wohnungsmarktindex (Juli)
20:00 Uhr: USA; Fed Beige Book

Donnerstag
11:00 Uhr: EU; Verbraucherpreise (Juni)
14:30 Uhr: USA; Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)
14:30 Uhr: USA; Baubeginne (Juni)
14:30 Uhr: USA; Baugenehmigungen (Juni)
16:00 Uhr: USA; Philly-Fed-Index (Juli)

Freitag
10:00 Uhr: EU; Leistungsbilanzsaldo (Mai)
15:55 Uhr: USA; Verbrauchervertrauen Uni Michigan (Juli)
16:00 Uhr: USA; Frühindikatoren (Juni)

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